Erblüht

Erblüht bist du in meinem Innern
wie eine wilde Rose,
wie der einzige Stern am Firmament.

Wie ein Specht
hämmerst du leise, beharrlich an meine Gedanken,
deine Flügelschläge tragen
die Welt von mir fort.

Du spielst meine Seele
wie eine Harfe, wie Wasser
wehst du durch mich hindurch,
erfüllst und
entfesselst meinen Durst.

Folgen will ich dir
wie dem nächtlichen, mondbewegten Ozean,
wie dem Bach, der sonnenbeschienen
über die Steine hüpft, wie dem
Marienkäfer, der kaum spürbar,
scheinbar ziellos über meine Hand krabbelt.

Ich will dich lieben
wie die zarten Glockenblumen
am Wegrand, wie das weinende Kind
in meinen Armen, wie die Gefangene
ihren Erretter –
mehr als mein Leben,
stärker als der Tod.

September 2009