Das magische Buch

Eva wachte schweißgebadet auf. Einen Augenblick lang war sie so verwirrt, dass sie nicht wusste, wo sie war. Noch völlig schlaftrunken ließ sie ihnen Blick durch den Raum schweifen. Draußen regnete es und auch die karg möblierte Dachstube, in der ihr Bett stand, war wenig einladend. Das junge Mädchen brauchte einen Augenblick lang bevor sie realisierte, dass dies ihr eigenes Zimmer war. Noch völlig schlaftrunken ließ sie ihren Blick über die Wände schweifen. Dann versuchte sie sich daran zu erinnern, was vorgefallen war.

Der Tag hatte begonnen wie jeder andere: langweilig und ohne besondere Vorkommnisse. Eva stieß einen lautlosen Seufzer aus. Eigentlich war ihr ganzes bisheriges Leben ereignislos dahingeflossen. Wenn sie nur ein Junge wäre! Dann könnte sie von zu Hause weglaufen, Seemann werden und die Welt kennenlernen, in die Armee eintreten oder wenigstes Stadtschreiber werden wie ihr Vater.

Ein stechender Kopfschmerz unterbrach auf äußerst unsanfte Weise den Tagtraum des Mädchens. Vorsichtig massierte sie sich mit den Fingerspitzen die Schläfen. Dann rekapitulierte sie die Ereignisse der letzten Stunden.

Heute Morgen hatte man sie auf den Markt geschickt um Gemüse zu kaufen. Diese Aufgabe hatte Eva die willkommene Gelegenheit geboten, einen kleinen Umweg zum Antiquariat in der Domstraße zu machen.

Sie brachte es niemals über sich, an irgendeiner Buchhandlung vorbeizugehen ohne hineinzuschauen, aber dieser Laden übertraf alle anderen Geschäfte seiner Art, so wie der Wal alle anderen Meeresbewohner an Größe übertraf. Das Antiquariat war eine Königin unter den Buchhandlungen, ein Ort, der sie geradezu magisch anzog. Schon der bloße Anblick der ledergebunden Bücher, die sich dort auf den Regalen stapelten, versetzte Eva in eine derartige Hochstimmung, dass sie die Welt um sich vergaß.

So war es auch an diesem Vormittag gewesen, aber dann war etwas Ungewöhnliches geschehen: Nachdem die Büchernärrin einige Regale durchstöbert hatte, hatte ein Fremder ihr ins Ohr geflüstert: „Im Keller gibt es noch weitere Bücherregale, aber sie stehen nur denen zur Verfügung, die danach fragen. Dort findest du das Buch, nach dem du schon dein Leben lang suchst."

Diese Worte hatten Eva in eine zuvor unbekannte freudige Vorahnung versetzt.

Erstaunlicherweise hatte der - sonst so mürrische - Buchhändler ihr ohne weiteres die Kellertür aufgeschlossen und so hatte Eva seinem unterirdischen Reich einen Besuch abstatten können. Dort standen Kisten mit Büchern, die älter waren und schöner gebunden als alle, die Eva jemals gesehen hatte. Besonders ein kleines Buch mit rotem Einband und Goldschnitt hatte es ihr angetan. Sie hatte gewusst, dass sie es kaufen musste, koste es, was es wolle! Eva hätte gelogen, gestohlen oder sogar gemordet, um dieses Buch zu besitzen, aber leider war der Buchhändler ihr gefolgt. Unmöglich, sich das Buch widerrechtlich anzueignen!

„Das Buch ist nicht zu verkaufen", hatte er der grantige alte Mann sie angeknurrt, aber Eva hatte ihn gebeten, hatte gebettelt, ihn geradezu angefleht und schließlich hatte der Buchhändler nachgegeben.

„Wenn dein Herz daran hängt", hatte er gesagt und ihr das Objekt ihrer Begierde in die Hand gedrückt, „Mir kommt es vor allem darauf an, dass meine Bücher in gute Hände kommen."

