„Wach auf. Mädchen, wach auf." Sagte eine sanfte Stimme aus den ruhigen, warme Dunkelheit. Die Stimme wiederholte die Worte, sanft und langsam. Dieses Mal klang es deutlicher und die Dunkelheit wurde plötzlich heller. Aus diesem Hellen erkannte ich ein männliches Gesicht ganz nah an mir, so nah ich spürte seinen Atem an meiner Haut. Ein hübsches Gesicht, aber das von einem fremden Mann. Er hat eine kurze blonde Bart, genau wie seine kurze gerade Haare die reichten bisschen über seiner Ohren, aber einige dünne lange Zöpfe rollten über seine Schultern und kitzelten mein Gesicht. Er wirkte sehr Nordisch mit seinen Pelz Umhang und Leder Manschette. Unter den Umhang trägt er ein rotes Kleid so was man sieht im Mittelalter mit einem Gurt. Grosser Angst floss durch meinen ganzen Körper, ohne zu denken und desperat wollte ich mich von ihm distanzieren.

Plötzlich stürzte ich in das Leere hinter mir. Blitzschnell greift eine Hand an meinen fest.

Ich schaue hoch, es war der fremder Mann. Er grinst hämisch an mir runter, „albernes Mädchen." Langsam zog er mich hoch und atmete erleichtert als ich am gleichen Boden lag. „Solltest lieber deine Umgebung zuerst erkundigen, Mädchen." Er grinst weiter an mir mit seinem Himmel blauer Augen an meinen fixiert.

Die Angst in mir wandelte ruckartig zu Wut und blinzelte geärgert ihn an. „Und du solltest wissen das Fremde brauchen einen bestimmten Abstand von anderen! Zweitens, ich bin eine Frau!" Ich sass hoch und gab ihn ein wütender Blick. „Wer bist du den ich soll mich bedanken?"

Er blinzelte für einen Moment überrascht und grinste weiter wie zuvor. „Ich bin Taranis."

„Nun Taranis, danke dass du mich geholfen hast."

„Och, das würde nicht genügen als Dankeschön, Mädchen."

„Ich heisse Helen und wenn du denkst ich soll dir einen Kuss geben, niemals!"

„Auch, wenn es dein Leben rettet?"

„Mit diesem Grinsen und Ton, niemals."

„Für ein niedliches Mädchen wie du, hast du schon eiskalte Worte."

„Tja, habe vieles erlebt für meinen Alter. Vor allem wenn aufgeweckt mit einem fremden Gesicht so nah. Für einen Mann bist du für mich verdächtig."

„Oho! Verdächtig? Offensichtlich glaubst du nicht an Götter."

„Was haben Götter damit zu tun?" Als er ‚Götter' erwähnte bekam ich so ein mulmiges Gefühl im Bauch und ein Gedanke schweifte durch meinen Kopf, ist er ein Gott?

Er lachte herzlich, anscheinend zeige ich klar meine Gedanken mit meinen Gesichtsausdrücken und Sprachlosigkeit. „Habe ich mir schon gedacht. Komm, ich bringe dich zurück nach Hause. Dieser Ort ist nichts für Menschen." Taranis lief voraus.

Ich fing an um mich herum zu schauen als ich ihn folgte, leider sah ich nicht viel wegen den dicken Nebel. In jeden Schritt ich folgte wurde ich skeptischer. Wie kann ich sicher sein, dass er ein Gott ist, wird er mich wirklich zurück nach Hause bringen?

Plötzlich aus dem Nebel hörte ich ganz nah eine Nüster eines Tiers. Ich stand still an der Stelle und schaute intensiv an den Ort wo ich es gehört habe. Grosser Angst klammert an meinen Hals und stimme. Taranis war blitzschnell an meiner Stelle und deutete mit Handzeichen ich soll mich verstecken hinter den Steinen nicht weit von wo ich stand. Ohne zu hinterfragen versteckte ich mich dort und überwachte leise. Nochmals hörte ich das Nüstern eines Tiers sehr nah und Hufen an Steine klopfen. Plötzlich kitzelte was Warmes und Weiches an mein Ohr. Langsam drehte ich mich um und sah hoch an ein wunderschönes Pferd. Ich lächelte leise vor Erleichterung und Freude ein Pferd zu begegnen. Langsam schaute ich zurück wo ich zuletzt Taranis sah. Er hielt ein Gespräch mit einer hübschen Dame mit langem Rabenschwarze Haare. Neben die Dame stand ein Apfelschimmel mit langen Schneeweisen Mähnen. Das Pferd bei mir fing an meine Haare zu spielen. Ich lachte vor Freude und streichelte es sanft an seine Nase. Bald machte das Pferd eine nickende Bewegung. Ich kippte meinen Kopf zur Seite aus Neugier, was ist los mit diesem Pferd? Plötzlich es nahm meinen Ärmel und rückte näher zu ihm an seinem Rücken. „Reiten?" Flüsterte ich ins Ohr. Das Pferd nickte weiter. Das ist kein normales Pferd, eher ein Traum-Pferd oder so was. Sanft stieg ich hoch an seine Rücken. Bevor ich konnte mich richtig hoch sitzen trabte das Pferd ab in eine unbekannte Richtung. Ich schnappte laut Luft aus Angst.

„Was sehe ich denn da? Loisir, was ist denn mit dieser Mensch?", fragte eine weibliche sanfte Stimme.

„Epona, du musst mir versprechen das niemanden erwähnen. Ich habe sie hier gefunden. Wie sie hier erreichte ist unbekannt, aber ich werde das untersuchen so bald wie möglich." Sprach Taranis.

Taranis? Epona? Das sind Keltische Götter. Wie- Wie ist das möglich? Ich blinzelte vor mich hin.

„Keine Angst Mädchen. Wir tuen dir nichts an. Loisir hat dich sehr gerne. Sonst ist er sehr scheu gegen neue Leute und vor allem Menschen."

„Loi- Loisir?"

Epona nickte mit einem warmen Lächeln.

„Sie heisst Helen und sagt sie sei eine Frau." Zischte Taranis nebenbei zu Epona.

Ich sagte nichts, aber rollte meine Augen.

„Helen, ein schöner Name für eine schöne Frau. Ich sehe klar wie Taranis das auch seht, du bist ein Mensch und nur Götter können diesen Ort erreichen. Wie hast du geschafft hier zu kommen?"

„Ich weiss nicht. Ich wurde hier aufgeweckt mit seinem Gesicht so sah an mir." Ich zeigte mit meiner Hand den Abstand wie nah er war.

„Ja, das ist Taranis."

„Epona!" Zischte Taranis.

Loisir wieherte als wäre es ein Lachen. Ich war für einen Moment überrascht aber bald lachte ich mit.

„Loisir, bring Helen sicher nach Hause." Loisir nickte mit seinen Hals und wendete sich zu Taranis. „Es war mir eine Freude dich kennen zu lernen, Helen."

„Bei mir dasselbe über dich, Epona. Göttin der Pferde." Ich lächelte an sie.

Taranis marschierte los in den Nebel, mit Loisir hatte ich eindeutig weniger Angst als zuvor und eins wurde mir klar. Das sind definitiv Götter.