Für diesen Text ist es Empfehlenswert den Text "Fluss der Zeit" von John Jamieson Carswell Smart und den Text "Text Identität, Ostension und Hypostase" von Willard Van Ornam Quine gelesen zu haben.

Veränderung bei Quine und Smart

In diesem Essay sollen die jeweiligen Thesen über Veränderung von John Jamieson Carswell Smart aus dem Text Fluss der Zeit und Willard Van Ornam Quine aus dem Text Identität, Ostension und Hypostase gegenübergestellt und auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten untersucht werden.

Als erstes muss nun jede These dargestellt werden um eine ausreichende Grundlage für den Vergleich zu schaffen. In Quines Text wird Veränderung zwar aufgrund der Ausrichtung des Textes nicht im Vordergrund behandelt jedoch hat er eine klare Vorstellung von dem was Veränderung sein soll. Veränderung für Quine ist das durchlaufen verschiedener Momentanzustände über einen bestimmten zeitlichen Rahmen für ein bestimmtes Ding. Momentanzustände sind verschiedene Zustände eines Dinges mit jeweils anderen Attributen zu verschiedenen Zeitpunkten. Im Text erläutert Quine dieses durch das Beispiel des Flusses Caistrus und seiner Vielzahl von Momentanzuständen zu verschiedenen Zeitpunkten.(Quine s.67 und 68) Also ist hier Veränderung ein zeitliche und räumlicher Prozess, dass heißt ein Ding kann zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedliche Eigenschaften haben. Smarts Veränderung ist ähnlich zu der in seinem Text gegebenen Definition von Ereignissen. Sie spielt für ihn eine wichtige Rolle in seinem Versuch die Metapher vom Fluss der Zeit zu analysieren und wird deshalb klarer und ausführlicher als bei Quine behandelt. Eine deutliche Aussage über Veränderung macht Smart in dem er sagt, dass sie sich weder verändern, noch verändern sie sich nicht.(Smart s.112) Auch sagt er, dass Veränderungen ihre Attribute momentan aktualisieren und zwar ohne eine Dauer. (Smart s.111) Ein nennbares Beispiel für eine Veränderung in Smarts Definition ist die Krönung von Prinzessin Anne zu Königin Anne, dies verändert den Status des Dinges Königin Anne, welches vorher Prinzessin Anne darstellte und danach Königin Anne darstellt. Dies ist nur eines der möglichen Beispiele für Smarts Definition von Veränderung. Nun da wir beide Positionen kennen, kann man einige Beobachtungen machen und Schlussfolgerungen ziehen. Es ist klar, dass sich beide darauf beziehen, dass Dinge sich grundsätzlich verändern können, ohne dies hätten wir keine Grundlage für einen Vergleich, da sie sonst über zwei verschiedene Begriffe reden würden. Solche Veränderungen sind zum Beispiel das Fließen des Caistrus, also die ständig anderen Wassermoleküle im Flussbett oder die Krönung von Königin Anne, die vorher Prinzessin Anne war und nun Königin Anne ist. Bestimmte Attribute eines Dinges verändern sich zu einem bestimmten Zeitpunkt aber nicht über einen Zeitraum, dies sagt Smart in seinem Text direkt. (Smart s.111) Quine jedoch impliziert dieses nur durch den Aufbau seiner Aussagen über den Fluss Caistrus, da der Fluss eine Summe verschiedener Momentanzustände ist, die voneinander verschieden sind. (Quine s.68) Hieraus sollte sich nun schließen lassen, dass bei Quine Veränderungen keine zeitliche Dauer haben und nur die jeweilig verschiedenen Zustände des Flusses ein zeitliche Dauer haben, aber auch der gesamte Prozess des Flusses könnte jedoch eine Veränderung sein und somit wäre Veränderung bei Quine gegensätzlich zu Smart auch ein zeitlicher Prozess. Diese These wird unterstützt in Quines Einleitung in den Text, in der er von der stofflichen Erneuerung seines Körpers als Veränderung spricht, die doch ein paar Jahre dauert und somit eine fortwährende Veränderung sein sollte. (Quine s.67)

Ich denke zwar, dass es möglich ist Quine zu unterstellen das Veränderung bei ihm genau wie bei Smart ohne eine Dauer ist, aber ich halte es Aufgrund des vorliegenden Textes für wahrscheinlicher, dass es sich nicht so verhält. So hätten wir also einen großen Unterschied zwischen diesen beiden Autoren gefunden. Veränderung für Smart ist die nichtzeitliche Veränderung von Attributen eines Dinges und für Quine ist Veränderung ein zeitlich andauernder Prozess der über das durchlaufen verschiedener Momentanzustände abläuft. Eine Gemeinsamkeit zwischen Smart und Quine sollte jedoch die nicht-Veränderung von Veränderungen sein, denn eine Veränderung einer Veränderung würde die Identität genau dieser nicht einhalten. Es kann zumindest nach Smart nicht sein das sie sich Verändern oder nicht Verändern. (Smart s.112) Bei Quine ist diese Aussage jedoch nicht direkt auffindbar, dieses müsste jedoch als eine Gegebenheit gesetzt werden sonst würde es keine Veränderung bei Quine geben können. Somit denke ich also das dieses eine Gemeinsamkeit sein muss. Smart beantwortet die Frage auf die Veränderung von Veränderungen in dem er erklärt, dass es so etwas eigentlich nicht gibt und der Fragensteller etwas über die Rate der Veränderung erfragen will. Nämlich die Veränderung genau dieser Veränderungsrate.

Zusammenfassend sind sich Quine und Smart in einem Grundsatz über Veränderung einig. Veränderung an sich ist unveränderlich. In einem zweiten Grundsatz gehen ihre Meinungen jedoch auseinander. Für Smart haben Veränderungen keine zeitliche Ausdehnung und sind keine Prozesse, jedoch sind Veränderungen auch über einen ausgedehnten Zeitraum möglich. Dies zeigt, dass es mindestens zwei verschiedene Argumentationsstränge innerhalb der komplexen Idee der Veränderung gibt.

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