Die Lady von Shalott

Um mich herum ist es dunkel. Es macht keinen Unterschied, ob ich meine Augenlider öffne oder schließe, ob ich den harten, kalten Steinboden unter mir, über mir, hinter mir, vor mir, rechts von mir, links von mir zum wiederholten Male abtaste oder nicht, ob ich die unbewegte Luft, die ich einatme, lautlos wieder ausstoße oder in einem gellenden Hilfeschrei aus meinen Lungen presse: alles, was ich finde, ist einsame Schwärze. Um mich herum ist es dunkel, und der Schmerz zerrt an meinem Innern.

Ein leises Plätschern dringt an meine Ohren, gedämpft durch die dicken Steinschichten – das einzige, was meine Sinne wahrnehmen. Ein stetiges, beruhigendes Auf und Ab, wie das Schaukeln eines Bootes, wie ferne Hufgeräusche, wie das Schlagen eines Herzens, wie das Hin und Her eines Weberschiffchens, wie das monotone Verrinnen von Minute um Minute, Stunde um Stunde, Tag um Tag, Jahr um Jahr eines sinnlosen Lebens.

Langsam, Welle um kleine Welle, kommen Erinnerungen zurück: der Fluss – so hörte ich ihn jeden Tag durch mein Fenster plätschern, tief unter mir, wenn ich an meinem Webstuhl saß und Faden um Faden in den riesigen, komplizierten Wandteppich einarbeitete, der mein Leben darstellte. Ein Wandteppich, der Schatten einfing, die ein Spiegel einfing, der das Fenster einfing. Mehr konnte ich nicht erhaschen von dem, was die Welt draußen in abertausend schillernden Farben darbot – die Welt außerhalb meines Palastes, der nicht mein war, meiner Insel, die mir nicht gehörte, meines Gefängnisses, das ich nicht gewählt hatte.
Andere hatten mich in diesen Turm gesetzt, andere hatten mich zu weben geheißen, andere hatten mich gewarnt, dass ein namenloser, unbekannter, unentrinnbarer Fluch auf mir läge, dass ich nicht aufhören dürfte zu weben, dass ich nur Schatten und keine Wahrheit sehen dürfte, dass ich nicht aus dem Fenster, nicht nach Camelot schauen dürfte, dass ich ihr ungebundenes Leben nicht teilen dürfte.

Bereue ich es, dass ich das Tabu gebrochen habe? Dass ich den Fluch herausgefordert, mein Leben aufs Spiel gesetzt und verloren habe? Alles für einen Blick, einen Traum, ein vages Erhaschen eines für mich unerreichbaren Mannes?
Ich weiß es nicht. Es war meine Entscheidung, und doch konnte ich nicht anders. Die glitzernde Sonne auf seiner Rüstung, die edle Stärke von Ross und Reiter, die Lebendigkeit ihrer Bewegung – er schlug mich in seinen Bann. Ich habe, wenn auch nur für einen einzigen Moment, Schönheit gesehen. Wie könnte es mir dann Leid tun?
Und danach? Hätte ich wieder zurück gekonnt? Der Spiegel war gespalten, das Webstück vom Webstuhl gerissen, der Fluch eingetroffen. Sicher hätte ich in einem Spiegel mit Rissen noch genug gesehen, wahrscheinlich hätte ich das Arbeitsstück wieder in seinen Rahmen einspannen können, vielleicht hätte ich den Fluch vermeiden, umgehen, besänftigen, abwenden können. Aber mein Herz konnte es nicht. Es war zu spät. Was ich einmal gesehen hatte, wirklich gesehen, konnte ich nicht vergessen: die Sonne, wie sie auf dem Fluss glitzerte, die Weiden, wie ihre Blätter über dem Wasser erzitterten, die Lilien, wie sie sich im Wind wiegten, die große Stadt, wie sie mir weiß und majestätisch entgegenleuchtete. Was ich einmal wahrgenommen hatte, wirklich wahrgenommen, hatte mein Schicksal besiegelt: Lancelot. Die Liebe.

Also kleidete ich mich in mein weißes Kleid, mein schönstes Kleid, mein reinstes Kleid, mein Hochzeitskleid, mein Sterbekleid. Also verließ ich den Turm, also suchte ich mir ein Boot, also legte ich mich hinein und überließ mich dem Strom, der mich Camelot näher bringen würde, der mich Lancelot näher bringen würde, auch wenn ich wusste, dass alles, was sie erreichen würde, das Boot sein würde. Mit meinem kalten, starren Körper darin, und meinem Namen an der Außenseite: Die Lady von Shalott.

