Ein Tag mit Cyril

ein anstrengendes Vergnügen

Vor ein paar Tagen hatte ich meinen Enkel Cyril (9 Jahre jung) den ganzen Tag hier, denn in seiner Schule wurde gestreikt. In Arthurs (jetzt 12) Schule stand noch offen, ob gestreikt werden sollte oder nicht, er musste also zu seinem Leidwesen hin.

Also, Cyrils und mein Tag war sehr ausgefüllt. Er ist sehr gut erzogen, höflich und rücksichtsvoll, aber es steckt eine unglaubliche Energie in ihm! Wir waren zusammen im Supermarkt einkaufen, wo es unmöglich war, seinen sehnsüchigen und begeisterten Blick auf eine Kinderpistole (eine Plastikpistole mit einem Pfeil, dessen abgerundete "Spitze" aus Schaumstoff bestand) nicht zu bemerken. Er blieb wie angenagelt vor ihr stehen. Hab gesagt, dass ich sie ihm schenke, worauf er leidvoll aufstöhnte, dass seine Mutter (meine Tochter) bestimmt etwas gegen die Pistole einzuwenden hätte. Nun, wir haben trotzdem zwei gekauft, die zweite für Arthur. Ich würde es auf mich nehmen, hab ich ihm gesagt. Nach unserer Rückkehr hat er einen Pfeil gegen sich selbst geschossen, nachdem er mir versichert hatte, dass es überhaupt nicht weh täte - was ich dann auch an mir selbst bestätigen konnte. Überhaupt schien er sehr vertraut zu sein mit dieser kleinen Pistole, was vermuten liess, dass er sie schon bei einem seiner Freunde kennengelernt hatte. Wir haben uns darauf eine ganze Weile mit Hilfe einer selbstgefertigten Zielscheibe im Schiessen geübt (allerdings sind diese Pfeile nicht sehr präzise). Danach hat er mir die Spiele, die er auf seinem iPad installiert hatte, beigebracht, und zum Schluss haben wir ein Kartenspiel, "Bataille" (wer die höhere Karte legt, gewinnt die Karte des anderen), gespielt. Zwischendurch haben wir natürlich auch gegessen. Zum Schluss wollte er unbedingt, dass ich zu ihnen in ihr neues Haus ziehe, bis meine eigene Wohnung fertig sei, aber ich hab ihm erklärt, dass noch ein Zwischen-Umzug mir zu mühsam wäre. "Aber wir helfen dir", versprach er mir. Rührend, aber nein, ich bleib doch lieber hier. Jedenfalls war ich am Spätnachmittag, als sein Vater und Arthur (nein, in seiner Schule wurde nicht gestreikt) ihn hier abholten, total KO, und trotzdem muss ich jetzt noch lachen, wenn ich an den Tag denke. Übrigens hatte er nicht sein Fahrrad mitgebracht, und nach draussen wollte er auch nicht, um nicht Nicole zu begegnen, die immer seine Schulkenntnisse kontrollieren will und ihn dauernd verbessert. Und seinen Opa Toan trägt er auch nicht so sehr im Herzen, weil er ihm immer das "richtige" Malen beibringen will. Eine sehr begründete Sorge, ihr kennt doch einige von Cyrils Bildern, die ich zu meinen Geschichten über meine Enkel auf FictionPress gesetzt habe?

Fortsetzung folgt...