Als Eva die Buchhandlung wieder verlassen hatte, war sie in ein Gewitter geraten, aber sie hatte nicht darauf geachtet, war nicht einmal auf die Idee gekommen, sich unterzustellen, sondern war durch den Regen geeilt, um so schnell wie möglich nach Hause zu kommen.

Wie eine Schlafwandlerin hatte sie den Rest des Tages durchlebt, hatte bei der Hausarbeit geholfen und mit den anderen Frauen geschwätzt. Dabei waren ihre Gedanken immer bei dem neuen Buch in ihrem Zimmer gewesen. Schließlich war Eva klar geworden, dass sie es nicht ertragen würde, bis zum Abend auf ihr Buch zu verzichten. Sie hatte also Kopfschmerzen vorgetäuscht.

„Du wirst dir doch bei diesem schrecklichen Wetter nichts geholt haben?" hatte Susanne, ihre jüngere Schwester mit besorgter Stimme gefragt. „Du siehst ganz blass aus. Am besten, du legst dich ins Bett!"

„Endlich kann ich mich unter der Bettdecke meiner Neuerwerbung widmen!" war ihr letzter Gedanke gewesen. Dann musste sie wohl eingeschlafen sein.

Das junge Mädchen schaute aus dem Fenster. Noch immer regnete es.

Dann stand sie plötzlich auf einem weiten Platz in einer großen Stadt, die sie nicht kannte. Statt Straßen gab es Kanäle, auf denen schmale, schwarze Boote fuhren. Entlang dieser Wasserstraßen standen weiße Palästen mit filigranen Balkons. Eva blickte an sich herab und staunte über die farbenfrohen Kleidungsstücke, die sie plötzlich trug. Die Glocken des freistehenden Kirchturms, der neben einer riesigen Kirche mit fünf Kuppeln stand, begannen zu läuten. Tausende von Tauben erhoben sich in die Luft. Sie kreisen über dem Platz bis das Läuten verklungen war. Dann landeten die weißen Vögel wieder und stolzierten umher, als gehöre der Platz nur ihnen allein.

Das Mädchen schaute noch in ungläubigem Staunen umher, als sich ein Diener in Livree näherte.

„Mein Herr erwartet Euch bereits", sagte er und verbeugte sich höflich. Dabei präsentierte er eine vergilbte Schriftrolle auf einem Silbertablett.

Das Mädchen griff nach der Rolle. Sie fühlte sich glatt und weich an. Offensichtlich bestand sie aus echtem Pergament. Ein großes Siegel aus rotem Lack verschloss das merkwürdige Schriftstück. Der Diener nickte ihr aufmunternd zu. Mit zitternden Händen erbrach sie das Siegel und las den Text. Es war die Einladung eines Grafen, dessen Namen ihr seltsam vertraut vorkam.

„Ich werde Euch zum Palast begleiten", bot der Diener an.

Das Mädchen fragte sich, was ihr Vater und die Schwestern wohl dazu sagen würden, aber Neugier siegte über die anerzogene Zurückhaltung. Mit klopfendem Herzen folgte sie dem Gesandten des Grafen, der sie zu einem der schwarzen Boote begleitete, die für die fremde Stadt charakteristisch waren. Eva und der Gesandte nahmen darin Platz und der Fährmann, der im Heck des Boots stand, paddelte sie mit einer langen Stange durch das unübersichtliche Gewirr der schmalen Kanäle. Die wenigen Wege waren seltsam menschenleer. Schließlich hielt das Boot vor einem Palast, dessen tragende Teile aus kostbarem, weißem Marmor gearbeitet waren, während die Mauerfüllung aus rotem Ziegel bestand.