Um mich herum, in dieser Höhle – in der ich mich irgendwann wiederfand, nachdem ich mitten auf dem wogenden Wasser meine Sterbemelodie mit den Wellen verwoben hatte, nachdem mein Blut langsam in seinem Fluss erstarrt war, nachdem ich mich an nichts mehr erinnerte – ist es dunkel. Ist dies nun mein Grab? Ich sehe nichts, und doch komme ich mir nicht tot vor. Wenn ich wirklich tot bin, gestorben, langsam erkaltet – wieso fühle ich dann das Ziehen unerfüllter Sehnsucht, die Stacheln unerwiderter Liebe? Wieso zerbirst dann die Erinnerung an Lancelots schwarze Locken, seine glitzernden Augen, seine aufrechte Gestalt mein Herz wie der Fluch den Spiegel? Wieso treibt mein Bewusstsein hilflos durch die Ungewissheit wie das herausgerissene Webstück meines Lebens? Langsam füllen sich meine Augen mit Tränen. „Lancelot," flüstere ich in das Dunkel. „Hast du mich auch nur für eine Sekunde wahrgenommen, eines einzigen Blickes bedacht, oder bin ich ganz umsonst gestorben?"

„Du bist nicht alleine hier."

Ich zucke heftig zusammen. Die männliche Stimme kam von weiter hinten aus der Höhle, dabei war ich mir sicher gewesen, jeden Zentimeter abgetastet zu haben. „Wo… wer… bist du?" frage ich vorsichtig und versuche mein Zittern zu kontrollieren.
„Ich bin ein Gefangener in der Höhle des Todes, genau wie du." Jetzt klingt die Stimme näher, so als wäre die Person etwa einen Meter von mir entfernt. Vergeblich versuche ich die Schwärze mit meinem Blick zu durchdringen.
„Ich weiß, wer du bist," hebt der Fremde wieder an zu sprechen. „Und was man in Camelot über dich erzählt."
„In Camelot? Du warst dort?" Ich schlucke. „Weiß… weiß Lancelot, wer ich bin?"
„Das Boot mit deinem leblosen Körper wurde vor wenigen Stunden von den Wellen durch die Stadt getragen. Lancelot hat deinen Titel am Bug des Bootes gelesen. Er weiß, dass du „Die Lady von Shalott" genannt wirst, von vielen auch „Die Fee", weil du so anders bist als sie alle. Er weiß, dass du in dem Schloss auf der Insel lebtest. Er weiß auch, dass man dich nie am Fenster stehen sah, sondern nur vage deinen Schemen, über einen Webrahmen gebeugt, im Innern der Turmkammer, und dass du nie ein Wort mit jemandem gewechselt hast, sondern Vorübergehende nur ab und zu von weitem Fetzen deiner Lieder vernommen haben. Er kennt die Gerüchte, dass du geheißen wurdest, immer nur zu weben, zu weben was dir der Spiegel in deinem Zimmer von der Welt in Spiegelbildern zeigte, und dass ein Fluch auf dir läge, wenn du aufhören und aus dem Fenster nach Camelot schauen würdest. Er hat den riesigen, komplexen, feinstgearbeiteten, zerrissenen Bildteppich gesehen, der kurz nach deinem Boot mit der Strömung auf die Stufen bei der Mole des Palastes angespült wurde, und er hat sich deine Geschichte zusammengereimt." Der Sprecher macht eine kurze Pause. „Ich stand neben Lancelot, als er deinen Körper in dem edlen weißen Kleid sah und dein Gesicht betrachtete. Er hat deine Schönheit bewundert und dich leise gesegnet. Er hat deinen Tod nicht gewollt."
Ich spüre, wie meine Wangen feucht sind und eine warme Träne langsam hinunterrollt. Wenigstens hat er mich gesehen, wirklich gesehen – auch wenn es nicht mehr ich selbst war, auch wenn er mir nicht mehr als diesen unverbindlichen Blick schenkte, auch wenn ich niemals die Seine werden durfte.
„Es tut mir Leid," sagt der Fremde leise.

