Wie immer...viel Spass beim lesen...

Kapitel 3: AUGEN


Augen:

Einer sagt, sie helfen uns sich zurecht zu finden.

Ich aber sage, sie dienen uns sich selbst zu erkennen.



Ryn saß auf der Kante ihres Bettes und stellte erstaunt fest, dass sie vor sich her summte, während sie sich das Haar zu einem Zopf flocht. Obwohl sie erst um drei dazu gekommen war sich wieder an ihren Schreibtisch zu setzten, hatte sie das Gefühl heute mehr geschafft zu haben, als in den vergangen Tagen.

Sie hatte sich bei Baal mit einem ausgedehnten Abendspaziergang für ihre plötzliche Flucht entschuldigt und sich dann noch einmal ran gesetzt. Nun war es kurz nach halb eins in der Nacht und es war das erste Mal seit Wochen, dass sie ohne schlechtes Gewissen schlafen ging.

Vince hatte recht, sie sollte das Training nicht ausfallen lassen. Morgen Abend war sie mit Timo verabredet. Kino und Pizza essen. Zuerst hatte sie gezögert, aber die Leichtigkeit mit der er sie dazu eingeladen hatte, hatte sie letztlich zustimmen lassen.

Sie kraulte Baal noch einmal hinter den Ohren, stellte den Wecker und ließ sich dann zufrieden zurück sinken.


Dunkelheit. Kälte. Verwesung.

Oh nein!

War Strand, Sonne und Ronon Dex der ihr den Rücken mit Sonnencreme einrieb tatsächlich zu viel verlangt?

Offensichtlich schon, denn so sehr sie auch das Wunschbild vor ihren Augen projizierte an ihrer Umgebung und vor allem am Geruch änderte sich nichts.

Also gut Ryn, du kennst das doch schon! Schließ einfach die Augen, lausch ein wenig und schlag die Augen wieder auf um in einen Spiegel zu gucken. Dann wachst du auf.

Noch während sie ihrer eigenen Aufforderung nach kam fragte sie sich was Dr. Freud wohl dazu gesagt hätte? Wahrscheinlich etwas über traumatische Orientierungslosigkeit und Einsamkeitsängste denen man ins Auge blicken muss, um wieder Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Schwachsinn!

Sie hatte Timo am Ende des Trainings noch gebeten mit ihr ein wenig Instinkttraining zu machen. Trotz verbundener Augen hatte sie sich recht gut geschlagen. Vielleicht lag es also am Training, das ihre Sinne sich dieses Mal schneller auf ihr Vorhaben einließen. Vielleicht lag es auch schlicht und ergreifend daran, dass sie träumte.

Doch das erste was ihr auffiel war, das es still war. Dieses Mal gab es nur den Geruch und die Dunkelheit. Und Kälte erinnerten sie ihre Füße.

Sie wusste nicht wie lange sie dort stand und lauschte. Was hätte sie auch sonst tun sollen? Da Strand, Sonne und Mr. Dex eh nicht auftauchen würden, wenn sie die Augen öffnen würde, konnte sie sie genau so gut zu lassen und sich ihrem Schicksal fügen.

Warum hatte auch immer sie so dämliche Träume?

Sie erinnerte sich an Zeiten in denen sie mit dämliche Träume,den Ritt auf den Rücken eines Riesenkaninchens über eine Wiese mit blauen Schafen oder die Flucht vor Sperrtragenden weiß bekittelten Professoren gemeint hatte.

Und selbst ihr schwachsinnigster Traum –Richterin in einem Mordfall in dem ein Fisch angeklagt war einen Pinguin umgebracht zu haben, mit dem Motiv den gewaltsamen Tod seiner Geliebten zu rächen, mit Haien als Rechtsanwälten und einem Eisbären als Staatsanwalt –wäre ihr jetzt lieber gewesen. Zwar hatte sie sich damals geschworen sich nie wieder zu lange mit dem nächtlichen TV –Programm zu beschäftigen, aber jede Richtershow war besser als diese anödende Dunkelheit gepaart mit Verwesungsduft in völliger Stille.

