1. Der Alchimist

„Das ist ja noch viel schlimmer, als ich gedacht habe", rief Miranda aus, als sie das Durcheinander im Labor des Alchimisten sah.

Er hatte ihr strengstens verboten, diesen Raum zu betreten. Aber dies hatte sie umso neugieriger darauf gemacht, was sich wohl hinter der Tür der Dachkammer verbergen mochte, in die er sich manchmal mit dem Apotheker einschloss.

Erst seit einer Woche arbeitete Miranda als Dienstmädchen im Haushalt des Alchimisten Samuel Vogel und dies war das erste Mal, dass sie allein im Haus war. Glücklicherweise hatte ihr Dienstherr nie bemerkt, dass in allen Schlössern des Hauses die gleichen Schlüssel steckten uns so war es Miranda ein Leichtes, die Abwesenheit des Hausherrn auszunützen, der in Rodenstein einen Kollegen im Gefängnis besuchte. Dieser hatte beim Experimentieren das Haus zum Einsturz gebracht, in dem er zur Miete wohnte und Miranda hoffte, dass ihr Arbeitgeber fähiger war.

Sie war darauf gefasst gewesen, ein typisches verwahrlostes Junggesellenzimmer vorzufinden, aber nichts hatte sie auf den Anblick vorbereit, der sich ihr hinter der Tür bot.

Von der Decke hing ein ausgestopftes Krokodil, das sie mir kalten Reptilienaugen anstarrte. Auf den Brettern der Regale türmten sich Gefäße aller Art, die meisten schlecht verschlossen und alle von einer dicken Staubschicht bedeckt. Miranda wollte lieber nicht wissen, was sie enthielten. Ihr genügte der Anblick der in Alkohol konservierten toten Kröte auf dem Fensterbrett.

Miranda fragte sich, wie viele Jahre der Alchimist wohl gebraucht hatte, um all diese Zettel, die überall herumlagen mit Formeln zu bedecken.

Nein, sie würde hier nicht putzen, wie sie es vorgehabt hatte, um ihrem neuen Dienstherrn eine Freude zu bereiten! So hatte sie sich ihren ersten Arbeitsplatz wirklich nicht vorgestellt.

Mirandas Blick fiel auf eine Flasche, deren Etikett verriet, dass sie Apfelsaft enthielt und ihr kam ins Bewusstsein, wie durstig sie war. Dies lag sicher an der staubigen Luft in der Dachkammer.

Miranda schaute sich nach einem Trinkgefäß um, konnte aber keines finden. Ein großes Reagenzglas, mit dem ein Stoß Zettel beschwert war, würde einen guten Ersatz bieten.

Miranda goss sich etwas Saft ein. Er war geruchlos, hatte aber eine ansprechende, gelbe Farbe. Leider hielt der Geschmack nicht, was der Anblick versprach. Miranda verzog das Gesicht. Das seltsame Gebräu war bestimmt uralt!

Vielleicht wurde das Zeug etwas genießbarer, wenn man es mit Wasser verdünnte? Miranda goss etwas Wasser aus einem Waschkrug, der auf einer Kommode herumstand in das Reagenzglas. Mit zusammengekniffenen Augen genehmigte sie sich einen kleinen Schluck, fand aber den Geschmack weiterhin so schal, dass sie es nicht über sich brachte, alles zu trinken.

Mit einem herben Gefühl der Enttäuschung verließ Miranda die Dachkammer und stieg mit leicht weichen Knien die Treppe hinab. Dies lag bestimmt am dem seltsamen Gebräu liegen, das sie leichtsinnigerweise getrunken hatte!

In der Küche schüttete sie ein Glas klares Wasser herunter, aber sie konnte den unangenehmen Nachgeschmack im Mund nicht loswerden. Außerdem war sie noch immer ziemlich benommen.

Etwas frische Luft wird dir gut tun, dachte sie und holte ihr Einkaufnetz. Als sie die Haustür abschloss, fühlte sie sich seltsam leicht.