Ich nicke. „Und… wer bist du? Was ist deine Geschichte?"
Für einen Moment ist nur das sanfte Plätschern des Flusses zu hören. Dann durchdringt die Stimme erneut die Stille:
„Es gab einmal einen hochgeborenen Ritter, der eigentlich in Camelot ein zufriedenes Leben führte. Doch eines Tages ritt er über Land, und in einer Wiese, am Fuß eines Apfelbaumes zwischen den edelsten, grazilsten Blumen, sah er eine Frau sitzen, deren Schönheit die Blumen bei weitem überstrahlte. Er verliebte sich unsterblich in sie, er stieg von seinem Pferd, unterhielt sich mit ihr, er schenkte ihr Schmuck und schenkte ihren Liebesbeteuerungen Glauben, er setzte sie auf sein Ross und ließ sich von ihr bis zu ihrer Feengrotte führen, wo er in jener Nacht sein Schicksal für immer mit dem ihrem verband, gefangen von ihrem Anblick, ihrer Stimme, auf ewig gefesselt in den langen seidenen Bändern ihrer Haare.
Doch die Frau – man nennt sie „La Belle Dame Sans Merci", „die schöne Dame ohne Gnade" – entzog sich ihm und verschwand, er fand sich ausgeschlossen vor ihrer Behausung wieder, und er siechte an jenem Ort vor Liebe dahin." Der unterschwellige Schmerz in seiner Stimme bei diesen Worten scheint die ganze Höhle zu erfüllen, und unwillkürlich seufze ich auf. Ich kann mir ungefähr vorstellen, wie sich das anfühlt.
„Seither," fährt die Stimme etwas leichter fort, „warte ich bei ihrer Grotte, wo mein Herzblut auf den Boden sickerte, krank vor Sehnsucht, um ihr Herz zu gewinnen."
„Dann ist jene Feengrotte… ihre Grotte… diese Höhle? Du bist hier vor Liebeskummer gestorben, obwohl du mit mir redest, und ich bin tot, obwohl ich mich lebendig fühle, sehe, höre, bei Bewusstsein bin? Die Höhle des Todes – so hast du es doch vorhin genannt, nicht wahr?"
„Ja. Früher oder später kommt auf die eine oder andere Weise niemand an diesem Ort vorbei."

Ein Schauder fährt mir über den Rücken, und ich spüre, wie mich die Panik von vorhin wie ein Urinstinkt wieder ergreift. „Und… gibt es irgendeinen Weg hier heraus?" flüstere ich. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Antwort hören will, und atme fast erleichtert auf, als mein Gegenüber unschlüssig schweigt. Wahrscheinlich weiß er es selbst nicht.
„Man kann doch den Fluss draußen plätschern hören," versuche ich es halbherzig noch einmal. „Also scheint es doch irgendeine Öffnung, irgendeine Verbindung zur Welt der Lebenden zu geben."
„Das Plätschern, das du hörst, ist nicht das Plätschern deines Flusses, der durch Camelot führt." Die Stimme klingt gleichzeitig mitleidig und leicht herausfordernd. „Es stammt von einem See, der sich in dieser Höhle bis tief in die Erde erstreckt."
Einem See? Das konnte nicht sein! „Ich habe doch vorhin die ganze Höhle abgetastet!"
Nun klingt die Stimme eindeutig amüsiert. „Dann bist du wohl nur außen an den Wänden entlang gegangen, und hast den Boden im Zentrum außer Acht gelassen."
Er hat Recht! Es gibt doch mehr an diesem Ort, als ich gedacht hätte! Und vielleicht würde dieser See, wenn man weit genug hinabtauchte, sogar ins Freie führen? Nun ist meine Abenteuerlust geweckt, mein Entdeckerdrang, meine Hoffnung. „Gibt es… gibt es hier vielleicht irgendein Licht, dass man etwas sehen kann?" frage ich atemlos.

Eine kurze Pause. „Ich habe Licht bei mir," sagt er dann zögernd, fast widerwillig. „Ich könnte es für dich anzünden. Aber…"
„Aber?" rufe ich ungeduldig, als er nicht weiterredet.
„Dann würdest du mich sehen."
Ich lache laut auf, ich kann nicht anders. „Na und? Bist du so hässlich, dass du das nicht riskieren willst?"
Er schweigt, und ich beiße mir auf die Zunge. Ich wollte ihn nicht beleidigen.
„Niemand kann mich sehen, ohne zu sterben."
Im ersten Moment meine ich, mich verhört zu haben, doch die Worte waren laut und unmissverständlich, auch wenn ich ihren Sinn nicht verstehe.
„Meinst du das ernst?" stammele ich schließlich.
„Todernst."
Ich zweifle nicht daran, auch wenn ich bei diesem Wortspiel wieder ein Grinsen in der für mich körperlosen Stimme erkenne.
„Es ist wie bei Lancelot," fährt er fort. „Nur um vieles unentrinnbarer. Wenn du mich gesehen hast, kannst du nicht mehr zurück. Wenn du mich gesehen hast, wirst du sterben."
Ich lache bitter auf. „Darin habe ich ja Übung."
Durch die Dunkelheit hindurch bilde ich mir ein zu spüren, wie sein Blick spekulativ auf mir ruht. „Du bist noch nicht wirklich gestorben. Das war nur ein Vorgeschmack, auch wenn es dir wie das Echte vorkam. Aber dein Körper, jeder Körper, ist nur ein Schatten, ein Spiegelbild, eine Metapher."
Ich schweige, während ich darüber nachdenke. Das würde zumindest erklären, warum ich immer noch empfinden kann.

