Montag, 3. Dezember 2007

Alles in dir schreit

doch kein Laut verlässt deine Lippen.

Verzweifelt suchst du nach Verständnis

willst dich erklären

doch du kannst es nicht.

Als sprächen sie eine andere Sprache

und verstünden deine nicht.

Du weißt nicht

was du noch machen sollst.

Allein gelassen in deiner eigenen Hölle.

Wahnsinn

Trommeln gegen die Wände

Schläge in dein Gesicht

Verspritztes Blut.

Auf der Decke

wirft das Licht seltsame Schatten.

Kann meinen Blick nicht von ihnen lassen

fesseln meinen Verstand.

Meine Worte verklingen

meine Sätze unvollendet

verliere mich.

Schmerz wird nicht mehr gefühlt.

Ich bin weg

ganz weit weg.

Nicht mehr anwesend

fühle meinen Körper nicht mehr.

Schatten, Streifen auf der Decke.

Wo bin ich?

Wer bin ich?

Träume ich oder bin ich noch wach?

Wer seid ihr?

Weine ich vor Trauer oder vor Wut?

Existiere ich noch?

Egal

alles egal.

Streifen auf der Decke.

Zusammengesetzt ergäben sie einen halben Stern.

Warum laufen sie nicht zusammen?

Sie sollen ein Stern sein!

Höre mich reden

mit euch, in einer fremden Sprache.

Eurer Sprache.

Gewählte Worte

was sage ich?

Im selben Moment wieder vergessen.

Was wollt ihr von mir?

Lasst mich doch in Ruhe,

wenn ihr meine Sprache nicht versteht.

Ein Stern auf der Decke

durchkreuzt von Querstreben.

Breite, dunkle Streifen…

erinnern mich an etwas.

Was?

Klaffende Schnitte

die Haut dreht sich nach innen

kann die weiße Fettschicht sehen.

Blutet nicht mal so viel.

Fühle nichts keinen Schmerz

nur das herabfließende warme Blut.

Wo bin ich?

Warum mache ich das?

Wenn ich so viel blute

wird sich mein Eisenmangel noch verschlimmern.

Eigentlich gehört das genäht, oder?

Klaffendes rotes Fleisch.

Egal, ich verarzte es nie.

NIE!

Noch mehr Blut!

Will noch mehr

schreiend rot

wenn schon meine Stimme schweigt…

Stern auf der Decke.

Will nicht gefilmt werden

verarscht jemand anderen

ihr habt doch nur die Kratzer gesehen!

Verkrieche mich im Fenster

Flecken auf dem Vorhang

dann weiß ich morgen zumindest

dass es kein Traum war.

Schmerzhaft die Kante des Schreibtisches

an meinem Kopf, meinen Schultern.

Angst

Verzweiflung

Wahnsinn

Einsamkeit

innere Kälte macht mich starr.

Keine Tränen mehr.

Ein Stern auf der Decke

naja, fast

mit ein wenig Fantasie.