Say something

„Sag etwas!", bat sie. Forderte sie und blickte abwartend auf ihn herab. Er saß an seinem Tisch, den Blick hielt er vor ihr gesenkt und schwieg. Es schien als wollte er ihr nicht einmal mehr in die Augen sehen.

„Gibt es jemanden?" Seine Frage überraschte sie. Eigentlich hatte sie auf etwas anderes gewartet. Seine Worte bewiesen ihr nur wie weit sie sich bereits von einander entfernt hatten.

„Jemanden?" Mühsam schluckte sie. Es gab nur ihn für sie.

„Kannst du dich an den Tag noch erinnern an dem wir uns zum ersten Mal begegnet sind?"

Schweigend nickte er.

„Ich hatte Angst vor dir!" Sie konnte nicht sehen was er dachte, lediglich am leichten zucken seiner Schultern merkte sie wie sehr ihn ihre Worte getroffen hatten.

„Ich wusste wer du bist und zu was du fähig bist, aber ich kannte dich damals noch nicht. Deshalb hatte ich Angst vor dir!", erzählte sie weiter.

„Erst als du mich zu dir holtest. Zu einem Mitglied in deinem Team machtest. Erst dann änderte ich meine Meinung über dich!"

„Was siehst du heute in mir?", fragte er plötzlich. Es schien ihm wichtig zu sein zu erfahren was sie über ihn dachte. Warum nur stieß er sie dann zurück?

„Soweit bin ich noch nicht. Ich möchte dir gern alles erzählen. Vielleicht verstehst du mich dann besser und kannst dann sehen was in mir vorgeht!", sagte sie bestimmt.

„Ich begann für dich zu arbeiten und war von nun an jeden Tag mit dir zusammen. Du warst um mich, aber du hast mir nicht vertraut. Weißt du wie oft ich mit dem Gedanken gespielt habe zu gehen? So wie auch jetzt!" Traurig wandte sie sich von ihm ab.

„Warte!", bat er eindringlich.

„Ich höre dir zu!", beschwor er sie.

Automatisch hatte er sich erhoben und blickte sie an. Chloe drehte sich zu ihm um und sah ihm suchend in die Augen. Sie versuchte zu ergründen was er dahinter vor ihr verbarg. Er besaß kluge, warme Augen. Immer wenn er den Raum betrat oder in ihrer Nähe gewesen war, war sie versucht einen Blick von ihm einzufangen. Wenn er sie ansah, dann fühlte sie sich besser, sicherer und beschützt und er hat nichts davon geahnt.

„So wenig wie du mir vertraut hast, so sehr habe ich dir vertraut. Mit jedem neuen Tag an dem ich für dich gearbeitet habe, lernte ich dich besser kennen. Sah hinter die Fassade, die du nach außen für deine Feinde trägst, und sah den Mann der du tatsächlich bist." Bewunderung lag in ihren Worten und noch viel mehr.

„Ich wusste nichts davon.", kam es leise von ihm.

„Deine Sorge um die Menschen die um dich sind. Die dir wichtig sind, das berührte mich. Du versuchst sie nicht zu verändern, oder etwas anderes aus ihnen zu machen, sondern nimmst sie so an wie sie sind. Mit all ihren Fehlern. Du erkennst das Potential in jedem Menschen, kennst ihre Stärken und ihre Schwächen ohne über sie zu urteilen und deshalb mögen sie dich und vertrauen dir! Nur bei mir machtest du eine Ausnahme. Weißt du wie es sich anfühlt sich vor dem Menschen, den man selber bewundert, immer wieder beweisen zu müssen?" In ihrer Stimme lag mehr Schmerz als sie ihm eigentlich zeigen wollte.

„Es tut mir leid … ich wollte nie ...", kam es abgehackt von ihm.

„Oh doch das wolltest du. Du wolltest sehen wie ich strauchle und wie ich falle!"

„Chloe ..."

Chloe hob ihre Hand und brachte ihn so zum Schweigen.

„Lass mich ausreden, ich war noch nicht fertig. Du wolltest so sehr beweisen, das ich unehrlich war und du hattest recht damit. Ich war am Anfang nicht ehrlich zu dir und nicht zum Team. Dein Misstrauen mir gegenüber war gerechtfertigt. Später nicht mehr. Ich hätte alles für dich getan. Ich wäre sogar für dich gestorben, wenn es notwendig gewesen wäre!"

In ihren Augen brannten Tränen.