Ganz plötzlich wuchsen die Nachbarhäuser in den Himmel. Auch die Alleebäume waren nun riesig und zwischen den Rosensträuchern im Garten hätte sie spazieren gehen können wie in einem Wald, so riesig waren sie.

Miranda schaute vorsichtig an sich herab und erkannte mit Schrecken, dass es in Wahrheit sie selbst war, die sie sich verändert hatte, denn plötzlich fühlte sie, wie sie schrumpfte, wie ihr Federn sprossen und wie ihr ein Schnabel wuchs. Ehe sie es sich versah war sie ein kleiner Vogel, nach der matten braunen Farbe ihrer Federn zu schließen ein Sperling.

Das war kein Apfelsaft, was ich getrunken habe, realisierte sie ganz plötzlich, sondern ein Zaubertrank. Ein eisiger Schreck durchfuhr sie. Würde sie jetzt ihr gesamtes Leben als Vogel verbringen müssen, nur weil sie einmal so unvorsichtig gewesen war den falschen Saft zu trinken? Zitternd saß Miranda am Boden. Sie kam sich vor als durchlitte sie einen Albtraum, aber es gab kein Erwachen. Was sollte sie nur tun?

Miranda sagte sich, dass falls ihr jetzt noch helfen konnte, dann allenfalls der Alchimist, der dieses Gebräu hergestellt hatte. Das klang vernünftig, aber trotzdem gefiel Miranda dieser Gedanke gar nicht, denn vom ersten Arbeitstag an hatte sie eine instinktive Furcht vor dem finsteren alten Mann gehabt.

Ein schwarzer Schatten senke sich auf sie hinab. Miranda erschrak halb zu Tode. Sie wusste nicht, wohin sie fliehen sollte, bevor sie realisierte, dass es der Fuß eines Kindes war, der sie nur verfehlte. Miranda hüpfte erschrocken zum Straßenrand. Dann erst kam ihr ins Bewusstsein, dass sie mittlerweile sicherlich fliegen konnte. Sie sah sich um und staunte über eine Amsel, die im Sturzflug heruntertauchte, um einen Krümel vom Bürgerstein aufzupicken.

„Hallo Amsel!" rief sie dem schwarzen Vogel nach, „kannst du mir das Fliegen beibringen?"

Aber die Amsel würdigte sie keines Blickes, sondern sie beschämte Miranda indem sie unglaublich akrobatisch durch eine Taubengruppe hindurchflog um ihnen ihre Beute – einen großen Krümel - wegzuschnappen.

Ich muss es einfach versuchen, dachte Miranda. Ich kann unmöglich auf meinen kurzen Sperlingsbeinen bis zum Gefängnis von Rodenstein hüpfen.

Sie breitete die Flügel aus und diese begannen zu schlagen, als ob sie ein Eigenleben führten. Miranda erhob sich in die Luft, umkreiste einen Rosenstrauch ohne sich an den Dornen zu verletzen und landete wieder.

Das ist ja gar nicht so schlecht für den Anfang, dachte sie. Jetzt mache ich mich auf den Weg in die Nachbarstadt.

Zuerst flatterte sie von Baum zu Baum. Dann wurde sie kühner. Nie hätte sie sich vorstellen können, dass das Fliegen soviel Spaß machte. Bald hatte sie den Ort verlassen, doch noch immer war die Nachbarstadt nicht am Horizont zu sehen. Miranda kannte sie gut, denn sie hatte in Rodenstein die Schule besucht. Zu Fuß hatte sie für die Strecke eine knappe Stunde gebraucht, aber häufig hatte sie auch einer der Fuhrmänner mitgenommen. Miranda realisierte, dass sie unterschätzt hatte wie lang der Weg für einen kleinen Vogel war. Die Felder, die sich zwischen den beiden Orte ausdehnten schienen kein Ende zu nehmen.

Auf einem abgeernteten Acker saßen einige Krähen, die nach übrig gebliebenen Körnern pickten. Plötzlich, als hätten sie ein Kommando dazu erhalten, flogen sie alle auf. Miranda schaute sich um. Dann blickte sie zum Himmel und ein eisiger Schauer fuhr ihr über den Rücken, denn über ihr kreiste ein riesiger brauner Greifvogel. Sie wusste nicht, ob es ein Bussard oder ein Milan war, denn von diesen Dingen verstand sie nichts, aber sie war sich sicher, dass Sperlinge auf der Speisekarte dieses Vogels standen.

