Mein Unglück mit dem Duschhocker

ein Hexenschuss, oh weia, die Schmerzen!

Vor vier Tagen, am Sonntag, waren meine Tochter Vanessa und ich zusammen in einem riesigen Warenhaus einkaufen, wo man alles findet, was man so für sein Heim braucht. Ich hab da einen tollen Hocker für meine zukünftige Dusche erstanden, mit rechts und links Griffen, an denen man sich leicht vom Sitz, der die perfekte Höhe hat, wieder hochstemmen kann. Bei Vanessa zurück hab ich gleich angefangen, ihn zusammenzusetzen (die Bestandteile lagen in einem Karton), hab aber dummerweise nicht aufmerksam genug die Reihenfolge in der Gebrauchsanweisung beachtet und mit der Sitzfläche angefangen statt dem Gestell. Da gab's dann zum Schluss ein Problem: zwei von den vier Schrauben befanden sich eine Spur seitwärts von den Löchern im Aluminiumgestell. Hab mich gebückt und versucht, das Gestell etwas auseinanderzudrücken, was erheblich schwieriger war als vorgesehen, und plötzlich knackte es fürchterlich in meinem Rücken, also, dieser Schmerz! Ich konnte mich zuerst gar nicht wieder aufrichten! Als ich es dann endlich einigermassen schaffte, hab ich dem blöden Duschhocker noch einen Fusstritt verpasst, dann bin ich, immer noch gekrümmt, nach oben zu Vanessa gehumpelt. Sie hat gleich die Diagnose gestellt: Ein Hexenschuss! Es ist das erste Mal, dass mir so etwas passiert! Sie hat mir ein Schmerzpflaster auf die Stelle geklebt, und weil Aperitifzeit war, haben wir beide einen Pastis getrunken, meiner etwas stärker als ihrer. Danach ging's mir schon etwas besser, jedenfalls konnte ich wieder aufrecht gehen. Vanessa ist dann mit mir hinuntergegangen und hat mühelos die beiden noch fehlenden Schrauben in die Löcher bekommen, ich konnte nur staunen. Meine schmerzhafte Aktion war also immerhin von Nutzen gewesen!

Seitdem nehme ich Schmerztabletten und wärme die schmerzende Stelle mit einem elektrischen Heizkissen, aber das Aufstehen morgens ist immer noch recht qualvoll, und um von einem Stuhl oder Sessel hochzukommen, muss ich mich am Tisch oder den Armlehnen aufstützen. Ich überlege, ob es nicht sinnvoll wäre, mich von einem Osteopathen behandeln zu lassen. Immerhin sind Vanessa und ich uns einig, dass das Malheur rechtzeitig genug eingetroffen ist, damit ich am Umzugstag (er ist jetzt endgültig auf den 14. Oktober festgelegt worden) wieder in Form sein werde, drückt aber bitte sicherheitshalber die Daumen! Auf diese Weise betrachtet kann man es sogar als Glück betrachten, dass es mit der Fertigstellung des Wohnkomplexes etwas länger gedauert hat als vorgesehen.

Fortsetzung folgt