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Er war auf einen Konfrontation mit ihr nicht vorbereitet gewesen. Eigentlich hatte er es bisher vermieden näher über sie nachzudenken. Erst jetzt wurde ihm bewusst wie wichtig sie für ihn geworden war. Ein Tag ohne sie war für ihn unvorstellbar geworden. Warum das so war, weigerte er sich zu ergründen. Sie um sich zu haben war für ihn wie atmen. Man tat es einfach. Hörte man auf damit starb man. So war sie für ihn.

„Chloe ich wollte dich niemals verletzten. Im Gegenteil es gibt hier in meinem Team niemanden der mir mehr bedeutet als du und das sollte nicht so sein." Angespannt strich er sich mit der Hand über das Gesicht.

Es sollte keine Unterschiede in einem Team geben. Alle waren gleich. Nur nicht für ihn. Chloe war mehr für ihn und das wusste er tief in seinem Herzen. Phil holte tief Luft.

„Als ich dich fand, wusste ich noch nicht so wirklich was ich mit dir anfangen sollte. Ich sah deine Fähigkeiten, deine Talente und deinen Mut. Du bist ein Mensch, der niemals aufgibt, sobald er sich für eine Sache entschieden hat. Und du hast Herz." Bei den letzten Worten war seine Stimme herabgesunken zu einem Flüstern.

Gefühle wollte er sich nicht zugestehen. Phil empfand etwas für sie und dieses etwas ging weit über bloße Freundschaft unter Kollegen hinaus, dessen war er sich insgeheim bewusst. Seit sie in sein Team gekommen war, war alles irgendwie besser. Nachdenklich sah er sie an. Sie war bildhübsch und jung. Zu jung und das war auch ein Grund warum er sich jeden Gedanken an sie verbat.

„Weist du eigentlich wie alt ich bin?" Mit dieser Frage wollte er sie auf die Probe stellen, oder ihr vor Augen führen wie absurd es war, was sie von ihm wollte. Statt einer Antwort zuckte sie nur mit den Schultern.

„Ist das wichtig?", fragte sie zurück.

„Doch schon. Auf lange Sicht vermutlich schon!", erwiderte er gelassen und erhob sich. Diese Unterhaltung führte zu nichts, außer zu Schmerz. Erst würde er ihr wehtun und dann würde sie ihm wehtun.

„Wir sollten dieses Gespräch nicht führen. Es wäre besser alles so zu belassen wie es ist!", schlug er ihr vor.

„Besser für wen?"

Er hörte ihren aggressiven Ton. Sie war zurecht wütend auf ihn, aber das war gut so. So konnte sie ihn besser vergessen. Wie es um ihn stand, darüber wollte er nicht nachdenken. Eine Welt ohne sie, war so wie wenn die Sonne niemals mehr für ihn scheinen würde.

„Wenn du das willst bin ich raus! Ich kann das nicht. Nicht mehr!", zischte sie zornig und stürmte davon, ehe er sie aufhalten konnte.

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Wütend stopfte sie alle ihre Sachen in ihre Tasche. Sie würde von hier abhauen. Es gab nichts mehr was sie hier hielt. Phil … er war ein verdammter Idiot und ein Feigling und sie war dumm genug mehr in ihm zu sehen, als da tatsächlich war. Warum nur hatte sie sich ausgerechnet in ihn verliebt? In diesem Team gab es bessere Männer, als ihn. Wenn sie nur an Dalton dachte. Er war groß, muskulös und strahlte diese unerschwingliche Erotik aus. Ein Mann auf den die Frauen standen, nur sie nicht.

Oder Leo. Ein kluger Kopf. Vermutlich der klügste Mensch den sie kannte. Es gab nichts worauf er keine Antwort wusste und manchmal hatte sie das Gefühl sie lebten in ganz unterschiedlichen Sphären, weil sie gar nicht verstand was er sagte und zudem sah er auf seine Art nicht schlecht aus. Aber auch er war nicht Phil. Er war eine Mischung aus beiden und noch mehr. Er war klug, aber nicht zu klug. Er war stark, ohne ein Muskelprotz zu sein und er war gütig, auf seine Art.

