Ein Traum

Waren wir das

letzten Herbst auf dem feuchten Rasen?

Oder war es ein alberner Wunschtraum von mir?

Er mit seinem Rucksack als Kopfkissen –

seine Stimme, seine Hände

malten Bilder in die kühle Abendluft.

Die goldenen Blätter auf dem Boden

waren glatt wie Wachs in meiner Hand.

Trotzdem war es ein Sommertag –

bis ihn der Schulbus abholte.

Erst dann begann ich zu frieren.

Ein weißes Leichentuch aus Schnee

liegt heute bei unserer Bushaltestelle.

Der alte Baum ist nackt und kahl,

die Blätter verdorrt oder fortgeweht.

Der junge Mann mit zerzaustem Haar

und tanzenden Händen lässt sich nicht blicken.

Ich warte wie ein Soldat auf der Wache.

Wind und Schnee treiben mir die Tränen in die Augen.

Der Bus kommt

und er war wieder nicht da.