„Möchtest du mich sehen?"
Ich zucke zusammen bei dieser abrupten, direkten Frage. Meine Nase atmet tief den moderigen Geruch der Höhle ein, meine Augen brechen sich an ihrer Schwärze. Sachte höre ich das unsichtbare Wasser plätschern, mich locken wie damals der Fluss vor meinem Fenster. Für einen Moment scheint wie eine vage Erinnerung, wie das Aufblitzen der Sonnenstrahlen auf Lancelots Rüstung, der Duft der Lilien durch den Raum zu ziehen. Habe ich es bereut, dass ich mich dort von den Schatten abwandte, zur unbekannten Realität ja sagte? Nein, trotz meines Todes nein.
Und so sage ich: „Ja."

Ein kleines, sanftes, warmgelbes Licht glimmt auf, irgendwo auf dem Boden zu meiner Rechten. Meine Augen werden ohne mein Zutun davon angezogen, dem einzigen Etwas in diesem Nichts, und verfolgen fasziniert die kleine Feuerblüte, wie sie immer heller wird, immer höher aufflammt. Nun kann ich sie als eine Kerze erkennen, und kann um sie herum die Höhlenwände sehen, den Höhlenboden, und dort vor mir im Zentrum eine dunkle, nasse Fläche, die in zitternden Reflexen das Licht zu mir zurückwirft.

Sonst sehe ich nichts.
Rasch schaue ich einmal um die ganze kleine Höhle, doch ich bin allein.

„Wo bist du?" Meine Stimme hallt hohl von den Wänden wider. Ich sehe dich nirgends, und ich fühle mich auch nicht toter als vorher. Ich grinse, doch gleichzeitig spüre ich eine Gänsehaut auf meinen Armen.
Neugierig gehe ich ein paar Schritte näher an den Weiher heran, knie mich nieder und versuche etwas zu erkennen. Nichts, nur die Kerzenflamme spiegelt sich unscharf, orangerötlich, fast rubinglühend, in dem Wasser. Oder sieht es nur so aus, und in Wirklichkeit befindet sich dieses Licht in der Tiefe, weit unten? Ein Ausgang?
Energisch krempele ich die Ärmel meines Kleides hoch und tauche einen Finger, meine Hand, meinen ganzen Arm in das Nass. Ich fühle keinen Grund. Schließlich halte ich mein Gesicht unter Wasser und öffne die Augen, spähe in das Dunkel. Dort, ganz tief unten, glitzert es für einen Moment hell wie Sonnenstrahlen, heller noch als jegliche Kerze. Dann sehe ich wieder nichts.
Mit einem Ruck reiße ich meinen Kopf aus dem Wasser und schicke mich an, mein Kleid auszuziehen. Ich werde es versuchen!
Erst als ich das edle Überkleid auf dem Boden neben mir ablege und mein Unterkleid anfasse, bemerke ich die dunklen Flecken, die meine Finger auf dem weißen Stoff hinterlassen, und spüre wie mit verzögerter Wahrnehmung die klebrige, halb getrocknete Flüssigkeit auf meinen Armen, meinem Gesicht. Unwillkürlich entfährt mir ein Schrei. Es ist Blut!

Blut… Blut… mit Mühe versuche ich meine Fassung wiederzugewinnen. Blut… ein See voller Blut. Wie kommt es hinein? Wo kommt es her? Blut… „wo mein Herzblut auf den Boden sickerte"… wie aus dem Nichts wehen diese Worte durch mein Gedächtnis. Mein Gegenüber hatte sie geäußert. Ist es sein Blut, das er hier aus Liebe zu seiner gnadenlosen Dame verlor? „Mein Herzblut…" Wenn es Herzblut ist, aus Liebe vergossen, brauche ich nicht davor zurückzuschrecken. Liebe ist etwas, wofür auch ich mein Blut vergießen würde. Und ich fühle mich nicht davon beschmutzt. Im Gegenteil, es fühlt sich an, als ob ich an den Hautstellen, die es berührt, reiner wäre als je zuvor.

Für einen langen Moment, der mir wie Stunden vorkommt, stehe ich im Schein der kleinen Kerze am Ufer des Gewässers und starre auf die leicht bewegte, lebendige Oberfläche.

Dann mache ich einen Schritt nach vorne und springe hinein.

Ich sinke hinab, spüre, wie das Blut um mich herum in mich hineinsickert, meine Poren durchdringt, mich immer schwerer macht, so dass ich unerbittlich hinabsinke. Ich wehre mich nicht dagegen.
Nun bin ich schon fast auf dem Grund, ich sehe ihn vage vor mir. Das Licht scheint verschwunden, vielleicht ist dort gar kein Ausweg, aber ich fühle keine Angst mehr bei dieser Möglichkeit, auch keine Enttäuschung. Ich fühle mich besser hier als in der Höhle. Ich brauche auch nicht zu atmen, oder vielleicht atme ich, unter Wasser. Ich weiß es nicht, aber es kümmert mich auch nicht wirklich.
Da! Unter mir – tief auf dem Boden, wie ein Schatz in einem Brunnen, wie Edelsteine auf dem Grund einer Mine, wie eine goldene Rüstung mitten im Acker unter einem Turmfenster – blitzt für einen Moment ein Gesicht auf, ein leuchtendes Gesicht umrahmt von schwarzen Locken.
Ich keuche überrascht auf. „Lancelot?"