Miranda flatterte so schnell sie ihre kleinen Spatzenflügel trugen auf eine alte Scheune am Wegrand zu. Sie wagte es nicht, zurück zu blicken, war sich aber sicher, dass der Räuber ihr folgte. Fast meinte sie das Schlagen seiner riesigen Schwingen im Nacken zu spüren.

Miranda flog weiter. Endlich lag die Scheune zum Greifen nahe vor ihr. Miranda schlüpfte durch das schmale Loch, das eine herabgefallene Schindel hinterlassen hatte. In Sicherheit! Sie schaute durch die Bresche, sah aber nur den blauen Himmel.

Der große Vogel saß auf dem Feld. Er hatte eine Krähe geschlagen. Es hat auch seine Vorteile klein zu sein, dachte Miranda.

Noch immer schlug ihr Herz heftig gegen ihre Brust und sie atmete schwer. Als sie sich wieder etwas beruhigt hatte hörte sie das leise Schlagen von Flügeln. Ein eisiger Schauder durchfuhr sie. Sie war nicht allein auf diesem Dachboden! Halb starr vor Angst ließ sie ihren Blick über den dunklen Speicher schweifen. Es war nicht schwer, die Verursacher des Geräusches zu finden: An der Decke hingen kopfunter mehrere Dutzend große Fledermäuse, die hier den Tag verschliefen. Eine von ihnen schlug im Traum mit den Flügeln.

Miranda fluchte innerlich. Nichts, wie weg von hier, ehe sie aufwachen! Zwar konnte sie sich nicht vorstellen, dass Fledermäuse Spatzen fraßen, aber Miranda graute es trotzdem vor ihnen.

Glücklicherweise hatte sie mittlerweile den größten Teil des Weges zurückgelegt. Miranda konnte gut nachvollziehen, warum die meisten Sperlinge in den Siedlungen der Menschen lebten. Die wenigen Artgenossen, die sie auf den Feldern bemerkt hatte, waren kleiner als sie selbst und wirkten äußerst scheu, kein Wunder bei den Gefahren, die hier überall lauerten.

Endlich erreichte sie Rodenstein mit seiner Stadtmauer, seinen schiefergedeckten, engen Häusern und seinen spitzen Kirchtürmen. Die Stadt war wesentlich größer als Mirandas Heimatort Mühltal und sie hatte keine Ahnung, wo sich das Gefängnis befand, denn glücklicherweise hatte sie in ihrem kuren Leben noch niemals mit dergleichen Dingen zu tun gehabt.

Miranda ärgerte sich, dass sie nicht nach dem Weg fragen konnte. Sie hoffte, dass sich das Gefängnis – wie alle repräsentativen Bauten der Stadt - im Zentrum befand, aber sie wusste es nicht. Miranda flog also zum Marktplatz, wo sie zu ihrer großen Erleichterung tatsächlich ein Gebäude mit der Inschrift „Amtsgericht" fand. Es war im ersten Stockwerk über einem überdachten Laufgang mit einem abweisenden Gebäude mit vergitterten Fenstern verbunden, bei dem es sich um das Gefängnis handeln musste.

Miranda kam keinen Augenblick zu früh, denn der Alchimist kam gerade aus dem Eingang des Gefängnisses spaziert. Eigentlich hatte Miranda vorgehabt, ihn um Hilfe zu bitten, aber einem spontanen Impuls folgend, gab sie sich nicht zu erkennen, sondern verfolgte ihn in der Luft. Dies war eine einmalige Gelegenheit, herauszufinden, was er tat, wenn er – wie so oft - den ganzen Tag unterwegs war und abends sichtlich gut gelaunt zurückkehrte. Vielleicht konnte Miranda etwas Nützliches dabei lernen! Außerdem war sie schlicht neugierig.

