Grosser Lärm ist schwer zu ertragen

... genau wie absolute Stille

In unserem neuen Appartementhaus, gab es, besonders zu Anfang, sehr viel Lärm. Es wurde gebohrt, gehämmert, Möbel wurden gerückt, alles ganz normal in der ersten Zeit, aber so ungefähr nach zehn Uhr Abends herrschte Stille - bis auf eine Ausnahme: Man hörte das grässliche Schurren und Quietschen von Stühlen, die offensichtlich nicht mit lärmdämpfenden Gleitern versehen waren, und das Klappern von hohen Absätzen bis oft weit nach Mitternacht.

Es war ein grosses Problem, diese rücksichtslosen Bewohner zu lokalisieren! Es gibt hier 12 Wohnungen, darüber hinaus ist die Herkunft solcher unangenehmen Geräusche nicht mit Sicherheit auszumachen. Ich habe selbst - vergeblich - an viele Türen geklopft. Alle beteuerten mir, selbst auf der Suche nach den Lärmmachern zu sein. Dann kam endlich der Tag, an dem himmlische Ruhe herrschte, jemand muss Erfolg gehabt haben bei seiner Suche.

Gestern telephonierte ich mit meiner Schwester und erzählte ihr vom glücklichen Ausgang dieser Geschichte. Sie freute sich für mich, dann lachte sie und sagte: "Weisst du, dass absolute Stille genau so schwer zu ertragen ist wie Lärm? Da braucht man dann eine CD mit Geräuschkulisse."

Also, die Lösung liegt wie immer im gesunden Mittelmass, aber um zehn Uhr Abends sollte es, bitte schön, aufhören mit unangenehmen und schlafraubenden Geräuschen!

Gerade rechtzeitig kommt mir nun aber die Erkenntnis, dass auch wir in unseren jungen Jahren ganz gute Krachmacher waren. Zum Beispiel bei den Festen, die wir mit unseren Freunden in unserem Keller veranstalteten. Ich seh noch meinen Vater oben auf der Treppe stehen und uns energisch auffordern, die Musik leiser zu stellen. Tja, so geht es im Leben...

Fortsetzung folgt...