Freitag, 17. Oktober 2008

Klein Marisol allein Zuhaus

ganz allein in diesem riesigen Haus.

Die Stille drischt mit Knüppeln auf sie ein,

die Einsamkeit erdrückt ihre Brust.a

Die Kälte lässt ihre Finger erstarren,

der Schmerz schnürt ihr die Kehle zu.

Mit jedem Atemzug wird ihr mehr bewusst,

wie allein sie auf der Welt ist.

Innerlich ganz taub und leer.

Schwebt im Vakuum-

nein, sie IST Vakuum.

Ein schwarzes Loch ohne Boden.

Sie gar nicht mehr da,

jeden Tag wird sie weniger,

von einem pummeligen Mädchen zum Strich,

zu Staub.

Endlich nimmt sie keinen unverdienten Platz mehr ein.

Endlich erfüllt sich ihr Traum:

Fliegen zu können.

Doch bis dorthin ist es noch ein langer, harter Weg

voller Einsamkeit und Schmerz

voller Hunger und Blut.

Das Blut fließt beständig

in ihr, um sie, aus ihr heraus

bis sie leer ist

bis kein Blut mehr in ihr ist.

Bis sie Staub ist.

Bis sie fliegen kann.