7.12.2007

Das Mädchen steht am Fenster, schweigt.

Es trägt einen eleganten, weiten Rock, ein punkiges Oberteil und Spitzenstulpen.

Asymmetrischer Haarschnitt, markantes Gesicht.

Ausdruckslose Mine.

Blicklose Augen, irgendwo in der Ferne verloren. Die grauen Wände, die farblose Welt nimmt es nicht mehr wahr.

Ein perfektes Bild, so schön melancholisch.

Unter den Stulpen, verborgen, die Narben de letzten Fluchtversuches aus diesem Leben.

Unter dem Rock, zerstörte, zerfleischte Beine.

Widerspiegeln ihre Seele. Schreien, weinen die Tränen die sie nicht zulassen kann.

Flehen um Hilfe, die sie sich selbst verbietet.

Sie weiß nicht weiter. Jeder lässt sie alleine in ihrer Qual.

Psychiater, Ärzte, Pädagogen, niemand kann ihr helfen. Sie weiß selbst nicht wie, woher sollen die anderen es wissen?

Zieht sich zurück in ihre Innenwelt, wird unsichtbar.

Erträgt den ungreifbaren Schmerz nicht mehr, flieht vor der grauen Welt. Weit fort. Verirrt, zurückgezogen in sich selbst

Sieht nicht mehr.

Hört nicht mehr.

Spricht nicht mehr.

Fühlt nicht mehr.

Denkt nicht mehr.

Atmet nur noch.

Findet nicht mehr nach außen, hat den Rückweg zu gut blockiert. Gefangen in sich, ohne Schmerz.

Eine Frau in Schwesternuniform taucht neben dem Mädchen auf, nimmt es an der Hand und führt es fort. Es folgt wie ein Roboter. Wie ein perfektes Püppchen.

Verschwindet im inneren der psychiatrischen Anstalt.

Ich wende mich ab, gehe fort. Fühle mich irgendwie verloren.

Ich kann sie nicht mehr erreichen!

Gehe fort, mit dem Wind. In die Freiheit.

Lasse meinen seelenlosen Körper im Gefängnis hinter mir zurück.