Schöpfungslegende

Es war einst, vor sehr langer Zeit, ja sogar vor Anbeginn der Zeiten, dass es nichts gab als das Dunkel. Die ganze Welt war erfüllt von Dunkelheit und es war nichts. In diese Dunkelheit hinein strahlte plötzlich ein Licht, ein sehr helles Licht, weiß und klar. Das Licht wuchs und wuchs und wurde der erste Stern dieser Welt: Línoreldonath, der Morgenstern. Und er strahlte hell und erleuchtete das Dunkel weithin, doch noch war nichts da außer das Licht.

Doch in dem ersten Stern, Línoreldonath, war der erste Gott. Es war Branda, der Gott der Morgendämmerung und des Lichts. Wie er so in seinem Stern saß, ging ihm auf, dass er einsam und allein war. Es war nichts außer ihm und dem Licht. So nahm er einen Lichtstrahl und formte ihn zu einem Rahmen und nahm weitere Lichtstrahlen und formte sie zu Sehnen, die er in den Rahmen einspannte. Dies war die erste Harfe.

Und Branda nahm die Harfe auf den Schoß und spielte ein Lied, das Schöpfungslied. Die Melodie war so wohlklingend wie sie zuvor und auch später nie wieder gehört wurde. Denn mit den Tönen und Melodien gedachte Branda, die Welt ins Sein zu rufen.

Jegliche Töne und Melodien, die er spielte, hingen in der Luft, fast greifbar, und verfestigten sich zusehends; bis aus ihnen all das wurde, was es seit Anbeginn der Zeiten gegeben hat: Berge und Täler, Gebirge und Hügel, Steine und Felsen, Erde und Sand, Geröll und Kieselsteine. Und die Götter. Branda schuf alle 6 Götter: Línarinath, die Göttin der Lichtwesen, Drargoth, den Gott der Zwerge, Narda, die Göttin der Menschen, Mladrash, die Göttin der Drachen, Ĉhanzar, den Gott der Gestaltenwandler, und Northómro, den Gott der Dunkelwesen.

Es waren wunderschöne Melodien und die schönsten Töne, die dazu führten, dass sich Línarinath ins Sein erhob, und mit ihr die anderen Götter Drargoth, Narda, Mladrash und Ĉhanzar. Doch dann spielte Branda einen lauten und falschen Missklang und Northómro war ins Sein gerufen und mit ihm alles Schlechte.

Die sieben Götter aber bauten sich einen großen Palast aus den Lichtstrahlen des ersten Sterns Línoreldonath, des Morgensterns. Es heißt, der Palast schimmert so golden und so silbern wie das Licht des Morgensterns. Es heißt, kurz bevor morgens die Sonne aufgeht, kann man nahe beim Morgenstern einen großen Palast sehen mit hohen Säulen, großen Fenstern, 4 Türmen und einem großen Tor mit zwei Torflügeln, die immer offen stehen und zu denen 29 Treppenstufen hinaufführen. Dort wartet Mansíla, um die verstorbenen Seelen durch den Palast hinaus in den Garten der ewigen Seelen zu führen.

Als aber der Morgensternpalast errichtet war, berieten die 7 Götter, was nun mit dem leeren Boden weit unter ihnen geschehen solle. Sie beschlossen, diese Welt „Malinon" zu nennen. Doch während sie noch über den Namen berieten, fing sich das Licht des Morgensterns Línoreldonath in einem kleinen, schwarzen Kieselstein und dort entsprang die erste Quelle.

Die Götter nannten sie Namanda, Wassergeist. Weitere Quellen entstanden auf ähnliche Weise, indem sich das Licht des Morgensterns Línoreldonath in Steinen sammelte und als Wasser wieder aus ihnen hervorbrach.

In diesen Wassern spiegelte sich das Licht des Morgensterns Línoreldonath wieder. Línarinath, die Göttin der Lichtwesen, schlug vor, weitere Sterne zu schaffen, zur Huldigung und Ehrung Línoreldonaths. So wurden weitere Sterne aus dem Licht Línoreldonaths geschaffen und an den Himmel gesetzt. Línarinath, die das Licht liebte, schuf noch zwei weitere, größere Lichter, die Sonne, sinur, und den Mond, mandran.

Die Götter beschlossen, Leben auf die Erde zu bringen, und schufen Wälder, Gräser, Blumen, Bäume und viele weitere Pflanzen, ebenso die Tiere der Luft, die Tiere des Wassers und die Tiere der Erde, sowohl in als auch auf ihr.

Doch wollten die Götter weitere Wesen in Malinon leben wissen, die die Welt zu bewahren und zu herrschen versuchten. Daher beschlossen sie, dass jeder der sechs von Branda geschaffenen Götter ein Wesen erschaffen solle. Línarinath erschuf die Lichtwesen, die Alben und die Elben, Drargoth erschuf die Zwerge, Narda erschuf die Menschen, Mladrash erschuf die Drachen und Ĉhanzar die Gestaltenwandler. Northómro jedoch erschuf die Dunkelwesen, die Schwarzalben und die Dunkelelben.

Als Branda, Línarinath, Drargoth, Narda, Mladrash und Ĉhanzar merkten, dass Northómro sie betrogen hatte und ihre Welt mit Wesen der Dunkelheit verseucht hatte, führten sie einen erbitterten Kampf gegen Northómro und seine heimlich erschaffenen 13 Diener des Bösen und verbannten sie aus dem Morgensternpalast und aus dem Reich des Morgens. Sie selber aber schufen 29 Untergötter, um sich gegen Northómro verteidigen und sich um die Belange der Wesen von Malinon kümmern zu können.

Author's Note: Ich weiß, dass diese Schöpfungslegende jetzt nicht was wahnsinnig Neues ist und dass sie sämtlichen (real) existierenden Schöpfungslegenden total ähnelt (das haben Schöfpungslegenden so an sich ). Ich weiß auch noch nicht, was ich mit dieser Legende machen werde. Sie sollte entweder den Auftakt zu einem Fantasy-Epos bilden oder an irgendeiner Stelle in diesem Epos vorkommen. Aber bisher ist die Schöpfungslegende das einzige, was ich von dem Epos zu Papier gebracht habe, und ich weiß nicht, ob ich diesen Epos jemals wirklich anfangen, geschweige denn vollenden werde (sehr unwahrscheinlich).