Eine etwas andere Story über einen Dschinn und seinen (ihren) Meister=) Viel Spaß!=)

„Oh Mann, nicht schon wieder!", stöhnte Jackson und ließ seinen Rucksack neben den rechten Vorderreifen seines Trucks fallen. Er warf einen Blick zur anderen Seite des Schulparkplatzes, von wo aus Ethan Sattler und seine Rugby-Buddies ihn schallend lachend beobachteten. Sie waren allerdings nicht die einzigen. So ziemlich jedes Augenpaar, dass die West End High in Brisbane besuchte, war auf ihn oder seinen Wagen gerichtet, entweder amüsiert oder bemitleidend.

Fluchend öffnete Jackson die Fahrertür, lehnte sich in die Kabine und zog ein Handtuch, dass er immer im Wagen ließ, aus dem Handschuhfach. Nachdem er die Windschutzscheibe auch mit Wischwasser benetzt hatte, begann er die fünf Buchstaben, die dort prankten und mit knallrotem Ketchup das Wort Loser bildeten, wegzuwischen-inzwischen hatte er schon etwas Übung darin.

„Die könnten sich ruhig mal was anderes einfallen lassen.", murmelte er wütend vor sich hin. Als er mit dem Ergebnis einigermaßen zufrieden war, setzte er sich hinters Lenkrad und betätigte noch ein paar Mal die Scheibenwischer. Als das den restlichen Ketchup nur noch mehr verschmierte, ließ er stöhnend den Kopf aufs Lenkrad fallen.

„Hey, Jackson, alles klar?"

Jackson drehte, ohne sich von seinem Lenkrad zu erheben, den Kopf und erblickte Blaize Hawthorne, die neben der Fahrertür seines Gefährts stand. Umwerfend und traumhaft schön wie immer mit perfekt sitzender Frisur und tadellos sitzendem Sommerkleid war sie der Traum eines jeden hormongesteuerten Jungen in West End und Umgebung. Tatsächlich hatte Jackson seinen ersten Kuss an sie verloren-im Kindergarten.

„Wirklich, Blaize? Wirklich?"

Ihr Lächeln nahm einen leicht gequälten Ausdruck an, als sie einen Blick auf die immer noch arbeitenden Scheibenwischer warf.

„Ethan?"

„Wer denn sonst?"

Tröstend legte sie ihm eine Hand auf die Schulter.

„Mach dir nichts drauß. Morgen haben das alle sowieso wieder vergessen."
„Natürlich, und deswegen müssen sie das morgen gleich nochmal wiederholen.", brauste Jackson auf und schlug einmal kräftig auf das Lenkrad.

„Ich werde mit ihm reden.", bot Blaize an. „Der soll bloß nicht denken, dass er sich hier alles erlauben kann."

Jackson lächelte schwach.
„Lieb von dir, aber lass nur. Bringt ja eh nichts. Außerdem, wie kommt denn das rüber, wenn ich mir von einem Mädchen helfen lasse?", trietze er, woraufhin Blaize lachte.

„Ja, aber das wäre dafür das mutigste Mädchen der Schule, die gegen den achso furchteinflößenden Drachen Ethan Sattler in den Kampf zieht!"

„Oh, meinst du den mit Mundgeruch und Fußpilz?"

Sie zwinkerte.

„Genau den." Dann wurde sie ernst. „Aber ehrlich, Jack, lass dir das doch nicht gefallen."
Er zuckte mit den Schultern.

„Was soll ich denn machen, Blaize?"

„Wehr dich! Nimm nicht immer alles so hin! Biete ihm Paroli! Du bist doch sonst so geschickt mit Worten."
Jackson winkte ab.

„Lass mal gut sein, Blaize. Solange er auf mir rumtrampelt, macht er wenigstens keinen anderen fertig."

Blaize machte einen Gesichtsausdruck, als wäre sie mit dieser Antwort gar nicht zufrieden. Sie blickte über die Schulter zu Ethan und den anderen.

„Weißt du, Des findet es auch unmöglich, was Ethan da abzieht.", verkündete sie Jackson.

Ach, Destiny Phillipps, der andere Traum eines jeden Jungen in West End und Umgebung und Ethans wahrgewordener. Schon seit Jahren war Jackson still und heimlich in sie verknallt.

„Ich glaube sowieso nicht, dass sie das noch lange mit ihm durchhält. Sie beschwert sich immer öfter über ihn."

„Man fragt sich nur weshalb.", murmelte Jackson und ließ den Motor an-inzwischen hatten seine Scheibenwischer genug von dem Ketchup entfernt, dass er einigermaßen klare Sicht hatte.

„Hey, Jackson. Wir treffen uns heute Abend alle im Arcade, hast du nicht vielleicht Lust, auch zu kommen?"

Er hob eine Augenbraue.

„Ist das dein Ernst?"

Blaize hob lachend abwehrend die Hände.

„Ist ja schon gut, ich werd nicht nochmal fragen."

„Außerdem wird es bei mir heute Abend spät." Blaize's Lachen fiel in sich zusammen.

„Stimmt ja, heute ist Mittwoch. Fährst du runter an die Gold Coast?"

Jackson nickte und Blaize lächelte sanft.

„Dann bestell ihr einen schönen Gruß, ja? Beiden."

Jackson legte zwei Finger an die Stirn und salutierte, bevor er den Truck langsam vom Parkplatz lenkte. Als er endlich die Straße erreicht hatte, atmete er auf. Ein weiterer Tag in der Hölle lag hinter ihm. Und nur noch etwa einhundert weitere vor ihm bis zum Abschluss.