Für eine lang Weile unterhielt ich mit Celdecc, Rudianos, Taranis, Vinita und dem König der Feen. Seine Äpfel grünen Augen haben einen hypnotischen Effekt, ich kann mich fast nicht von seinen Augen weg-

„Schaue nicht zu oft in seine Augen, sonst hat er dich um seine Finger gewickelt." Flüsterte Rudianos.

Ich blinzelte ihn überrascht an. Rudianos schmunzelte zu meiner Reaktion.

„Als Mensch bist du trotzdem ganz anders. Du bist nicht so gewalttätig und überlegst bevor etwas getan wird." Sagte der König.

„Ich habe Gottes-Blut in meine Adern, Rudianos ist ein Verwandter."

Der König schaut mich erstaunt an. „Das erklärt vieles." Er lauft zu mir nah an und schaut in meine Augen als ob er kann was Tieferes erkennen von meinen Augen. „Dann hast du mehrere Fähigkeiten was bei den Menschen unmöglich sei. Was für Fähigkeiten hast du?"

„Meine eigene Zukunft vorsehen. Nur kurze Momente davon und in unterschiedlichen Abständen, einige sehe ich mehreren Jahren voraus, andere kommen innert Monate oder Wochen voraus."

Er hebt mein Kinn hoch mit einem Grinsen. „Das hört sich passend an. Hast du noch weitere?"

„Nicht das ich weiss."

„Dann hast du geahnt diesen Moment?" Sein Gesicht kam näher aber ich zog mich rechtzeitig zurück.

„Ich kann nicht jeden Moment voraussehen, nur bestimmte."

Er grinst weiter. „Etwas sagt mir das du hast mehr als nur dieser Gabe."

„Sie? Ha! Mach dir keine grossen Gedanken." Taranis platzte vor Lachen.

Ich atmete tief und ballte meine Hände zu Fäusten. Das Ohrfeigen wird bald folgen, wenn er so weiter macht. „Ein einfaches Mädchen das anscheinend eine mächtige Kraft hat wie das von-„

„Wie das von Rudianos!" Unterbrach Celdecc. „Deswegen ist Efnisien sie hinter her und wir brauchen Ihre Hilfe."

"Ich bin nicht überrascht dies zu hören. Vor allem das Efnisien hinter sie her ist." Der König schmunzelte.

"Dann hast du der ganzen Zeit gewusst das Efnisien lebt?" Taranis stand auf ruckartig.

"Ja und ich helfe gerne mit dem Mädchen zu beschützen. Die Elfen hingegen können skeptisch sein."

"Überlass das zu mir." Rudianos stand auf.

Taranis blinzelte bewundert als ob er hörte nicht richtig. "Warte! Rudianos, bist du nicht wütend das der König wusste von Efnisiens Lebenzeichen?"

"Warum soll ich wütend sein? Der König wusste und was wird jetzt getan? Spar deine Wut und Energie für Efnisien wenn der sichtbar ist, was ich hoffe wird niemals der Fall sein." Rudianos erklärte mit einer ruhigen Stimme und wendete zum König. "Ich überlasse dir mit Vertrauen Helen bis ich wieder zurück bin." Er verbeugte sich und ging. Taranis und Celdecc folgten. "Celdecc, bitte bleibe mit Helen. Sie kennt sich mit der magischen Welt noch nicht aus. Zeige ihr den Weg." Celdecc nickte und blieb stehen.

Plötzlich spürte ich ein sanftes Kitzeln an meinen Hals. Blitzartig drehte ich meinen Kopf von wo ich es spürte. Der König strich mit einem Finger an meinen Hals. Ich trat zurück um Abstand von ihm zu finden. "Sei nicht so schüchtern." Flüsterte er mit einem Schmunzeln.

"Ich mag das nicht." Ich legte eine Hand an meinem Hals. Gänsehaut trat auf an meinen ganzen Körper auf.

"Aber der König mag dich." Flog plötzlich Vinita vor meine Nase. Ich schnappte leise Luft vor Angst.

"Lass sie in Ruhe." Celdecc trat hervor mit einer beherrschten Stimme aber seine Mimik war geärgert. Zum ersten Mal sah ich Celdecc geärgert und es sah beeindruckend aus. Sofort bekam ich Respekt und wusste das ich soll ihn nicht ärgern in der Zukunft. Er schnaubte ähnlich wie ein Widder der wütend ist. Der König grinste nur, langsam trat er zurück und warf einen kurzen Blick zu mir.

Celdecc atmete tief und richtete zu mir mit einer besorgten Mimik. "Alles in Ordnung?" Ich nickte. "Der König der Feen ist leider so. Am besten, wenn du immer bei mir bleibst bis Rudianos und Taranis wieder da sind."