Eine doppelläufige Treppe führte in den ersten Stock, wo sich der Ballsaal befand. Entlang des Geländers standen Diener in der gleichen Uniform wie die des Mannes, der Eva hergebracht hatte. Sie hielten Fackeln in ihren Händen, deren Schein sich im Gold des Treppengeländers spiegelte. Das Mädchen kam aus dem Staunen nicht heraus. Sie ließ ihren Blick über die verschwenderische Ausstattung schweifen. Die Wände waren überzogen mit farbenprächtigen Wandbildern, die die Taten von Helden aus der Vergangenheit zeigten.

Endlich gab sich der Graf die Ehre. Er war ein betagter Mann, aber von sehr großer Schönheit.

„Lange haben wir auf eine günstige Konstellation der Planeten gewartet um dich hierher holen zu können", sagte der grauhaarige Mann zu dem staunenden Mädchen, „Du bist dazu auserwählt worden uns zu helfen, weil du Bücher liebst. Nur du bist imstande, die Geschichte meines Vorfahren aufzuschreiben, der dieses Haus gebaut hat."

Eva fragte sich, ob der Graf sich über sie lustig machte, aber dieser fuhr ganz ernsthaft fort: „Die Stationen seines erlebnisreichen Lebens sind in dem roten Buch verzeichnet, das du bei meinem Freund, dem Antiquar erworben hast, aber die trockenen Tatsachen müssen mit Leben gefüllt werden." Der Graf zeigte auf die bemalten Wände. „Studiere also auch die Fresken des genialen, aber wahnsinnigen Malers Antonio Pazzoletto. Sie verraten mehr über meinen berühmten Vorfahren als hundert Chronisten es vermögen."

„Ich lasse dich eine Weile allein mit den Bildern", sagte der Graf fast beiläufig und schon fand sich die Tochter des Stadtschreibers allein im Festsaal wieder. Staunend betrachtete sie die farbenprächtigen Wandbilder des wahnsinnigen Italieners. Sie illustrierten heroische Taten und große Gefühle. Eva sah Bilder der Gewalt, des Triumphes und der aufwallenden Leidenschaften. Obwohl das Mädchen nur wenige Zeilen in ihrem neuen Buch gelesen hatte, verstand sie doch alles.

Während sie noch mit offenem Mund dastand und sich ganz unwirklich fühlte, doch zugleich den Eindruck hatte, endlich heimgekehrt zu sein, wurde Eva plötzlich von einem schwarzen Sog ergriffen. Eine große Kraft, der sie nichts entgegenzusetzen hatte, zog sie aus dem Palast. Alles schrumpfte, wurde schwarz und dann wieder gleißend hell.

„Du musst etwas essen", hörte Eva eine Stimme sagen, die ihr seit der Kindheit vertraute war. Es war die alte Haushälterin. In ihren Händen hielt sie eine Terrine mit Kraftbrühe.

Aber Eva wollte nicht essen. Sie war wütend. Warum hatte man sie von den Wandbildern weggeschleppt? Sie fühlte, wie ihr Tränen in die Augen schossen.

„Ich bin nicht krank", protestierte sie mit bebender Stimme, „sondern ich habe eine anstrengende Reise in eine andere Zeit gemacht. Deshalb fühle ich mich so müde."

Die alte Haushälterin schüttelte den Kopf.

„Du hast dir im Regen eine böse Erkältung geholt. Zwei Tage hast du im Fieber phantasiert, aber jetzt scheint es dir endlich wieder besser zu gehen."

Eva rieb sich die feuchten Augen und schaute sich um, noch ganz benommen vom Schlaf oder litt sie tatsächlich unter einem Fieber? Die Fresken waren und blieben verschwunden, hatten Platz gemacht für die weiß getünchten Wände der spärlich möblierten Dachstube. Wie hypnotisiert starrte Eva auf das kalkige Weiß, das sie umgab. Wie hatte sie es nur ihr ganzes bisheriges Leben land in dieser trostlosen Umgebung ausgehalten?

