Dornenkönigin

Gefangen
in den Dornen
träume ich von dir
und die schwere Last
hebt sich für einen Moment
von meinen Schultern.

Gefesselt
in den Qualen
träume ich von dir
und ein Lichthauch
flüstert für einen Moment
in meine Seele.

Ich beuge mich
zu deinen Füßen
sie zu waschen mit Händen mit Lippen
doch dein steter Blick
auf mir ruhend zart erwärmend
hebt mein Haupt.

Deine Augen
halten meine
halten inne
innig nahend
zaghaft streifend
wollen meine Lippen deine grüßen.

Doch du senkst dich herab wie Tau
in sanfter Süße
umhüllen deine Lippen meine
vereint sich dein Mund mit meinem
taucht deine Zunge liebkosend zu meiner
dein Hiersein vergänglich zu schmecken
in zärtlich flüchtigem Trost.

Spricht wortlos
von unverhoffter Gnade
von heißersehnter Liebe
unveränderlichem Erbarmen;
sagt mir sprachlos
dass ich gewollt bin, würdig bin, dein bin
in den Dornen wie in den Lilien.