Noch einmal Musik

Als ich jung war, war ich waghalsig, unternehmungslustig, dachte nicht viel über die Konsequenzen nach. Ich hab auch viel gelesen, vor allem Erzählungen und Romane. Historische Ereignisse schienen weit, weit zurückzuliegen. Jetzt schrumpft die Zeit, ebenso wie die Wichtigkeit der eigenen Erfahrungen.

Ich höre mir meine CD mit drei Symphonien von Joseph Haydn an und freue mich an ihnen. Der gleichbleibende Rhythmus, so angenehm anzuhören. Diese Musik entspannt, beschwingt, ist wunderbar gut anzuhören mit ihrem gleichbleibenden Rythmus. Sie strahlt nichts Dramatisches aus, höchstens eine kleine Melancholie und manchmal einen kurzen dramatichen Ansatz um die Monotonie zu unterbrechen, um Aufmerksamkeit zu wecken. Damals wurde für Könige musiziert.

Als ich jünger war, langweilte mich diese Musik ein wenig, ich zog Komponisten wie Mozart, Schumann oder Brahms vor. Heute schätze ich unendlich diese Heiterkeit, diese Distanz, das Sich-nicht-aufdrängen-wollen der früheren Musik.

Je älter ich werde (ich bin jetzt 76!), desto leichter fällt es mir auch, mich in die vorausgehenden Generationen hineinversetzen.