Stundenkerzen

Es standen Stundenkerzen

Auf dem Tisch in uns'rem Haus

Es freute unsere Herzen

Und sie gingen niemals aus

Schon wenn die Sonne aufstieg

War'n Flammen an den Dochten

Und wenn der Abend einzog

Dann auch, weil wir's so mochten

Denn die brennenden Stundenkerzen

War'n ein Zeichen nur für uns zwei

Diese weißen Stundenkerzen

Schienen so hell, und die Nacht ging vorbei

Doch das Leben ist nicht wie die Kerzen

Es ist nicht so warm und nicht hell

Es ist voller Angst und voll Schmerzen

War für unsere Liebe zu schnell

Sie riefen dich laut zu den Waffen

Hinaus auf das Feld, ins verlorene Glück

Du sagtest noch, Werd' es schon schaffen-

Ich blieb am kalten Kaminsims zurück

Ich schaut' auf die Stundenkerzen

Die brannten ganz langsam und stetig herab

Ich fühlte nur Trauer und Schmerzen

Und meine Hoffnung ging langsam ins Grab

Uns're Stundenkerzen zeigten

Wie die Zeit unaufhaltsam verrann

Sie zeigten, wie Tage sich neigten

Und ich blieb allein, bis die Nacht einstmals kam

Und die Stundenkerzen erloschen

Die Dunkelheit kehrt bei uns ein

Am Fluss drunten, dort bei den Eschen

Liege ich nun, unter Stein, ganz allein.