Genau in dem Moment in dem sie das dachte drang ein Geräusch an ihr Ohr. Sie sollte die Sache mit dem aktiven Träumen noch einmal überdenken. Vielleicht funktionierte das nur in kleinen Schritten.

Sie hatte die Augen immer noch geschlossen und konzentrierte sich jetzt voll und ganz auf die Geräusche.

Schritte und Stimmen.

Und sie kamen näher. Doch da war noch mehr. Schmerzhaftes Stöhnen und anschließend Gelächter.

Konzentrier dich!

Zwei Männer. Nein drei. Die Stimmen und das Lachen war definitiv männlich und je näher sie kamen um so sicherer war sie das das schmerzhafte Stöhnen von einem weiteren Mann stammte.

Na klasse. Der Traum wird ja richtig spannend.

Doch statt sich weiterhin in Sarkasmus zu üben, dachte sie an das was sie am Morgen noch geübt hatte.

Vertraue deinem Instinkt.

Und das tat Ryn so lange sie denken konnte, wieso also nicht auch im Traum? Und dieser Instinkt verursachte ein Prickeln in ihrem Nacken. Es war das Gefühl was sie überkam, wenn sie mit verbundenen Augen auf einen Angriff von Timo oder Vince wartete. Mehr noch, wenn sie wusste das Gefahr drohte.

Aus einem plötzlich Impuls heraus öffnete sie die Augen. Dieses Mal wurde sie nicht mit grünen Augen konfrontiert. Stattdessen nahm sie ein weit entferntes Leuchten war. Was auch immer die Quelle des Lichts war, es kam näher. Genau wie die Stimmen.

Oh, oh!

Traum hin oder her, das ganze behagte ihr nicht und zum ersten Mal seit sie in dieser Traumsequenz gefangen war, bewegte sie sich. Es war es immer noch zu dunkel um wirklich etwas zu erkennen also benutzte sie ihre Hände.

Sie musste ein paar Schritte umherirren, bevor ihre Finger auf Gegenwehr stießen.

Kalt. Hart. Rau.

Stein.

Eine Wand.

Ohne zu zögern tastete sie sich daran entlang. Sie hatte keine rechte Vorstellung davon was sie eigentlich suchte, aber die Männer waren inzwischen nah genug das sie sie hören konnte, ohne sich darauf konzentrieren zu müssen.

Etwas gutes hatte es allerdings. Es wurde auch heller.

Ihr Instinkt sagte ihr jedoch das dieser Vorteil sich auch schon bald als Nachteil herausstellen könnte. Denn wenn sie besser sehen konnte, konnte sie auch besser gesehen werden. Und weder im realen Leben noch im Traum hielt ihr Selbsterhaltungstrieb das für eine angenehme Aussicht.

Auch in Träumen passieren schlimme Dinge!

Und sie hatte nicht das geringste Interesse daran herauszufinden, wer da schmutzige Witze riss, so viel konnte sie den Wortfetzen deutlich entnehmen.

Ihre Finger tasten etwas hektischer über den Stein und Ryn bemühte sich möglichst leise und vorsichtige Schritte zu machen, was angesichts der Tatsache das sie barfuss war auch keine schlechte Idee war.

Ja...ich auch und..."

...nen wa machen!"

Ihr Kopf zuckte herum und sie erkannte das der Gang, in der Richtung aus der die Stimmen kamen, eine Biegung machte. Jede Minuten würde sie die Entfernung zurücklegt haben und dann würde man sie bemerken.

Such!

Das Licht ließ nun mehr von dem Gang erkennen und sie hätte fast erleichtert aufgeseufzt als sie fand was sie suchte.

Eine Nische. Ein Seitengang wäre ihr lieber gewesen, aber wie schon zuvor funktionierte aktiv Träumen, wenn überhaupt nur in Minischritten.

Na ja besser als gar nichts.

Die Nische verdiente nicht mal ihren Namen. Sie war kaum mehr als sein Spalt und lag zudem noch einen Meter über dem Boden.

Morgen ziehe ich mir Schuhe an bevor ich schlafen gehe!