Die Haushälterin setzte sich auf die Bettkante und begann das junge Mädchen zu füttern, als sei sie ein kleines Kind.

Rein mechanisch öffnete Eva den Mund und schluckte. Die heiße Brühe tat ihr gut.

„Schlaf noch etwas", forderte die Haushälterin sie mit besorgter Stimme auf. Dann zog sie sich wieder zurück.

Kaum war Eva wieder allein im Raum, holte sie das Buch mit dem roten Einband unter ihrem Kopfkissen hervor. Ihre Hände zitterten, als sie die Metallverschlüsse des Deckels öffnete.

Dann stockte ihr der Atem. Sie konnte es nicht fassen, was sie sah, beziehungsweise was sie nicht sah. Die wurmstichigen Pergamentseiten waren leer. Der Text, in den sie am Vortag studiert hatte war verschwunden!

Mehrere Minuten lang starrte das junge Mädchen fassungslos auf die leeren Blätter. Dann verstand sie. Es war an ihr, das Buch zu schreiben, die Seiten mit Buchstaben zu bedecken. Der Graf hatte ihr schließlich den Auftrag dazu gegeben.

Eva wurde allmählich wieder gesund und alles ging wieder seinen gewohnten Gang, aber für Eva war nichts mehr wie es war. Sie musste sich zu allem zwingen, was vorher reine Routine war. Immer und überall lockte das Buch. Es rief geradezu nach ihr.

„Komm und schreib mich", hörte das Mädchen eine Stimme in ihrem Kopf flüstern. Sie ähnelte der Stimme des Grafen. Schließlich hielt es Eva nicht länger aus.

„Gertrud", sagte sie unvermittelt zu ihrer ältesten Schwester, „ich fühle mich noch immer zu schwach um zu arbeiten. Ich lege mich etwas hin."

„Die Krankheit kenne ich! Früher nannte man sie Faulheit", brummte die Schwester und Eva hoffte, dass sie nicht einmal selbst so missmutig und verhärmt werden würde, „Immer bleibt alles an mir hängen!"

Eva verspürte einen Augenblick lang den Stich des schlechten Gewissens, denn im Grunde ihres Herzens wusste sie, dass ihre Schwester Recht hatte, aber die Anziehungskraft des Buches war größer als ihr Pflichtbewusstsein.

Wie eine Schlafwandlerin ging sie die Treppe hoch, aber sie legte sich nicht hin, sondern setzte sich an ihren Tisch und begann zu schreiben. Wie von selbst glitt die Feder über das Pergament.

Das Tappen von Füssen, die die Holzdielen knarren ließen, schreckte sie auf. Sie fuhr zusammen, wie ein auf frischer Tat ertappter Verbrecher. Beklommen schaute das Mädchen sich um, aber sie sah keinen Eindringling. Sie stand auf, ging mit weichen Knien zur Tür und riss sie auf, konnte aber den Urheber der Schritte nicht ausmachen.

Immer noch zitternd, nahm Eva ihre Schreibutensilien und zog sich unter die Bettdecke zurück. Sie begann wieder zu schreiben. Es war erstaunlich, wie viele Details ihr im Gedächtnis geblieben waren.

In den folgenden Tagen nutzte Eva jede freie Minute, um sich in ihr Zimmer zurückzuziehen und weiterzuschreiben. Ihre Feder führte noch immer ihre Hand. Es war, als ob ihr eine Stimme aus der Vergangenheit diktierte, die nur sie selbst hören konnte. Eva brauchte nur das Buch zu öffnen und schon war die Stimme des Grafen in ihrem Kopf. Sie berichtete von Reisen in Länder, die auf keiner Landkarte verzeichnet waren, von der Eroberung fremder Reiche, von haarsträubenden Abenteuern und von schönen Frauen.

