Begehrte

„Ich will dich mir verloben auf ewig" –
dich durchweben, mich von dir umnetzen lassen
wie die fein verästelten Adern ein grünendes Blatt;

„Ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und Rechtmäßigkeit" –
unsere Blicke versunken ineinander,
ebenbürtig, frei von jeglicher Scham;

„in Liebe und in Erbarmen" –
uns gegenseitig durchströmen, uns nähren,
wie golden zermahlener Weizen, wie rubinrot gekelterter Wein;

„Ja, ich will dich mir verloben in Treue" –
unsere Augen spiegelnd einander,
die Schönheit des Andern die einzige Welt,

„und du wirst den Herrn erkennen" –
Begehrte des Herrn.

„Begehrter der Nationen" –
Dich erfassen,

dich empfangen, in dir aufgehen
wie eine Blüte im Licht der Leben gebenden Sonne,

von dir umgeben sein, mich in dich kleiden
wie in kostbare Stoffe und duftende Salben,
wie in wärmende, atmende Haut;

dich in mir aufnehmen, ineinanderwachsen
wie Blutbahnen jeden Winkel des Körpers durchziehen,

mich durchtränken lassen, uns gegenseitig erfüllen
wie Quellen, wie Flüsse wilden Wassers das weite Land;

Ja, dich ehren, dich lieben, will ich –
Begehrter meiner Seele,
Ishi – mein Mann.

(Zitate: Hosea 2:21-22; Haggai 2:7)