„Ich bin nicht Lancelot." Es ist die Stimme des Mannes von vorhin, die Stimme, die mit mir in der Höhle war. Ich erkenne sie eindeutig, und doch kommt sie mir jetzt viel schöner als vorher vor, schlägt sie mich plötzlich in ihren Bann.
„Lancelot ist ein Schatten von mir. Die Sonne, die ich auf sein Gesicht warf, ist ein Schatten von mir."
Ich runzele verwirrt die Stirn.
„Es waren Spiegelbilder, wie in deiner Kammer, weil mehr an Sonne vielleicht deine Augen verletzt, dich verbrannt hätte."
Ich lausche in stummem Staunen. Etwas tief in mir will sagen, dass ich keine Angst mehr vor der Sonne habe. Dass ich ihre Wärme ersehne.
„Elaine."
Ein Schauer durchzittert meinen ganzen Körper. Es ist nicht nur was er gesagt hat, sondern die Art, wie er es gesagt hat. Wie der Wind in den Weiden. Wie der Duft der Lilien. Wie die Sonne auf Lancelots Gesicht. Ich bringe nicht mehr als ein Flüstern zustande: „Woher kennst du meinen Namen?"
„Elaine. La Belle Dame Sans Merci."
Es durchfährt mich heiß und kalt. „Aber… aber das bin doch nicht ich!" stottere ich verwirrt. „Das ist doch sie, die dein Herz gebrochen hat; die dich in dieses Grab gebracht hat."
„Elaine." Das Wort streichelt mich wie eine Liebkosung. „Lady von Shalott." Die Stimme ist rau von Emotionen. „Schöne Dame ohne Gnade." Das Wasser, die flüssige Luft, in der ich schwebe, vibriert vor Leidenschaft. „Du hast mein Herz gefesselt. Du bist der Grund, warum ich hier bin. Darf ich dich zu meiner Schönen Dame Reich an Gnade machen?"
„Ja," flüstere ich. „Wer auch immer du bist, mach mich dein."

Plötzlich blitzt wieder etwas vor mir auf, es ist nun über mir, aber es ist kein Gesicht, nur ein Auge. Ein einziges Auge, und ich spüre, wie es mein Herz stiehlt, mit einem Blick, einem Blick voller Liebe, voller Sehnsucht, voll unbeschreiblicher Schönheit, wie tiefgrüne Gärten voll geheimnisvoller Düfte, wie diamantglitzernde Tauwiesen, wie eine reine, sprudelnde Quelle lebensspendenden Wassers.
Das Auge, groß, ruhig und pulsierend, zugleich geheimnisvoll dunkel und strahlend hell, blickt direkt in meines und dringt vor bis auf den Grund meiner Seele. Und ich bin verloren.

„Niemand kann Gott sehen und leben," haucht es sanft in meinem Kopf.
Und nun erkenne ich glasklar den Sinn dieser Aussage, die unentrinnbare Logik einer der vielfältigen Facetten ihres bodenlosen Geheimnisses. Wer könnte solche Schönheit sehen und dann noch an seinem eigenen glanzlosen Leben festhalten wollen? Wer könnte das Leben in diesem Auge sehen, das sich als Geschenk anbietet, und nicht alles dafür geben, es gegen sein eigenes einzutauschen? Wer sein Leben festhalten will, verliert es, und wer sein Leben hierfür verliert, wird es gewinnen. Aber wenn jemand einmal dieses Auge gesehen hat, wie wird er weiterhin an seinem eigenen Leben festhalten können?
„Niemand kann mich sehen und leben," sagt er nun laut mit dem Anflug eines Lächelns in der Stimme.
„Dann lass mich sterben und bei dir sein." Noch nie in meinem Leben habe ich etwas ernster gemeint, noch nie war ich mir einer Sache so sicher gewesen, noch nie habe ich etwas so ungeteilt gewollt wie dies.
„Dann töte mich und lass mich bei dir sein."

