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Erewein

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Dies ist die Geschichte

des jungen Erewein.

So wie ich sie berichte

mag sie auch geschehen sein.

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Als junges Kind ist er verloren

in deutschen Heldensagen

und fühlt sich jetzt schon auserkoren

selbst sich ins Gefecht zu wagen.

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Ein Stock aus Holz dient ihm als Schwert

mit dem er zieht durch uns're Welt.

Bis man ihm die Chance gewährt

zu sterben als ein Held.

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Als junger Mann merkt er sodann

dass er zu spät geboren war

und er die Zeit nicht drehen kann

zurück — 8oo Jahr.

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Doch die vielen schönen Mären,

die von Helden uns erzählten,

die für die Ehr' gestorben wären

und sich für sie durch Mühsal quälten -

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sind lange schon vorbei.

Das Heldentum in uns'rer Zeit

ist nichts als Heuchelei.

Doch jener Traum bleibt sein Geleit.

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Um als großer Held zu sterben

muss er ziehen in den Krieg.

Dort sollt er rot den Grund einfärben

um zu bringen uns den Sieg.

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Und sein Umgang mit dem Schwert

erweist sich dort als nutzlos.

Denn mit Feuerwaffen er verkehrt

und er ist völlig schutzlos.

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Gefärbt hat er den Boden rot

mit seinem Blut und Feindes Schrot.

Zu seinem Glück und seiner Not

fand er dort den Heldentod.

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Unser Held sehr bald vergessen war -

ein Denkmal wurd' ihm nicht errichtet.

Doch wie seinesgleichen — vor 8oo Jahr'

wurd' ein Lied für ihn gedichtet.

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