All das machte ihn für sie zu dem Mann an den sie ihr Herz verloren hatte, auch wenn er es nicht wollte. Er wollte sie nicht. Chloe spürte wie ihr ihr Herz zerbrach. Unglücklich sank sie auf ihr Bett und ließ den Tränen freien Lauf. Unwillkürlich dachte sie daran zurück wie sie einander kennengelernt hatten. Wie sie ihn zum ersten Mal begegnete. Schon damals war da etwas zwischen ihnen. Eine Art Verbindung. Etwas besonders, auch wenn scheinbar nur sie es sehen konnte.

Sie hatte seine Einrichtung ausspioniert. Eigentlich dachte sie er wäre ihr Feind. Jemand der Schuld daran war, dass sie in einem Waisenhaus und ohne Eltern aufwachsen musste. Als er sie aufgriff, irgendwie hatte er von ihr gewusst, hatte sie gedacht ihr Leben wäre nun zu Ende, aber das war falsch. Phil hatte gewusst das sie dort draußen war und hinter ihm her schlich. Damals hatte sie große Angst vor ihm und vor dem was er ihr antun konnte.

Ihre Stärke war es alles über die Menschen herauszufinden was es im Internet zu finden gab. Außerdem besaß sie die seltene Begabung Muster zu erkennen. Sie erkannte wie die Dinge zusammengehörte. Deshalb war es ihr möglich ihn zu finden. Ihn und sein Team. Diese operierten wie sie lieber im Verborgenen. Er gehörte einer kleinen geheimen Organisation an, die sich um Dinge kümmerten, die niemals ans Tageslicht kommen sollten um so die breite Öffentlichkeit zu schützen.

Chloe dachte sie würden den Menschen das Recht auf die Wahrheit rauben, aber jetzt wusste sie es besser. Manche Wahrheiten blieben besser im Dunkeln. Die meisten Menschen würden sie nicht verstehen und ihnen nur Angst machen. Klüger war es sie darüber in Unkenntnis zu lassen. Das hatte sie verstanden sobald sie dem Team beigetreten war. Offiziell gab es das Team gar nicht. Sie gehörten zwar der amerikanischen Regierung an und wurden auch von ihr bezahlt, aber es gab keine Dokumente die das belegen könnten.

So war es ihnen möglich sich um Dinge und Menschen zu kümmern, ohne großes Aufsehen zu erregen. Chloe war so stolz gewesen diesem Team anzugehören. Hier waren ihre Freunde, ihre Familie und Phil. Entschlossen wischte sie sich die Tränen von der Wange, schnappte sich ihre Tasche und verließ den geheimen Stützpunkt. Zuvor warf sie ihren Ausweis auf das Bett. Nicht mehr länger gehörte sie dieser Einheit an.

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Er hatte zu lange gewartet. Sie war fort. Phil sah den Ausweis auf ihrem Bett und nahm ihn an sich. Das war alles was von ihr geblieben war. Das und das was er für sie fühlte. Vielleicht hätte er ihnen beiden eine Chance geben müssen? Langsam sank er an die Stelle, an der sie zuvor gesessen hatte und blickte traurig auf den Ausweis. Der Gedanke das sie fort war, war unerträglich für ihn.

Er war kein Beziehungsmensch. Keiner seiner Verbindungen hielt lange genug um überhaupt von einer Beziehung sprechen zu können. Natürlich hatte er auch schon einmal sein Herz verloren, aber nicht so wie jetzt. Sie gehen zu lassen war vermutlich der schlimmste Fehler den er je begangen hatte und er hatte schon wirklich viele Fehler in seinem Leben gemacht. Phil erhob sich, steckte ihren Ausweis ein und machte sich auf den Weg. Er musste Chloe finden und mit ihr reden. So konnten sie nicht von einander gehen.

Sie verdiente mehr, als sein Schweigen und seine Lügen über seine Gefühle für sie. Chloe verdiente die verdammte Wahrheit, nämlich das er sie liebte. Irgendwie tat er das schon immer. Was er für Bewunderung für sie hielt, war nichts weiter als seine tiefen Gefühle für sie. Er hätte es wissen müssen. Phil verließ das Gebäude und sah sich suchend um. Ihre Zentrale lag etwas abseits, aber immer noch nahe genug, das man Problemlos die nächste Stadt Riverton erreichen konnte.

Riverton war eine kleine, überschaubare Stadt und somit ideal für sie. Einerseits groß genug, das sie kein Aufsehen erregten, wenn sie durch die Stadt fuhren, aber auf der anderen Seite würden ihnen zu viele Fremde sofort auffallen. Aber sie konnte unter all diesen Menschen vollkommen verschwinden. Wenn er sie wieder haben wollte, dann musste er sich beeilen.