Das Auge verblasst, und doch bin ich mir seiner Anwesenheit bewusst, über mir, unter mir, um mich, in dem Blut, das mich ringsum umgibt.
„Wer mein Blut trinkt und mein Fleisch isst, der bleibt in mir und ich in ihm," hallt es sachte durch meine Gedanken.
Ineinandersein, für immer. Das ist es, was ich will.
Ich öffne weit mein Herz, lasse sein Blut hineinströmen in die innersten Winkel, trinke es in mich hinein, sein Herzblut – und ich bin die, für die er es vergossen hat – , seine Liebe, Vergebung. Er – sein Blut, sein Leben – in mir. In ihm – seinem Blut, seinem Leben – ich.
„Wer mein Blut trinkt und mein Fleisch isst, hat ewiges Leben."
„Wie esse ich dein Fleisch?" frage ich zaghaft in die nahe Weite.
„Indem dein ‚Fleisch' – deine fehlerhafte menschliche Natur, dein irdisches Leben, dein Leib und deine Seele – mit meinem ‚Fleisch' – meiner vollkommenen Natur, meinem ewigen Leben, meinem unsterblichen Leib, meiner makellosen Seele – ersetzt wird."
Ich bin bereit. Instinktiv spüre ich, wie der Leib, den ich nun noch habe, wie mein Wesen immer mehr von dem Blut, in dem ich schwebe, zersetzt wird, sich immer mehr reduziert.
„Aber wie bildet sich nun dein Fleisch um mich, wo ich doch nur in Blut schwimme und nicht in Fleisch?" frage ich etwas ratlos.
„Eine neue Schöpfung," vibriert es durch jedes Molekül des Blutes. Und ich erkenne die Kraft, die in dem Lebenssaft schlummert, die Kraft, etwas aus dem Nichts zu erschaffen.
„Werde ich ganz sterben? Wird alles von mir aufgelöst werden, so dass ich vollständig verschwunden bin und etwas gänzlich Neues an meiner Stelle entsteht?"
Auch dazu wäre ich nun bereit, ich habe keine Angst mehr.
Und so frage ich, suche, warte, während ich zusehe und hinfühle, wie ich mich auflöse.

Plötzlich bemerke ich, wie der Prozess zu einem Stillstand kommt. Ich bin noch vorhanden, ich habe noch ein Bewusstsein, und mit diesem Bewusstsein nehme ich mich wahr: ich bin, ein ganz kleiner Kern, ein unvollständiger Teil, eine Hälfte, ergänzungsbedürftig wie eine Eizelle. Und in dem Blut, in dem das Leben schwimmt, sehe ich sie: meine Partnerzelle, die Samenzelle, meine Ergänzung. Es ist ein Geheimnis, das ich nie vollständig ergründen werde, aber ich erkenne in diesem Moment, dass auch er sich reduziert hat, reduziert auf eine minimale, unvollständige Zelle, starb so wie ich, in allem mir gleich, als erster starb, bereits starb indem er ein Mensch wurde.

Die kleine, halbe Zelle, die vollständig war und sich für mich unvollständig machte, schwebt langsam auf mich zu, von doppelter Sehnsucht gezogen. Sie legt ihre unsichtbare Hand an meine unsichtbare Tür, die Tür, die den Abdruck dieser Hand erkennt, den Abdruck, dessen Erinnerung in sie eingebaut ist, den Abdruck, für den allein sie sich öffnet.
Und wie bei der stärksten Metapher dieser Welt, bei der zwei Zellen verschmelzen, um irdisches Leben hervorzubringen, werde ich wahrhaft gezeugt, entsteht ewiges, unzerstörbares Leben.
Wie in dem Schutz eines Mutterleibs geborgen, spüre ich, wie sein ‚Fleisch' um mich sich ausformt, wie ich mich entwickele, zu einem Embryo, einem Baby, um ein Kind zu werden und schließlich eine erwachsene Frau. Geborgen in ihm, erahne ich, sehe und spüre ich ansatzweise, bruchstückhaft, so dass ich es verkraften kann, wie er mich austrägt, mein ‚Fleisch' an seinem Leib am Marterpfahl hinhält, die qualvollen Geburtswehen durchsteht, die mich ganz sein machen. Und ich werde von neuem geboren.

Ich spüre, wie ich hinausgetragen werde, im Strom des Blutes, im Strom klaren, lebendigen Wassers, in das sich dieses Blut nun verwandelt. Und plötzlich fühle ich wieder den harten, kalten Höhlenboden unter mir, öffne die Augen im warmen, weichen Licht der stetigen kleinen Kerze und blicke direkt in seine Augen. Ich bin wieder in der Höhle, der Höhle des Todes, aber wie viel anders ist alles, nun da ich gestorben bin! Und was kümmert mich die Höhle – alles was nun noch zählt sind diese Augen. Die mich anblicken, während er auf dem Boden kniet und meinen Kopf auf seinem Schoß in seinen Händen hält, die mich anblicken mit Tränen an den Wimpern, die mich anblicken mit einer Zärtlichkeit, die mir den Atem raubt, mit einer Intimität, die meine Knie weich werden lässt – die mich anblicken.