Der Alchimist bestieg eine Mietdroschke, die offensichtlich auf ihn wartete und Miranda setzte sich auf deren Dach. Der Kutscher knallte mit seiner Peitsche und das Pferd setzte sich in Bewegung. Die Straßen zogen an Miranda vorbei und dies gefiel er weit besser als der anstrengende Flug in die Stadt.

Als die Kutsche die Stadt hinter sich gelassen hatte und durch die Felder fuhr, fürchtete sich Miranda so sehr, dass sie ernsthaft erwog, unter die Kutsche zu fliegen, aber sie fasste sich ein Herz und blieb auf den Dach sitzen. Nach einer nervenaufreibenden Fahrt erreichte Miranda aber schließlich unbeschadet ihre Heimatstadt.

Die Droschke bog in die Straße ein, in der der Alchimist wohnte und Miranda fühlte Enttäuschung in sich aufsteigen. Offensichtlich kehrte der Alchimist schlicht in seine Wohnung zurück. Sie hätte genauso gut zu Hause auf ihn warten können, ohne die Bekanntschaft von Raubvögeln und Fledermäusen zu machen!

Mit einem Ruck, der Miranda fast vom Dach fallen ließ, stoppte die Mietdroschke. Der Alchimist stieg aus, bezahlte den Kutscher aber nicht. Miranda fasst neue Hoffnung. Offenbar war die Reise noch nicht zu Ende. Zu Mirandas Freude wartete die Kutsche auf der Straße, während der Alchimist das Haus betrat.

„Miranda!" hörte sie ihn rufen und fast wäre sie ins Haus geflogen, aber ihre Neugierde war stärker als die Angst vor Strafe.

„Miranda!" brüllte der Alchimist so laut, dass es bestimmt alle Nachbarn hörte, „du faules Mädchen, wo steckst du nur?" Miranda fragte sich, womit sie es nur verdient hatte, für einen derart despotischen Mann zu arbeiten. Er war noch schlimmer als ihr Vater und das wollte etwas heißen.

Kurze Zeit später öffnete sich die Haustür und der Alchimist trat mit einem kleinen Koffer in der Hand auf die Straße.

Nachdem er dem Kutscher eine Adresse genannt hatte, setzten sich die Pferde in Bewegung. Die Fahrt endete vor einem herrschaftlichen Haus in der Nachbarschaft.

Die kurze Strecke hätte der Alchimist auch laufen können, dachte Miranda, erinnerte sie aber dann daran, dass dieser schon recht alt war. Wie alt vermochte Miranda nicht zu schätzen, aber er war sicher der älteste Mann, den sie jemals gesehen hatte.

Der Alchimist stieg schwerfällig aus und drückte dem Kutscher ein paar Münzen in die Hand. Offensichtlich hatte er kein Trinkgeld gegeben, denn der Kutscher bedankte sich nicht.

Der Alchimist durchquerte den Vorgarten der Villa und zog am Klingelzug. Augenblicklich wurde die Haustür von einer auffallend schönen Frau geöffnet, die einen verängstigten Eindruck machte. Miranda wunderte sich, denn derartige Bekanntschaften hätte sie dem alten Mann nie zugetraut. Sie beschloss, so bald wie möglich zu kündigen, bevor der Alchimist noch auf die Idee kam ihr unmoralische Angebote zu machen.

Miranda, die weiterhin sehr neugierig war flatterte zum Fensterbrett eines Eckzimmers, aus dem nun leise Stimme drangen. Glücklicherweise war das Fenster schräg gestellt.

„Also, haben Sie nun endlich das Geld besorgt", fragte der Alchimist ohne Umschweife.

Die junge Frau wirkte, als ob sie gleich in Tränen ausbrechen würde.

„Ich habe mein goldenes Diadem verkaufen müssen. Es war das einzige Erbstück, das mir meine Mutter hinterlassen hat", klagte sie.

„So haben Sie also das Geld?", fragte der Alchimist, der völlig unberührt vom Leid der traurigen Frau war."

„Ja", sagte diese so leise, dass Miranda sie kaum verstand, „kann ich mich wirklich darauf verlassen, dass dann niemand von Heinrich und mir erfährt?"

