Darstellung von McTaggarts Analyse von Veränderung

Anmerkung: Für diesen Essay ist es sinnvoll McTaggarts Essay zur Irrealität der Zeit gelesen zu haben und zu dem auch die Stellungsnahme von Marcus Willashek zu diesem Essay.

Der Essay - Die Irrealität der Zeit - von John McTaggart Ellis McTaggart will zeigen wie sich unsere Vorstellung von der Zeit darstellt und wie sich diese analysieren lässt. Er kommt zum Schluss, dass mit einem Paradox zur Irrealität der Zeit, die Zeit an sich fragwürdig wird. Dieses Paradox zeigt das Ereignisse gleichzeitig vergangen, gegenwärtig und zukünftig sind, dies ist aber ein Widerspruch, welches zu McTaggarts Zweifel an der Zeit führt.

Einführend sind Begriffe zu klären die McTaggart in seinem Text verwendet, um hiernach näher auf das in der Aufgabenstellung gegebene Argument zu einzugehen.

Im folgenden Abschnitt werden nun die Begriffe der A-, B-, und C-Reihe kurz zusammengefasst.

Die A-Reihe beschreibt Positionen die in der Zeit entweder vergangen, gegenwärtig oder zukünftig sind. Die B-Reihe zeigt Positionen in der Zeit die früher oder später als eine andere Position ist. Die C-Reihe legt eine Reihenfolge von Positionen fest aber keine zeitliche Einteilung. Zusätzlich ist zu wissen, dass die zeitlichen Relationen innerhalb der B-Reihe permanent sind und in der A-Reihe nicht.

McTaggart behauptet, dass die A-Reihe essentiell für die Zeit ist und wenn die A-Reihe nicht der Wahrheit entspricht, auch die Zeit an sich Irreal sein kann. Zeit, an sich, konstituiere sich durch die Veränderung von Ereignissen, anders gesehen würde es ohne Veränderung keine Zeit geben. McTaggart will behaupten das Veränderung die A-Reihe voraussetzt. Veränderung kann nun zwei Dinge beschreiben, zum einem die Veränderung des Ereignisses an sich selbst, dies würde heißen, dass sich wesentliche Charakteristika wandeln würden oder zum anderen auch, dass sich die zeitliche Relation des Ereignisses verändern würde. Ereignisse, für sich, verändern sich jedoch nicht in ihren wesentlichen Charakteristika, sonst wären sie nicht mehr dasselbe Ereignis, worin sie sich jedoch verändern können ist, dass sie aus der Zukunft kommen und in die Vergangenheit gehen. Sie durchlaufen die Zeitpunkte von der Zukunft her, bis sie gegenwärtig sind und von dort an entfernen sie sich immer weiter in die Vergangenheit.

Festzuhalten ist das Veränderung wesentlich für die Zeit ist.

Lässt sich nun Veränderung auch durch die B-Reihe beschreiben, wäre die A-Reihe nicht mehr wesentlich. Hier heraus folgt aber nun ein Problem. Die B-Reihe beschreibt, die in ihr enthaltenen Positionen als in einer festen zeitlichen Relation zueinander vorhandenen Ereignisse. Ereignis A ist später als Ereignis B und dies wird sich auch nicht ändern. A wird immer später als B bleiben. In dieser Definition gibt es keine Veränderung. Ereignisse waren, sind und werden immer Ereignisse bleiben und hören auch nicht auf Ereignisse zu sein wie im Quelltext erläutert wird. Ändert sich eine ihrer Charakteristika, ist es nicht mehr dasselbe Ereignisse und kann somit nicht, in der B-Reihe, als dasselbe Ereignis gelten. Bleibt also die Identität eines Ereignisses gewahrt und auch seine Position innerhalb der Zeit in einer permanent und festen Relation zu anderen Ereignissen, gibt es keine Veränderung in der B-Reihe.

Eine vereinfachte Darstellung von McTaggarts Argument:

P1: A-Reihe oder B-Reihe

P2: A-Reihe oder B-Reihe müssen Veränderung beschreiben können

P3: B-Reihe beschreibt Veränderung nicht


K: Also beschreibt A-Reihe Veränderung

oder:

P1: A oder B.

P2: A oder B muss Eigenschaft C haben.

P2: B hat Eigenschaft C nicht.


K: Also A.

Hier zeigt sich das Veränderung die A-Reihe voraussetzt. In der A-Reihe können sich Ereignisse in zeitlicher Hinsicht verändern. Sie waren einmal zukünftig, dann werden sie gegenwärtig und zuletzt sind sie vergangen.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung kann zum Beispiel die Zukünftigkeit des Schlusspfiffs von Marcus Willashek sein. Die B-Reihe kann zwar jedes Ereignis eines Fußballspiels, als ein Element eines vierdimensionalen Koordinatensystems darstellen, wie Willashek Beispielhaft erläutert, jedoch fehlt in dieser Darstellung die tatsächliche Dynamik dieser Ereignisse. Problematisch ist für die B-Reihe die Darstellung des Späterseins, denn dieses findet nicht zu einem späteren Zeitpunkt statt und macht somit die Frage, wann der Schlusspfiff später ist als der Anstoß nicht möglich. Es ist jedoch möglich zu fragen wann der Abpfiff in der Zukunft liegt. Willashek antwortet darauf, nämlich solange bis er gegenwärtig ist. Dieses Spätersein lässt sich nur durch das Modell der A-Reihe beschreiben. Die Dynamik das Ereignisse erst in der Zukunft liegen, dann gegenwärtig werden und zuletzt Vergangen sein werden, kann darstellen, das der Schlusspfiff in der Zukunft liegt und momentan später ist.

Hier lässt sich also kurz zusammenfassen, dass die B-Reihe die bestimmte Natur des Späterseins nicht darzustellen vermag, da ihr die Dynamik der Veränderung fehlt. Die A-Reihe hingegen kann durch ihre zeitliche Dynamik dieses Problem der Veränderung erfassen, darstellen und trotzdem die Identität des Ereignisses waren in dem man Ereignisse als Summen von zeitlichen und räumlichen Momentobjekten definiert. (Quines Lösung zur Frage der Identität von Objekten)

Man sieht hier deutlich, dass die B-Reihe Veränderung nicht beschreiben kann. Wenn also die B-Reihe nicht ausreicht, muss es die A-Reihe sein. An der Argumentation McTaggarts und dem Beispiel Willasheks sieht man, dass die A-Reihe Veränderung und damit auch die tatsächliche Dynamik der Zeit beschreiben kann. Wir schließen hier heraus das Veränderung die A-Reihe voraussetzen muss.