Bücher und Musik

Meine Empfindungen

Schon als Kind faszinierten mich Bilderbücher und Märchen, dann waren es die Jugendbücher und später die Romane, in denen es um Liebe und Abenteuer ging: Françoise Sagan, Henry Benrath, Françoise Chandenagor und viele, viele andere. Ich war eine richtige Leseratte, und Dank dieser Bücher lernte ich eine Menge über die Menschen, ferne Länder und das Leben überhaupt kennen, Dinge, die ich selbst in diesem Ausmass nie selbst hätte entdecken können.

Aber jetzt, mit meinen 75 Jahren, habe ich das Interesse an Büchern verloren. Manchmal versuche ich noch zu lesen - um das Buch bald wieder aus der Hand zu legen. Sie langweilen mich, ich fühle mich nicht mehr angesprochen! Warum? Verengt sich mein Blickwinkel? Hab ich nichts mehr zu lernen aus dem Leben der anderen? Hab ich selbst genug erlebt und kann mir das Nicht-Erlebte nun auch ohne weitere Bücher gut vorstellen? Oder konzentriere ich mich mehr und mehr auf mich selbst - und vor allem meine Enkel, die ich ja jetzt oft nach der Schule bei mir habe? Mich von meinen Büchern zu trennen kommt für mich allerdings nicht in Frage. Sie leisten mir Gesellschaft in meiner Wohnung, wecken Erinnerungen an schöne Lesestunden in mir.

Mit Musik ist es etwas anderes. Selbst wenn ich meine Lieblingsstücke längst auswendig kenne, wecken sie immer noch Gefühle "ohne Worte" in mir, Gefühle, die frei schwingen können. Hier "schreibt" einem niemand vor, was man empfinden soll.

Hab ich das gut gesehen und ausgedrückt? Ich weiss es nicht...

Fortsetzung folgt...