Marisol Zauner

15.05.2009

Alpträume

Sie schläft.

Wenn sie wach ist, ist sie immer müde. Will nur weiterschlafen.

Flüchtet in den Traum.

Fort aus dieser Welt sie sie so sehr zerbrochen hat, dass sie es nicht mehr erträgt.

Fort von sich selbst, die sie so zerstört ist, dass sie sich nur noch mehr zerstören kann.

Doch auch im Traum kommen immer wieder die Bilder.

Bilder einer grausamen Vergangenheit, aus der sie schreiend in Panik erwacht, in die Realität, die ihr schlimmster Alptraum ist.

Bis sie die Verzweiflung übermannt, sie sich schreiend gegen die Wände wirft, sich verletzt bis das Blut fließt, Essen in sich hineinstopft bis sie droht zu platzen.

Alles nur um der Leere in ihr zu entfliehen.

Es gibt kein entkommen.

Sie läuft wie der Tiger im Käfig immer im Kreis, sucht vergeblich einen Ausweg, sucht Antworten.

Doch finden tut sie nur ihr eigenes Spiegelbild, verzerrt zu einer hässlichen Fratze.

Sie ist so unendlich müde.

Will nur noch Frieden, den ihr niemand gewährt.

Sie schluckt Tabletten in rauen Mengen, raucht bis ihr schlecht wird, in der Hoffnung….

Doch vergebens.

Sie erwacht immer wieder.

Immer wieder die Angst, die Panik.

Immer wieder die erschöpfende Müdigkeit.

Ihr Leben ist nur noch ein Warten von einem Schlaf zum Nächsten, ohne Hoffnung.

Sie nennen es Depression, doch sie hat keine Worte dafür.