Erster Teil einer Reihe.
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1

Es war noch kühl als wir von der Schule losgefahren sind, doch jetzt hatte wir eine angenehme Temperatur erreicht um uns die römische Villa anzusehen, die 45 n. Chr. abgebrannt war. Ein Großteil meiner Klasse war nicht interessiert und hörten nicht zu was die Lehrerin sagte. Ich muss ehrlich sein,ich auch nicht, meine ganze Aufmerksamkeit galt Julia. Das schüchterne Mädchen aus Rom. Sie hatte keine richtigen Freunde in der Klasse, obwohl niemand schlecht von ihr reden würde. Sie war eine Außenseiterin, die aber auch nicht versuchte dazuzugehören, auch trug sie ungewöhnliche Kleidung und sprach auch nicht viel was die Situation auch nicht besserte.

So schritten wir weiter durch die Ruinen, dieser alten verbrannten niemand außer mir bemerkte,weil niemand auf sie achtete, waren die Tränen die sich langsam aber stetig in Julias Augen sammelten und ich wusste. Wir kamen zu dem Haus in dem die Fundstücke ausgestellt waren. Im ersten Raum waren nur Tonkrugscherben und verkohltes Holz, was die Klasse noch unruhiger werden ließ und Julia noch stiller. Im zweiten Raum versammelten sich alle Jungs und ein Großteil der Mädchen kichernd und fingerzeigend um die Bronze Statue einer nackten Venus, was unsere Lehrerin wohl nicht zu bemerken schien und so redete sie einfach weiter über Fortschritte in der römischer Kultur.

Doch als ich meine Aufmerksamkeit von den lachenden Kindern wieder auf Julia gelenkt hatte sah ich schon,dass ich fast zu spät gewesen wäre. Ich begann in Windeseile den Faden mit meinen Fingern zu spinnen und als er sich schon um Julia schlang schrie sie endlich los, dies hörte niemand, und stürmte auf eine Vitrine zu in der ein Kinderschädel lag. Der Faden hatte sich schon von der Taille aus auf beide Seiten aus um sie geschlungen und ich spann schon mit zwei Fäden,als sie durch das Glas der Vitrine griff und den Schädel mit beiden Händen nahm und auf die Stirn küsste. Tränen flossen in Bächen über ihr Gesicht,diese machten ihr weißes Oberteil durch die herunterlaufende Mascara dreckig.

Ich musste schneller sein, ich hatte nicht mehr lange Zeit bis sie verschwinden würde und alles wieder von vorne Anfangen würde. So nahm ich noch zwei Fäden dazu, der eine begann an ihren Füßen der anderen am Scheitel, nun spann ich mit vier Fäden.

Julia kniete schluchzend und lateinische Wörter murmelnd am Boden und wippte vor und zurück. Als ihr schluchzen leiser wurde,war der Faden endlich fertig gesponnen,er umhüllte sie wie einen Kokon,sie und das Kind schützend vor der großen „bösen"

Welt und den immer wieder Wiederholenden Grausamkeiten bewahrend.

Der Kokon begann sich zusammen zuziehen, er wurde immer kleiner,dichter bis er wie ein kleiner blauer Edelstein aussah,der in der Luft schwebte,blaues Licht ausstrahlend währen die Uhren und die Zeit stehen geblieben war, während all dies geschah. Ich streckte meinen Arm aus, nahm ihn aus der Luft und steckte ihn in meinen kleinen schwarzen Samtbeutel, als er in diesem verschwunden war begannen die Uhren sich langsam wieder zu bewegen. Niemand würde sich an sie erinnern, geschweige den das Gefühl haben,dass etwas fehlt .

Sie ist nun endgültig weg,hoffentlich an einem besseren Ort. Immerhin ist sie nun mit ihrem Sohn vereint. „Aufgabe erfüllt."

Danke !
Bitte hinterlässt Reviews. Es wird noch mehr Teile geben vielleicht werden diese auch länger.

Das hier ist der zweite Teil der Reihe: (link wenn er hier ist)

Ich hoffe ihr findet die Idee äge sind herzlichst willkommen.

Danke

Cocoletta