Der Gedanke ließ sie nicht mehr los, als sie lautlos fluchend an der steinernen Wand hoch kletterte und dabei die unregelmäßige Oberfläche deutlich unter ihren Sohlen zu spüren bekam. Sie hatte sich gerade in die Lücke gezwängt, als die Stimmen ganz deutlich zu vernehmen waren.

„...ist das Geld nicht wert das ich für se bezahlt habe!"

Die Erwiderung bestand aus einem Grunzen gefolgt von einem Schnauben. „Huren sind auch nicht mehr da was se mal warn!"

Ich glaub ich spinne!

„Probier ma das neue Haus. Alle hübsch und jung!" Grunzte Nummer zwei weiter.

„Aber teuer, hab ich gehört!" Kam die empörte Erwiderung.

„Aber se sind das Geld wert!"

Ryn wandte all ihre Mentalen Kräfte auf, doch so sehr sie sich auch anstrengte die Decke brach nicht zusammen und erschlug keinen der beiden. Stattdessen passierten sie die Stelle an der sie sich befand und sie hatte keine Zeit sich über Männer im allgemeinen aufzuregen, denn sie war zu sehr damit beschäftigt die Luft anzuhalten.

Doch sie schien in ihrer Nische unbemerkt zu bleiben. Zumindest für den Moment. Dagegen konnte sie, dank den beiden Fackeln die die Männer trugen ganz genau erkennen, mit wem sie es zu tun hatte.

Okay definitiv nicht Ronon Dex und Richard B. Riddick. Eher Quasimodos aufrecht gehende Brüder.

Beide waren in einer Art dunklen Wappenrock gekleidet, der weit und lang genug war um nur Hemdärmel und einen Teil der Hose zu zeigen. Sie war zu weit oben und die hatten ihre Augen starr nach vorne gerichtet, so konnte sie ihre Gesichter nicht erkennen.

Nicht das sie darüber deprimiert gewesen wäre. Auch waren ihrem flüchtige Blick die Messer an ihren Gürteln nicht entgangen.

Aber es waren nicht die Messer die ihre Magengegend schmerzhaft zusammen zog. Es war die Quelle der schmerzhaften Keuchens und Stöhnens.

Sie konnte nicht viel mehr als eine gekrümmte in Fetzen gekleidete Gestalt erkennen. Die anderen beiden hatten jeweils einen Arm um ihn geschlungen und zogen ihn gleichgültig zwischen sich her.

Was immer auch mit ihm passiert war, es hatte ihm nicht einmal genügend Kraft gelassen um seinen Körper anzuspannen. Schlaff und verwundet wurde er mitgeschleift. Sie war sich sicher das er verletzt war, denn der süßlich, schwere Geruch von Blut hin in der Luft wie Parfüm.

Frisches Blut.

Sie kannte den Geruch und sie wusste das die Wunden entweder groß oder zahlreich sein mussten, um ihn über diese Distanz und vor allem in der kürze der Zeit zu ihrer Nase vordringen zu lassen.

Keins von beiden war gut

Nur halbherzig hörte sie dem grunzenden Wortwechsel der beiden Männer zu. Wie hypnotisiert starrte sie auf den sich immer weiter entfernenden Körper des Mannes. Und mit ihm wurde auch das Licht schwächer.

Sie bemerkte das ihr Atem schneller ging als er sollte und sie überlegte gerade was sie jetzt tun sollte, als sie das Geräusch hörte.

Eine Art Schellen, das nicht recht ins Bild passen wollte. Es hatte etwas penetrantes und sie zuckte erschrocken zusammen, als ihr bewusst wurde, das die Männer es vielleicht auch hören konnten.

Verzweifelt sah sie sich um. Die Ursache für das Geräusch musste ganz nah sein doch sie konnte nichts ausmachen, jetzt da sie wieder von völliger Dunkelheit umgeben war außer den Stein den sie unter ihren Fingern spürte.

Und dann ganz plötzlich...


Mit einem Ruck saß sie aufrecht im Bett und sah sich orientierungslos um. Das Geräusch wurde immer lauter und lauter bis ihr schließlich dämmerte das es ihr Telefon war und sie nur geträumt hatte.

Noch völlig benebelt tastete sie auf ihrem Nachtisch nach dem gesuchten Objekt.

