Arthur auf dem besten Weg

ein Kavalier zu werden

Vor ein paar Tagen hat mein jetzt fast 13-jähriger Enkel Arthur mich sehr beeindruckt. Nachdem ich ihn von der Schule abgeholt und das Auto wieder in meine Tiefgaragenbox gefahren hatte, mussten wir noch zu Fuss durch vier von Türen getrennte Flure oder Vorräume zum Aufzug gehen. Diese Türen sind recht schwer aufzustossen und schliessen sich automatisch mit einem mehr oder weniger lauten Knall. Die erste Tür öffnete ich selbst, danach lief Arthur flink an mir vorbei nach vorn, öffnete die nächste Tür und hielt sie mir auf. "Merci", bedankte ich mich, worauf er eine kleine Verbeugung andeutete und sich noch schneller bis zur nächsten Tür beeilte. Noch zweimal wiederholte sich das Ganze, bis wir am Aufzug angelangt waren.

Oben beglückwünschte ich ihn zu seinen guten Manieren. "Mais, c'est normal" ( aber das ist doch normal) wiegelte er bescheiden ab. Später fiel mir ein, dass ich meiner Tochter Vanessa erzählt hatte, wie schwer diese Türen zu öffnen sind. Offensichtlich hatte sie ihrem Sohn nahegelegt, mir dabei behilflich zu sein.

Was den dreieinhalb Jahre jüngeren Cyril betrifft, so überlässt er das hilfreiche Türen aufmachen total seinem Bruder. Er rennt voraus, besteigt den Fahrstuhl, von dem er sich magisch angezogen fühlt und entschwindet nach oben, ohne auf uns zu warten. Aber auch er muss Ermahnungen bekommen haben, denn als er etwas später zu hastig nach seinem mit rotem Fruchtsaft gefüllten Glas griff und es überschwappte, stellte er es nach einem verstohlenen Blick auf mich vorsichtig auf den Tisch zurück, lief zur Küche, holte das Wischtuch, behob den Schaden und hängte das jetzt rot gefärbte Tuch wieder an den Haken.

"Das hast du gut gemacht", lobte ich ihn. Ein wenig später habe ich diskret den Lappen ausgewaschen, ich zog sogar vor, es selbst zu machen, um einem möglichen weiteren Unfall, zum Beispiel das Herumspritzen mit dem Wasser, vorzubeugen.

Fortsetzung folgt...