Marisol Zauner

1.2.2010

Verloren

Es ist bitterkalt, die Luft eisig.

Doch in der Stadt ist aller Schnee zu grauem Matsch geworden.

Trist pfeift der strenge Wind durch kahle Häuserschluchten.

Vereinzelt hasten erfrorene Menschen durch die leeren Gassen.

Es ist Winter, Winter in der Stadt.

Ein kahler, toter Baum säumt unheilvoll den Straßenrand.

Rasch eilen die Menschen vorbei, kalt und unheimlich erwartet der graue Tag sie in tristem Dämmerlicht.

Ich verliere mich, bin eine von ihnen, ausweglos.

Der Nebel nimmt mich gefangen, entführt mich.

Wer bin ich?

Was bleibt übrig, wenn man mir den Namen, den Körper wegnimmt?

Bleibt etwas übrig?

Einsam strolche ich durch eine verlorene Welt, haltlos.

Nichts hält mich hier. Ich bin un-abhängig.

Kein Rahmen, kein schützendes Seil, das mich fängt und fesselt gleichermaßen.

Nichts. Nur ich.

Doch wer bin ich?

Antwortlos, hilf-los durchstreife ich weiter tote Straßen.

Kein Entkommen.