„Und jetzt…" Er lacht laut auf, erhebt sich kraftvoll, wobei er mich gleichzeitig mit sich hochzieht, geht einen Schritt auf die Höhlenwand zu, fast sie an und rollt mit einer mächtigen Bewegung seines Körpers einen großen, schweren Stein beiseite, den ich die ganze Zeit für einen integralen Bestandteil der Höhlenwand gehalten hatte. In dem gleißenden Tageslicht, das durch die neu entstandene Öffnung hereinflutet, sieht es für mich für einen Moment lang so aus, als würde er den Felsen mit dem Fuß beiseite treten, und ich lache gleichzeitig amüsiert und glücklich bei dieser Assoziation.
Er strahlt mich an, immer noch lachend, und ruft mit einer Energie, die mich wie das Brüllen eines Löwen anmutet: „Ich bin die Auferstehung und das Leben!"
Dann, bevor ich mich versehe, hat er mich auf seine Arme gehoben, hält mich hoch in die Luft und gibt einen gellenden Freudenschrei von sich, der mir durch Mark und Bein fährt, aber nicht auf unangenehme Weise. Erneut höre ich, wie er schreit, und dann jubelt: „Ja! Sie ist mein!" Ich keuche auf vor Erstaunen, und spüre, wie irgendetwas in mir, tief innen, in diesem Augenblick heil wird.

„Moment mal," sage ich atemlos, als er mich wieder auf dem Boden abgesetzt hat. „Das heißt also, du hättest die ganze Zeit diesen Stein wegwälzen können und wir hätten aus der Höhle heraus gekonnt?" Ich runzele die Stirn und fühle einen kleinen Stich im Herzen. „Warum hast du mir das nicht gleich gesagt, als ich dich danach fragte?"
„Ich wollte nicht, dass du mich nur wählst, um dein Leben zu retten." Schmerz umwölkt plötzlich sein Gesicht. „Das wäre höchstens eine Notlösung gewesen, wenn ich dich anders nicht hätte retten können. Alles, was wirklich zählt, ist Liebe, und Liebe bedeutet freiwillige Wahl des anderen um seiner selbst willen."
Ist das der Grund, weshalb du unsichtbar bist? schießt es mir durch den Kopf. Dass du dich erst denen zeigst, die dich suchen, und erst dann, wenn sie es selbst wünschen, damit die Entscheidungsfreiheit, dich nicht zu wählen, immer gewahrt bleibt? Dass du selbst dich immer nur so anbietest, dass man dich ablehnen kann, und es dich schmerzt, wenn andere dein Geheimnis prostituieren oder aufdrängen?
Und hast du mich deshalb ebenfalls freiwillig aus Liebe sterben lassen, wie du es getan hast, damit wir uns als ebenbürtige Partner frei in die Augen schauen können?
Tränen treten mir in die Augen, als ich die Kostbarkeit dieser Absichten erkenne, den Respekt, den sie offenbar werden lassen. „Danke," sage ich schließlich leise. „Dass du es mir nicht gesagt hast. Und für alles."

Er nickt ernst, dann lächelt er wieder. „Und jetzt…" Mit einer geschmeidigen Bewegung ist er wieder beim Weiher, greift hinein und zieht aus der lebendigen Flüssigkeit, die von Blut zu Wasser zu Blut zu fluktuieren scheint, einen großen Gegenstand heraus. In den Strahlen der Sonne, die nun auf die Wasserfläche fallen, erkenne ich die teilweise zerrissenen, vom Nass durchtränkten Türme, Häuser, Bäume, Tiere, Landschaften, Menschen, die ich mein ganzes Leben hindurch – mein anderes Leben – an jenem Webrahmen in mühevoller Arbeit zu einem Teppich gewirkt hatte. Ihre Farben glänzen hier heller, als ich es je empfunden hatte, während das rote Nass von ihnen abtropft und sich an vielen Stellen schon in klare Wassertränen verwandelt.
Eine seltsame Mischung von Emotionen durchtränkt mich, als ich den Blick schließlich von diesem Lebenswerk löse und mein Gegenüber fragend anblicke. „Und jetzt was?"
„Jetzt werden wir uns dein früheres Leben, das nun unser gemeinsames Leben ist – so wie dein neues Leben, mein Leben, nun unser gemeinsames Leben ist – vornehmen." Er grinst. „Es ist jetzt in meinem Blut gereinigt, aber ich würde gerne noch etwas mehr von meinem Licht, Schönheit und Sinn hineinweben, wenn du nichts dagegen hast."
Schmerz durchfährt mein Inneres und ich blicke zu Boden. „Wie soll das gehen, wo es doch vorbei ist und ich nichts mehr daran ändern kann? Ich habe es doch schon zu Ende gelebt und bin doch schon gestorben."
„Elaine." Sachte spüre ich seine Hand an meiner Schulter, als er mich zu sich herumdreht, so dass ich nicht anders kann als ihm in die Augen zu schauen. „Ich stehe über der Zeit. Ob mir ein Leben chronologisch gesehen an seinem Anfang, an seinem Ende oder irgendwo dazwischen gegeben wird, ändert nichts an der Tatsache, dass ich dieses Gewebe in ein Gewand von Sinn und Schönheit verwandeln werde."
Ich schweige.
„Du glaubst mir nicht?" Er seufzt. „Pass auf: Jener Ritter, von dem ich dir in der Höhle erzählte, war nicht ich, wie du zuerst dachtest. Aber es gab ihn, seine Geschichte ist wahr, und nachdem er sie mir, kurz bevor er dahinstarb, geschenkt hatte, kann ich sie nun benutzen, zum Beispiel dazu, dir begreiflich zu machen, was ich für dich empfinde. Um es noch deutlicher zu machen: Es gab einmal einen Verbrecher, an dessen Leben nicht viele Menschen auch nur irgendetwas Gutes gefunden hätten. Ich will dir eine Liste seiner Übeltaten ersparen, aber dieser Mensch hat mir erst in der Stunde seines – und meines – Todes sein Leben überlassen, und ich habe dennoch und gerade erst recht daraus etwas Einzigartiges gemacht: eine Botschaft der Gnade für alle, das Wissen, dass Glaube allein genügt."