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Ziellos lief Chloe durch die Stadt. Als sie Phil verlassen hatte, wollte sie nur weg von ihm, nur wusste sie nicht wohin sie sollte. Phil und das Team war alles was sie hatte. Es gab sonst niemand auf der Welt. Keine Familie, keine Freunde. Es gab niemanden dort draußen. Bisher war das auch nicht notwendig gewesen, denn sie hatte alles was sie brauchte.

Seufzend überschlug sie ihr Bargeld im Kopf. Viel war es nicht, aber für eine Nacht in einem Motel würde es reichen, dann konnte sie weiter überlegen was sie aus ihrem Leben jetzt machen sollte. Sie hatte keinen Job mehr, sie hatte ja gekündigt und auch keine Wohnung mehr. Eigentlich hatte sie gar nichts mehr, außer dem das sie bei sich trug.

Kurz blieb sie stehen und atmete ein paar Mal tief durch. Okay sie hatte gerade ihr Leben weggeworfen, das war kein Problem. Dann fing sie eben wieder ganz von vorne an. Mit ihren Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer und sämtlichen Programmen würde es für sie ein leichtes sein einen Job zu finden. Am Besten in einer großen, sehr großen, Stadt sowie New York.

Nein sie würde die Nacht nicht in einem Motel verbringen, sondern sich sofort um ein Busticket nach New York kümmern. Vielleicht hatte sie Glück und sie war in einigen Stunden bereits unterwegs. Nun hatte sie ein Ziel und so lenkte sie ihre Schritte Richtung Busterminal. Unwillkürlich blickte sie über ihre Schulter zurück, ganz so als hielte sie Ausschau nach ihm. Aber natürlich war Phil nicht hier.

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Er würde, wenn es sein musste, die ganze Stadt nach ihr absuchen, bis er sie gefunden hatte. Fieberhaft begann er zu überlegen wo er nach ihr suchen sollte. Wohin würde sie gehen? Er kannte sie und wusste wie sie dachte. Chloe würde nicht hier bleiben, wo es für ihn ein leichtes war sie zu finden. Bestimmt würde sie die Stadt verlassen und in eine eindeutig größere wechseln. Verdammt, wenn er sie nicht fand, dann hatte er sie für immer verloren. Dieser Gedanke brachte ihn dazu Gas zu geben.

Phil wusste wohin er fahren musste. Wo sie war. Jedenfalls hoffte er das er richtig lag, als er sein Auto am Parkplatz abstellte und ausstieg. Plötzlich nervös spielte er mit dem Schlüssel in seinen Händen. Was sollte er ihr sagen? Schnell steckte er ihn in seine Tasche, er wollte nicht nervös, sondern cool vor ihr wirken, wenn er vor ihr zu Kreuze kroch. Und sie würde ihn bestimmt kriechen lassen.

Fest presste er die Lippen aufeinander und ging auf den Terminal zu. Lange brauchte er nicht nach ihr zu suchen. Sie saß alleine auf eine der Wartebänken, die zahlreich in der Halle aufgestellt waren.

„Chloe!", sprach er sie an, sobald er an ihrer Seite Platz genommen hatte. Einzig ihre schwere Reisetasche trennte sie voneinander. Schützend hatte sie diese neben sich gestellt.

„Warum bist du hier? Habe ich etwas vergessen?", fragte sie abweisend, ohne sie anzublicken. Das hatte er vermutlich verdient.

„Du hast das hier vergessen!" Phil griff in seine Tasche und hielt ihr ihren Ausweis hin.

„Den brauche ich nicht mehr!", sagte sie leise. Nachdenklich steckte er den Ausweis wieder in seine Tasche.

„Chloe ich möchte das du mit mir zurück kommst!", bat er sanft.

„Warum? Nenn mir nur einen Grund, warum ich das tun sollte!", verlangte sie. In ihrer Stimme schwankte leichte Verzweiflung mit. Was hatte er ihr nur angetan?

„Weil wir dich brauchen!", erwiderte er.

„Wir?", hakte sie nach. Nun sah sie doch zu ihm, eine Augenbraue dabei fragend hochgezogen.

„Ich … ich brauche dich!", gestand er ihr. Bewegt wandte sie sich ab.

„Das glaube ich dir nicht!", kam es leise von ihr.

„Dann werde ich es dir beweisen müssen!"

