Dienstag, 02. September 2008

Wer bin ich…?

Was will ich…?

Was soll die ganze Scheiße überhaupt?

Ich schneide mich,

und merke dabei,

dass ich es eigentlich nicht will.

Komme nicht in die nötige Trance.

Bin noch nicht mal stolz darauf.

Fotografiere verzweifelt

jeden noch so kleinen Blutstropfen

aus allen möglichen Perspektiven

und warte auf die Befriedigung,

die sich einfach nicht einstellen will.

Ich will dünn sein,

schaffe aber weder eine Diät

noch fresse ich.

Ich esse nur komisch.

Habe keine Lust was runterzuwürgen,

doch sobald ich versuche, es zu nutzen,

und abzunehmen,

fresse ich wieder.

Ich will Kontakte,

und verkrieche mich in meinem Zimmer,

aus Angst vor Ablehnung.

Lese nur pausenlos,

um mich nicht stellen zu müssen.

Und schreie doch innerlich,

vor Einsamkeit,

habe körperliche Schmerzen,

wenn ich die Gruppe vereint im Wohnzimmer sehe,

und ich bin nicht dabei.

Eigentlich will ich leben,

aber aus irgend einem Grund,

scheint der einzige Weg dahin

über einen Suizidversuch zu führen.

Das glaub ich doch selber nicht!

Ich will hier bleiben,

hier bin ich glücklich,

jemand achtet auf mich

und doch, seit ich mich entschlossen habe,

dafür zu kämpfen,

spiele ich im Kopf

das Leben in einer eigenen Wohnung durch.

So viele Möglichkeiten….

so viele Möglichkeiten,

mich selbst zu zerstören

und niemand, der mir Einhalt gebieten kann.

Ich schade mir selbst,

damit mich jemand abhält,

in den Arm nimmt

und für normal hält.

Und doch plane ich pausenlos,

wie ich sie abwehren kann,

mich noch mehr schädigen,

es vor ihnen verheimlichen,

mich von ihnen isolieren.

Flüchte –

damit sie sich um mich kümmern?

Das glaub ich doch selber nicht!

Ich will meinen Körper fühlen

um die Spannungen loszuwerden

aber wenn ich mich entspanne

und versuche, zu fühlen,

dann ist da nichts.

Ich fühle einfach nichts

und nach kurzer Zeit ertrage ich das Gefühl nicht mehr

und muss mich wieder anspannen.

Ich will Gefühle, Emotionen haben

und ergreife doch schon lange, bevor sie da sind, die Flucht

vor mir selbst.

Nach innen, in andere Sphären.

Phantasie und Geschichten im Kopf sind gut, ja?

Erfüllen Bedürfnisse, die unerfüllt sind?

Offenbaren etwas über meine Sehnsüchte?

Warum sind da immer nur andere Geschichten

Fremde, erfundene Leben?

Warum immer mit traurigem, offenen Ende, aber eindeutig einem ENDE?

Immer missverstandene Menschen,

die altruistisch entsetzlichste Qualen erlitten haben,

seelisch zersplittert sind,

und nun demaskiert werden.

Immer diese eine Szene der Wahrheit

in verschiedensten Geschichten, aus verschiedensten Blickwinkeln.

Und immer ist diese Person zu zerstört um geheilt zu werden.

Außerhalb von Leben und Tod

in sich selbst geflüchtet, irreversibel verlaufen.

Ist es mein Wunsch, hoffnungslos, jenseits von Schmerzen, zu sein?

Jemand anders, nicht ich selbst?

Wie rücke ich die Bedürfnisse und die ECHTEN Bedürfnisse

Wieder an die richte Stelle?

Wie lerne ich wieder,

zu wollen was ich will?

Was bringt mir das bitte?

Abwehrmechanismus Reaktionsbildung?

Tue und verlange das Gegenteil von dem ich will?

Wirklich?

Aber was mache ich jetzt mit diesem Riesenhaufen Müll vor meinen Füßen

der eigentlich mein Leben sein sollte?