Im Augenblick bin ich

hauptsächlich eine Oma

Unglaublich, aber ich bin immer noch am Räumen. Zuerst waren es die gröbsten Dinge, jetzt geht es mehr und mehr ins Detail. Und die Bilder warten auch immer noch auf Vanessa, um aufgehängt zu werden, diese Woche musste sie beruflich nach Paris, war also nicht disponibel. Dafür bin ich jetzt in erster Linie eine Grossmutter geworden, auf französisch eine Mamie. Der 12-jährige Arthur und der seit ein paar Tagen 9-jährige Cyril haben jeder einen Schlüssel zu meiner Wohnung, falls ich einmal nicht da sein sollte, wenn sie nach der Schule zu mir kommen. Ihre Schulen sind etwa 20 Minuten zu Fuss von mir entfernt, das ist ein Klacks für die beiden energiegeladenen Burschen. Nur wenn es in Strömen regnet und/oder stürmt, hole ich sie mit dem Auto ab. Hier machen sie es sich sofort mit ihren elektronischen Spielen auf dem Sofa bequem, was ich als unvergleichlich angenehmer empfinde, als wenn sie überall lärmend herumrennen würden, wie sie es zu Anfang taten, ehe ich Vanessa bat, ein paar dieser Spiele, die sie überreichlich zu Hause haben, hier zu deponieren. Keine Bange, Bewegung bekommen die Jungs schon genug zu Hause, auf dem Schulhof - und dem Weg zu mir. Zu Anfang haben sie sich nämlich diese Bewegung auch noch bei mir in der Wohnung verschafft, sind überall herumgerannt und auf dem Sofa herumgehopst. Ich musste sie jedes Mal zur Ordnung rufen. Daher die elektronischen Spiele. Eine wunderbare Erfindung, wirklich! Ich hab die beiden ja von Herzen gern, sie sind auch sehr gut erzogen und lieb, nur muss man sie halt manchmal an ihre guten Manieren erinnern.

Jetzt liegt das enkelfreie Wochenende vor mir, das werde ich nutzen, um endlich Ordnung in all die Papiere zu bringen, die sich in den 9 Monaten meines Nomadenlebens in einem grossen Umschlag angesammelt haben.

Fortsetzung folgt