Mit seinem Schweigen vorhin in seinem Büro hatte er ihr Vertrauen zu ihm verloren. Phil erhob sich und machte sich auf die Suche der Automaten. Er konnte ihren fragenden Blick in seinem Rücken spüren. Schon bald kehrte er mit zwei Bechern in den Händen zurück. Einen davon reichte er ihr.

„Kaffee?" Überraschung zeichnete sich in ihrem Gesicht ab.

„Ich kenne dich und weiß alles von dir.", sagte er sanft.

„Du liebst Kaffee und seinen Duft, weil er dich an Zuhause erinnert. Jedenfalls stellst du dir das so vor!"

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Gerührt sah sie auf ihren Becher. Das hatte sie ihm vor sehr langer Zeit einmal gestanden. Unruhig rutschte sie auf ihrem Platz hin und her. Sie sollte ihm nicht erlauben sie so zu manipulieren. Am liebsten hätte sie sich bereits in seine Arme geworfen und ihn fest an sich gedrückt, aber noch hatte er ihr nicht gesagt ob er das auch wirklich wollte.

„Heißt das du willst jetzt mit mir reden? Woher kommt dieser plötzliche Sinneswandel?", fragte sie skeptisch. Vielleicht wollte er sie einfach nur als Mitarbeiterin zurück haben. Immerhin war sie gut in dem was sie tat. Nachdenklich nippte er an seinem Kaffee und schwieg. Er würde es ihr niemals sagen. Niemals würde er zugeben, was er wirklich für sie fühlte.

„Chloe ich ...", begann er.

„Schon klar!" Enttäuscht erhob sich Chloe, schnappte ihre Tasche und warf zugleich den kaum angerührten Kaffee in den nächsten Mülleimer.

Sie verließ den Terminal und ging nach draußen. Sie wollte einfach nur weg von ihm. Er hatte ihr nichts zu sagen, also wollte sie auch nicht mehr länger in seiner Nähe bleiben. Mit verschränkten Armen stand sie auf dem Bürgersteig und starrte stur gerade aus.

„Verdammt Chloe du weißt das mir das nicht leicht fällt! Zwing mich nicht dazu!" Er stand neben ihr und hatte wie sie die Arme vor der Brust verschränkt.

„Ich kann so nicht weitermachen und ich will es auch nicht. Phil, du weißt was du mir bedeutest und wenn du nicht das gleiche für mich empfindest, dann lass mich gehen!"

Hier standen sie nun mitten in der Nacht, Seite an Seite. Wie würde es enden? Würde er sie in den Bus steigen und somit für immer aus seinem Leben verschwinden lassen? Oder gab er endlich zu, dass auch er etwas für sie empfand?

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„Mein Bus kommt in einer Stunde. Du brauchst nicht zu warten. Ich werde sicher an Board sein!", kam es kalt von ihr.

„Du wirst nirgendwo hinfahren!", kam es entschlossen von ihm.

„Was sollte mich aufhalten?", fragte sie provozierend.

„Ich!"

Chloe stellte ihre Tasche auf den Boden, stemmte die Hände in die Hüften und drehte sich zu ihm.

„Ich höre!"

„Du bist wunderschön, wenn du wütend bist!", sagte er. Auch er hatte sich zu ihr gedreht. Nun standen sie einander gegenüber.

„Komm mit mir zurück und ich verspreche dir alles wird sich ändern!"

„Ach ja?", erwiderte sie gedehnt.

Plötzlich kam Leben in ihn. Er umfasste mit beiden Händen ihr Gesicht und presste seine Lippen auf ihre. Kurz hielt er inne, wartete wie sie darauf reagierte. Würde sie ihn zurückstoßen, oder würde sie ihn küssen? Sachte bewegten sich ihre Lippen unter den seinigen und veränderten leicht den Druck. Mehr brauchte er nicht. Phil verstärkte den Druck und küsste sie mit allem was er für sie empfand. Er fühlte wie sie weich und nachgiebig in seinen Armen wurde. Es war noch nicht zu spät. Sanft löste er sich von ihr und sah ihr tief in die Augen.

„Komm mit mir zurück, bitte!", sagte er leise.

„Warum?", fragte sie wieder und wartete.

„Weil ich dich liebe!", erwiderte er und brachte Chloe damit zu strahlen. Fest schlang sie ihre Arme um ihn.

„Endlich!", wisperte sie an seinen Lippen und küsste ihn.