„Du meinst also…" frage ich zaghaft, „dass du selbst aus meinem komischen, abartigen Leben irgendetwas machen könntest?"
„Ja. So ‚komisch' und ‚abartig' war dein Leben übrigens gar nicht. Weißt du, die Menschen, von deren Freiheit in Camelot du sehnsüchtig träumtest, waren auch nur gefangen, so wie du. Sie wussten ebenfalls nicht mehr als zu weben oder für sich weben zu lassen, auf vielfältige Weise – Kleider, Gemälde, Gelage, Hofzeremonien, Etikette, nette Nichtigkeiten –, gefangen selbst dort in Camelot, dort in der Freiheit, die dir verwehrt war. Sie leben nicht. Sie sind toter als du.
Und dein sogenannter Fluch ist etwas, das über jedem Menschen hängt. Der ‚Fluch', der über ihn hereinbricht, wenn er aus seiner Schattenwelt ausbricht, ist in Wahrheit ein Segen. Sie nennen ihn Fluch, weil er sie mit ihrem bisherigen Leben nicht mehr zufrieden sein lässt. Weil er sie ihm und es ihnen langsam immer mehr entzieht. Sie nennen ihn Fluch, weil sie an ihrem toten Leben hängen und nicht sterben wollen hin zum Leben.
Dieser ‚Fluch' wurde dir bereits in die Wiege gelegt, und er hat schon angefangen zu wirken lange bevor du dein Gesicht jenem Turmfenster zuwandtest, um nach draußen zu schauen. Er war die Sehnsucht, die dich mit den Schatten unzufrieden sein ließ, die die Träume und Wünsche in deinem Herzen entfachte. Nach Echtheit. Nach Schönheit. Nach Liebe. Nach mir. Und für diese Schönheit hast du letztendlich alles gegeben, weil sie es wert war.
Deine Geschichte, wie die Geschichte des Ritters, der die Belle Dame traf, wie die Geschichte des Verbrechers, wie meine Gleichnisse, wie jede Geschichte, die mir gegeben wird, ist ein Sinnbild, wird zu meinem Gleichnis. Ich spreche auf so viele Arten, je nachdem was der passende Abstand ist, in dem ein Mensch die Sonne als angenehm empfindet, sie ihn weder verbrennt noch kalt lässt. Der eine erkennt sie durch Blumen am Wegrand, der andere durch ein Schoßhündchen, oder einen Ritter in strahlender Rüstung vor dem Fenster. Ich bin ein Geheimnis, das sich danach sehnt, enthüllt zu werden, und deine Geschichte wird eine mögliche Verschlüsselung davon sein. Viele werden sie nicht verstehen, wenn sie sie hören oder lesen, oder nur auf oberflächliche Art verstehen, die scheinbar sinnlos ist. Aber es wird Menschen geben, die genau deine Parabel brauchen, denen sie die Sonne in genau dem passenden Abstand und Einfallswinkel, in genau der richtigen Intensität und dem ansprechendsten Licht widerspiegelt."
„Hmm…" Ich mustere ihn nachdenklich, während mir auf einmal ganz leicht ums Herz wird.

Ich spüre, wie er sanft meine Hand ergreift. „Du wirst schon sehen. Aber nun komm!"
Ich lächle, fasse seine Hand fester und werde immer schneller, fange an zu rennen, den Blick auf den Garten vor uns gerichtet, die weite Wiese, in ihrem Gras barfuss mit ihm zu tanzen, umgeben von Morgentau, glitzernd und lebendig wie die Fünkchen in seinen Augen.

2012

[Diese Kurzgeschichte basiert auf Alfred Tennysons Gedicht „The Lady of Shalott" und (in geringerem Maße) John Keats' Ballade „La Belle Dame Sans Merci." Die zitierten bzw. paraphrasierten Bibelstellen, in der Reihenfolge ihrer Verwendung, sind 2. Mose 33:20, Lukas 9:24, Joh. 6:54, 56, Joh. 11:25, Lukas 23:40-43.]