Bald erschien dem jungen Mädchen alles als Zeitverschwendung. Selbst die Mahlzeiten und der nächtliche Schlaf wurden ihr lästig. Mittlerweile war ihr auch egal, was ihre Schwestern und die alte Haushälterin von ihr dachten. Der Vater hatte sich nie besonders für die Erziehung seiner Töchter interessiert und bemerkte daher nichts von den Veränderungen, die in seinem Haushalt stattgefunden hatten.

Je mehr Eva über den Vorfahren des Grafen erfuhr, desto stärker war die Faszination, die von ihm ausging. In ihren Träumen sah sie ihn als schönen jungen Mann, der aber dem alten Grafen ähnelte, der sie in der Stadt mit den Kanälen empfangen hatte.

So verging ein Monat. Noch immer füllten sich die Seiten wie von selbst, aber schon näherte Eva sich der letzten Seite des Buches mit dem roten Einband. Bald würde sie das Antiquariat aufsuchen müssen, um ein neues zu erwerben.

Dann kam der Tag, an dem der ganze Band mit Buchstaben angefüllt war. Eva schloss die Messingbeschläge des Deckels. Dann erst bemerkte sie, dass sie nicht allein im Raum war. In der Tür stand ein Mann in der Kleidung der fremden Stadt, die Eva besucht hatte. Es konnte keinen Zweifel daran geben, dass dies der Mann war, dessen Lebensbeschreibung Eva verfasst hatte. Der Fremde sah aus wie das verjüngte Abbild des alten Grafen. Eva meinte noch nie eine derart ausgeprägte Familienähnlichkeit gesehen zu haben, aber dann bemerkte sie auch Unterschiede. Es war das gleiche Gesicht und doch ganz anders.

„Es gibt dich also wirklich!" rief das junge Mädchen verblüfft aus. „Ich befürchtete manchmal, ich hätte dich erfunden."

Der junge Mann lächelte: „Aber selbstverständlich gibt es mich. Du hast mich so liebevoll beschrieben, dass ich wieder zum Leben erwacht bin. Du bist es, der mich erschaffen hat."

„Träume ich?" fragte Eva zaghaft. Alles kam ihr ganz unwirklich vor.

„Es ist ein Traum, der Wahrheit geworden ist", versicherte der Fremde, der ihr von Anfang an vertrauter war, als ihre eigene Familie.

„Soll ich dir meinen Text vorlesen?" fragte Eva, die nicht wusste, was sie sagen sollte.

„Das ist nicht nötig. Ich weiß, was du geschrieben hast. Ich kenne jedes einzelne Wort und weiß, dass alles der Wahrheit entspricht."

Der Abend kam und ihre Familie wunderte sich, dass Eva am Esstisch fehlte. Sie hatte sich zwar in letzter Zeit ziemlich merkwürdige verhalten, aber das Abendessen hatte sie doch nie versäumt.

„Jetzt muss ich wohl auch noch die Treppen hochsteigen, um das junge Fräulein persönlich einzuladen", sagte Gertrud. Unmut lag in ihrer Stimme. „Bestimmt hat Eva bei der Lektüre eines ihrer nutzlosen Bücher die Zeit vergessen."

Seufzend stand sie auf.

„Seit Wochen hat sie mir nicht geholfen", brummelte Gertrud beim Gehen vor sich hin. „Alles bleibt immer an mir hängen! Vater und die Haushälterin sind wirklich zu nachgiebig mit ihr!"

Minuten später durchschnitt ein schriller Schrei die Stille. Gertrud war noch immer in der Dachkammer. Die anderen sprangen auf und rannten die Treppe hinauf, aber sie kamen zu spät.

Eva lag tot auf ihrem Bett. In ihren Händen hielt sie ein kleines Buch leeren Seiten. Auf dem seltsam verklärten Gesicht des Mädchens schwebte noch ein glückliches Lächeln. Nie hatte sie schöner ausgesehen als an diesem Abend.

FP_/01.10.2009 / Seite6