Freitag, 29. Februar 2007

Ein weißer Raum

alles Weiß

ein leises Plitschen

der einzige Klecks Farbe in der sterilen Hölle

rot...

beobachte die Tropfen

meinen Unterschenkel hinab

betten meinen Fuß in eine warme Lache.

Wunderschönes Rot

in all dem Weiß

und ich in Schwarz daneben

seltsam abwesend, gleichgültig...

Makaberes Schneewittchen.

die Klinge pflügt durch das Fleisch

lässt die Haut aufklaffen.

Kann zusehen, wie sich der Spalt

langsam mit dunkelrotem Blut füllt...

einen Tropfen bildet

und die Wunde verlässt.

Eine dramatische Spur

lässt den Schmerz erahnen

ohne ihn je begreiflich zu machen.

Und wieder teilt die Klinge

die vernarbte Oberfläche

zu einer faszinierenden Wunde.

Die Klinge...Klinge...Klinge

Das Wort kreist im Kopf

fesselnd beinahe andächtig.

Die Klinge

unser Heiligtum,

das Zentrum unserer Religion, der Selbstverletzung.

Die Klinge gleitet...

bringt mich zum Leben…

Rot tropft das Blut

heimlich

bis es weggewaschen wird

und der Raum steril erscheint, wie eh und je.

Doch der Schein trügt

er hat es gesehen

trägt den Schmerz in seinen Wänden, seinem Boden.

Wird ihn nie vergessen

auch wenn niemand es erfährt.

Er ist gezeichnet.

Das Reinweiß besudelt

durch das blutrote Brandmal des Schmerzes.