„Ja?" Nuschelte sie verschlafen. Wer in Gottes Namen rief sie um diese Zeit an?

„Becker-Vielhaber!" Dröhnte ihr ein Tenor entgegen. Und noch bevor sie auch nur daran denken konnte zu fragen, wer zur Hölle Becker-Vielhaber war, fuhr der Typ am anderen Ende der Leitung schon fort und ihr fiel auf das er lallte.

„Templerweg 45, drei Personen!" Schallte es ihr nun noch eine Spur lauter entgegen.

„Hä?" Hakte ihr noch immer verschlafener Verstand nach. In Gedanken war sie noch immer bei dem verletzten Mann.

„Sprech ich chinesisch?" Wurde sie angeranzt und die schwer verständlichen Worte hätten die Vermutung wirklich nahe gelegt.

„Nein!" Murmelte sie stattdessen höflich.

„Na dann schicken `se nen Taxi, aber dalli!"

Mit einem Mal waren ihre Gedanken ziemlich klar und sie nahm das Telefon von ihrem Ohr um es anzustarren, wobei ihr die Uhrzeit ins Auge stach.

02:59 Uhr.

Das war ja wohl ein Scherz!

Langsam führte sie den Hörer wieder zu ihrem Ohr und hörte wie der Typ ihr lallend noch mal die Adresse gab von der er abgeholt werden wollte. Dieses Mal jedoch nicht ohne auszulassen, was er von so einem langsamen Service hielt.

„Wir schicken ihnen ein Taxi. Es wird in zehn Minuten da sein!" Sie wusste selbst nicht recht was sie dazu trieb, aber um drei Uhr nachts schien ihr schlechtes Gewissen Pause zu haben. Vielleicht hätte sie einem freundlicheren Menschen höflich erklärt, das er sich verwählt hatte, aber diesem hier nicht.

Sollte er doch sehen wie er nach Hause kam!

„Na also!" Nuschelte Mr. Unverschämt Bindestrich Dreist. „Geht doch, Schnecke!"

„Aber gerne!" Fauchte sie, unterbrach die Verbindung und donnerte das Telefon zurück in die Ladestation.

Ihr Vater hatte recht gehabt, wer schon einen Doppelnamen trug, von dem konnte man nichts erwarten. Schon gar nicht betrunken die Nummer einer Taxizentrale zu wählen, oder schlau genug zu sein, diese in der Kurzwahl zu haben.

„Unfassbar!"

Damit ließ sie sich zurückfallen und schloss erneut die Augen, doch es dauerte mehr als eine halbe Stunde bis die Wut über diese später Störung verraucht war und sie wieder einschlafen konnte.


Dieses Mal war sie nicht mal mehr verwundert sich im altbekannten Szenario wieder zu finden. Schließlich konnte man sich an alles gewöhnen. Dieses Mal schien Morpheus –Gott der Träume –jedoch gewillt zu sein ihr Licht zu spenden.

Ihre Augen verzogen sich zu Schlitzen, als sie den bösen Humor dahinter erkannte.

Die Fackel, die an einer steinernen Wand unbekümmert vor sich hin brannte, reichte vielleicht nicht aus um ihr jedes einzelne Detail des Raumes zu zeigen in dem sie sich befand, wohl aber für die eisernen Gitterstäbe die sich direkt vor ihr befanden.

Für einen Augenblick starrte sie fassungslos auf die vor sich hin rostenden Eisenstäbe. Sie ragten vom Boden bis zur Decke und ihr Hirn brauchte einen Moment um sie dazu erinnern das ein Raum dreidimensional war.

Langsam drehte sie sich zu ihrer rechten und mit einem Mal spürte sie wieder das Kribbeln auf ihrer Haut, dass sie schon neulich Nacht wahrgenommen hatte.

Mit einem Ruck vollbrachte sie eine 180° Drehung und sie schnappte erschrocken nach Luft. An der gegenüberliegenden Wand, keine drei Meter von ihr entfernt war ein Mann.

Nicht irgendein Mann.

Es war der selbe Mann der beim letzten Mal so unsanft zwischen den Quasimodos hergeschleift worden war. Sie hätte nicht sagen können, warum sie sich so sicher war. Schließlich hatte sie nicht viel mehr als seine Haare und seine zerfetzten Klamotten gesehen, aber sie hätte Mark und Bein darauf geschworen.