Der Alchimist nickte.

„Ich verstehe noch immer nicht, wie Sie das herausbekommen haben?" klagte die Frau. „Wenn das mein Mann erfährt, er wird mich umbringen!"

Der schreckliche Verdacht, der in Miranda aufgestiegen war wurde zur Gewissheit: der Alchimist war ein Erpresser! Deshalb mangelte es ihm nie an Geld für seine seltsamen Experimente.

Plötzlich schrumpften das Fenster und alles, was sie umgab. Sie fiel vom Fensterbrett und landete unsanft auf dem Bürgersteig. Das hätte bös ausgehen können, wenn sie sich in einer höheren Etage befunden hätte! Aber wenigstens hatte sie ihre menschliche Gestalt zurückerlangt.

Sie rappelte sich auf und schaute auf das Schlimmste gefasst durch das Fenster. Der Alchimist starrte zurück. Er lief zur Tür und Miranda flüchtete. Sie rannte zurück zu seinem Wohnhaus, das glücklicherweise nicht fern war, immer gefolgt von dem wütenden Alchimisten, der für einen alten Mann erstaunlich schnell lief.

„Das wirst du mir büssen", schrie er ihr nach.

Miranda schloss die Haustür auf, schnappte sich den Küchenschlüssel und rannte die Treppe hoch. Hinter sich hörte sie das Keuchen des Alten, der ziemlich außer Atem geraten war, aber noch immer war er ihr auf den Fersen.

Sie schloss die Tür der Dachkammer auf, stürzte in das Labor, öffnete die Dachluke, ergriff die Apfelsaftflasche und leerte sie in einem Zug. Dies kostete sie einige Überwindung, so schlecht wie das Gebräu schmeckte. Wie Miranda gehofft hatte, verwandelte sie sich diesmal augenblicklich, denn sie hatte eine viel größere Dosis des Zaubertranks zu sich genommen.

Bevor sie durch die Luke geflogen war, sah sie, dass der Alchimist das halbgefüllte Reagenzglas an die Lippen führte, dass auszuleeren sie vergessen hatte.

Miranda hatte einen Vorsprung, aber wohin sollte sie fliegen, erschöpft wie sie mittlerweile war?

Auf einer Platane sah sie einige andere Sperlinge und sie beschloss, sich unter sie zu mischen, denn sie bezweifelt, dass der Alchimist sie als Vogel wieder erkennen konnte und außerdem erwartete er sicher, dass sie flüchtete.

Kurze Zeit später kam ein Sperling mit stumpfen, glanzlosem Gefieder aus dem Dachfenster geflattert. Mit angezogenen Flügeln segelte er im Kreis herum. Miranda zog den Kopf ein und plusterte sich auf.

„Was hast du eigentlich hier verloren?" fuhr sie plötzlich ein matronenhafter Sperling an. „Such dir gefälligst ein anderes Revier. Wir werden schon ohne dich kaum alle satt!"

„Ich bin nur auf der Durchreise", flüsterte Miranda dem bösartigen Vogel zu, aber es war zu spät. Der Alchimist hatte bereits Kurs auf die Vogelkolonie genommen.

„Ich werde dir den Schnabel stopfen", rief er, vor Wut kochend. „Mir mithilfe meines eigenen Zaubertrankes nachzuspionieren, aber die Hausarbeit nicht erledigen!"

Miranda wollte erneut flüchten, aber als sie zu ihrem Dienstherrn zurücksah, bemerkte sie, dass die Wirkung des verdünnten Tranks ganz plötzlich nachließ. Der Sperling verwandelte sich in einen Menschen zurück und dieser stürzte ab.

„Worauf wartest du noch?" fragte die Xanthippe unter den Sperlingen und sie machte Anstalten zu mit dem Schnabel zu hacken. Wortlos ließ Miranda sie auf dem Ast sitzen.

Wenn ich meine menschliche Gestalt wieder angenommen habe, werde ich mir eine neue Anstellung suchen müssen, dachte sie, am besten bei einem biederen Schneidermeister oder einem dicken Pfarrer.