Im Schatten Deiner Flügel

~~~~~~~~~~~~~~~~~~Wie sanft Deine Flügel meine Wange streifen, wie all-
~~~~~~~~~~~~~~~~~umfassend sie mein Sein umhüllen: Hier,
~~~~~~~~~~~~~~~~wo Dein Versprechen flammend den Himmel
~~~~~~~~~~~~~~~meiner Erinnerung erhellt, Phönixworte
~~~~~~~~~~~~~~brandneu auferstanden aus der Asche,
~~~~~~~~~~~~~aus all der treulosen Resignation einer
~~~~~~~~~~~Stieftochter – wie sie dachte.
~~~~~~Einfühlsam, so einfühlsam
~~~~streift Deine zarte Liebe an mein Herz.
Ich durstete nach feuerbrausenden Wasserfällen, wollte ertrinken
~~~~in Deiner Sturmflut, die als Rammbock
~~~~~~meine letzten Barrikaden brechen sollte …
~~~~~~~~~~~Doch Du, Du bist weicher als Vogelkükendaunen
~~~~~~~~~~~~~(so bescheiden erbittest Du ein Nest in meinem Herzen),
~~~~~~~~~~~~~~verletzlicher als die schimmernden Augen eines Babys,
~~~~~~~~~~~~~~~verletzlicher als eine bloßliegende Wunde.
~~~~~~~~~~~~~~~~Dies wäre keinem Donnersturm an Macht gelungen –
~~~~~~~~~~~~~~~~~Dein scheues, so unendlich zerbrechliches Flehen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~zwingt mich – bis ins Mark erschüttert – auf die Knie.

Jan. 2001