Vielleicht nicht zu letzte wegen der abgehakten Atmung und dem schmerzerfüllten Keuchen. Beides war leise, aber nun da sie sich darauf konzentrierte deutlich wahrzunehmen.

Ryn schluckte schwer. Er war mit eisernen Fesseln an die Wand angekettet. Die Eisen die seine Arme umschlangen besaßen jeweils einen stabilen Ring, durch den Ketten gezogen waren die weiter oben an der Wand in einen weiteren Ring übergingen. So fest wie sie angezogen waren, verhinderten sie das er in sich zusammen sinken konnte.

Seine Arme spannten sich straff an der Wand entlang und waren so blutbesudelt, dass es schwer war sich davon loszureißen und den Rest seiner Erscheinung zu betrachten.

Oberkörper und Kopf folgten der Schwerkraft und hingen schaff nach vorne, was in Anbetracht seines Zustandes nicht weiter verwunderlich war. Nichts desto trotz wirkte seine Haltung seltsam unnatürlichen Haltung.

Sie brauchte einen Moment um dahinter zu kommen, was sie so störte, dann wurde ihr bewusst das man ihn so angebunden hatte das er nicht richtig sitzen konnte.

Dazu waren die Ketten zu straff gebunden. Um einen einigermaßen bequemen Halt zu finden, hätte er die Beine anziehen müssen, doch bei dem Anblick den er bot, war sie nicht sicher ob er überhaupt dazu in der Lage war.

Ihr wurde bewusst das sie regelrecht in der Bewegung erstarrt war und ihn schlichtweg anstarrte. Es war hell genug und seine Kleidung ausreichend zerfleddert, um die zahlreichen Verletzungen auszumachen.

Und von einem Moment zum anderen setzte ihre Medizinerverstand ein. Nur weil sie Tierärztin werden wollte hieß nicht das sie Menschen gerne leiden sah. Ein wohl menschliches -vielleicht auch weibliches- Bedürfnis dem Mann zu helfen, brachte sie schließlich zur Besinnung.

Ohne weiter darüber nachzudenken überwand sie den Raum und kniete sich neben ihm nieder.

Er stank entsetzlich.

Eine Mischung aus Blut, Dreck und Schweiß.

Ryn bemühte sich durch den Mund zu atmen und streckte vorsichtig ihre Hand aus um seinen Kopf zurück zu lehnen.

Je näher sie ihm kam um stärker wurde das Prickeln auf ihrer Haut und als sie ihn letztlich berührte breitete sich eine angenehme Wärme in ihr aus.

Was war das nur für ein seltsamer Traum?

Sie schluckte und so vorsichtig sie konnte verlagerte sie seinen Kopf in seinen Nacken. Das schwarze Haar war lang, fettig und verknotet und passte perfekt zu dem ungepflegten, blutverklumpten Bart der den größten Teil seines schweißbedeckten Gesichts einnahm.

Über seine Stirn und linke Wange zogen sich blutverkrustete Striemen, die so aussahen, als wären sie mit einem scharfen Gegenstand zugefügt worden.

Am rechten Haaransatz konnte sei eine Platzwunde ausmachen. Sie war frisch und das Blut das dort durchgebrochen war, war nur teilweise von der dunklen Augenbraun aufgehalten worden, so das es sein rechtes Augenlied bedeckte.

Sein Gesicht war schrecklich zugerichtet, von dem Rest seines Körper ganz zu schweigen. Soviel konnte sie auch ohne ausführliche Begutachtung feststellen.

„Oh mein Gott, was hat man dir nur angetan?" Flüsterte sie entsetzt und strich so sanft sie konnte eine Haarsträhne fort, die sich in dem klebrigen Blut auf seiner Wange verfangen hatte. Sein Anblick ließ ein Gefühl von Übelkeit in ihrer Magengegend aufsteigen.

Ein zischendes Geräusch erklang und noch bevor sie reagieren konnte war sie plötzlich mit grünen Augen konfrontiert.

Er hatte die Lieder aufgeschlagen und starrte sie an. Mit einem Mal war es, als hätte ihr jemand die Kehle zugeschnürt. Fassungslos starrte sie zurück und das was sie sah, ließ keuchend nach Luft schnappen.


„Oh mein Gott! Oh mein Gott!" Hektisch sprang sie aus dem Bett und schnappte nach Luft als hätte sie gerade einen neuen Rekord in Tiefseetauchen aufgestellt.

Baal lief aufgescheucht um ihre Füße herum und gab nervöse Geräusche von sich. Ryn konnte ihr Herz immer noch gegen ihren Brustkorb hämmern hören, aber ihre Atmung begann sich langsam wieder zu normalisieren.

Ihr Blick blieb an den Büchern auf ihrem Schreibtisch hängen.

Gott es wird Zeit, dass ich das hinter mich bringe!

Aber ein Teil von ihre wollte nicht dran glauben, das sie in diesem Traum nur die Erlebnisse ihres Tages, in zugegebener Weise, ziemlich abgedrehter Form auf arbeitete.

Abgedreht?

An diesem Traum war nichts abgedreht. Das war ja das schlimme. Er war so realistisch.

Alles!

Die Kälte, die Gerüche, das Geräusch seiner mühsamen Atemzüge, das Gefühl seiner Haut unter ihren Fingerspitzen und das warme Prickeln das ihre Haut überzog.

Sie schüttelte sich und versuchte die lächerlichen Gedanken abzustreifen.

Urlaub. Ich brauche Urlaub! Richtigen Urlaub mit Strand und Sonne.

Und mit einem Mal setzte sich die Idee in ihrem Kopf fest.

Ronon Dex und die Strände der karibischen Insel wollten sie in ihren Träumen nicht aufsuchen?

Fein!

Wenn der Prophet nicht zum Berg kam musste der Berg eben zum Propheten kommen.

Die Sache mit Ronon Dex würde sich im wahren Leben wohl noch etwas schwieriger gestalten, als in ihren uneinsichtigen Träumen.

Na ja karibische Inseln wohl auch.

Aber Strand und Sonne gab es an mehreren Plätzen dieser Welt!

Jawohl! Dachte sie grimmig und anstatt sich noch einmal für zwei Stunden ins Bett zu legen, fuhr sie ihren Laptop hoch und durchforstete alle möglichen Urlaubsangebote.

Nur noch sieben Tage, Ryn!

TBC


A/N: Sorry, das ich so lange gebraucht habe um das hier zu posten (und dann habe ich es noch nicht einmal geschaft es noch einmal zu bearbeiten).

Ihr kennt das schon: Bitte erwürgt mich nicht für meine Rechtschreibung. Inhaltliche konstruktive Kritik und Anregungen sind immer willkommen.

Wie ihr merkt bin ich immer noch in der Anlaufphase und tue mich damit selbst ein wenig schwer. Ich bin jemand der sich gerne gleich ins Abenteuer schmeißt. Vielleicht sollte ich es versuchen diese Gesichte mit ihrer langsamen Herangehensweise einfach selbst als Abenteuer wahrzunehmen.

Ich bin selbst immer noch gespannt wo mich das hier hinführt. Alles oder nichts...Wie immer wahrscheinlich ^^

Zur Taxigeschichte: Meine Freundin hat das Pech das ihre Nummer und die eines örtlichen Taxiunternehmens wohl recht ähnlich sind. Sie ist schon mehr als einmal mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt worden nur um sich genuschelte Taxibestellungen anzuhören. Ich wollte das schon immer einmal in eine meiner Stories unterbringen...und tada! Auch wenn Ryn nicht so viel Glück mit ihrem Gesprächspartner hatte wie meine Freundin.

Zu Ronon Dex: Der Name fällt immer wieder -aber hey ein Mädchen wird wohl noch Träumen dürfen! Ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen Ryn zu einem Fan von Brad Pitt zu machen. Also ist sie wie ich Ronon-Fan-Girl^^

Zu Richter-Shows: Brrrrrrrrr....bestes Rohmaterial für Alpträume sag ich euch....Aktenvermerk: Nicht empfehlenswert!

LG Shandra