"Danke." Bedankte ich leise und trat näher zu ihm. Ich hatte fast den grossen Drang zu verstecken, probierte mich zu beherrschen aber eine Hand klammerte sich an seinen Haaren oberhalb seines Knies.

Celdecc grinste zu mir runter. Geistesgegenwärtig nahm ich meine Hand zurück und meine Wangen wurden warm. "Komm, ich möchte dich was zeigen, Helen." Celdecc ging voraus. Ich folgte ihn nah bis er anhielt vor den grossen See. "Erinnerst du dich als ich erwähnte über Merlin und seine mächtige Kraft?" Er kauerte runter zu einer gleichen Höhe und schaute mir in den Augen. Ich nickte. "Du kannst mehr als nur deine Zukunft vorausblicken. Du musst in dir selbst glauben und vertrauen. Ich spüre klar deine Magie. Ich kann dir nur die Zauberwörter und Sprüche geben, den Rest liegt an dir."

"Dieser Kraft, ist es eine einzelne Kraft? Wie zum Beispiel ich kann nur Fliegen oder ist es ein allgemeine Kraft das ich durch Wörter und Sprüche beherrschen kann?"

"Deine Kraft ist sehr mächtig und ich kann es nicht genauer definieren. In der Zeit werden wir das herausfinden." Er lächelte und stand aufrecht. "Ich lehre dich der Keltische Sprache was auch der Sprache der Magie ist. Wenn du es beherrschen kannst, dann sind die Zaubersprüche logisch." Erklärte er.

Von dort fing meine Lehre an. Ich gab in jeden Moment mein Bestes und bewahrte Celdeccs Worte was er sagte am Anfang. Erlaube die Magie in mir in freien Lauf zu setzen und höre zu was mein Herz sagt. Celdecc war immer sanft zu mir und berührte mich nie Gegensatz der König der Feen. Am Abend während des Abendmahls würde der König immer wieder probieren mich zu berühren, einmal nur an die Hand, der Andere an mein Gesicht. Glücklicherweise war immer Celdecc an meine Nähe und konnte mich beschützen.

Schon bald konnte ich fliessend Keltisch und teilweise die Wörter in Magie umsetzen.

Celdecc erklärte mir nicht warum nicht alles an dem König mit zu teilen, aber ich achtete was ich sagte in seiner Nähe.

Eines Tages übte ich alleine am Ufer des Sees unter der Sonne, üben mit Beherrschung des Elements Wassers. Plötzlich sah ich im Wasser eine weitere Gestalt reflektieren.

Ich konnte eine Menge Wasser hochheben. Blitz schnell drehte ich mich um und warf das Wasser an der Gestalt.

Es war der König; er war schneller und wich aus dem Reichen des Wassers. Er grinste mir weiter an. "Schnell aber nicht schnell genug." Er stand plötzlich ganz nah vor mir das ich spürte sein Atem. Bevor ich konnte zurück treten spürte ich was Warmes an meine Lippen. Als ich bemerkte, dass er mich geküsst hatte stand er schon mit einem Abstand von mir und grinste breit.

Plötzlich stand Rudianos dazwischen mit einer geärgerten Mimik. "Was hast du vor?"

"Ich wollte nur wissen wie ihr Kuss schmeckt von diesen schönen Lippen."

"Und was wird deine Königin dazu sagen?" Schmunzelte Rudianos.

"Welche Königin? Ich bin der einzige Herrscher von meiner Art. Vergiss nicht, dass ich dir helfe."

"Vergiss nicht das du mit mir zu tun hast. Ich bin sicher Celdecc hat es klar gemacht."

"Kristall klar."

"Dann sind wir einig." Rudianos nahm meine Hand und führte mich weg. Ich wischte schnell dem komischen Gefühl auf meine Lippen mit meiner anderen Hand weg. Bei einer grossen Buche unter seinem grossen Schatten hielt er an und wendete zu mir mit besorgter Mimik. "Hat der König dich verletzt? Wie geht es dir?"

"Mir geht es gut, einfach schockiert von dem Kuss." Ein Schauder ging durch meinen ganzen Körper.

"Deine Hände sind ganz kalt. Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist?"

Plötzlich strömten Tränen von meinen Augen. Rudianos umarmte mich sanft. "Lass die Tränen fallen, Helen. Alles ist gut." Nach einer Weile öffnete er die Umarmung. "Egal was passiert horche was dein Herz sagt." Er schaute mir tief in die Augen. Langsam fing er an zu grinsen. "Von was ich sah kannst du schon recht gut deine Magie beherrschen. Wie ist dein Sprachenkenntnis in Keltisch?"

"Beagnach líofa." (fast fliessend) Ich begann zu grinsen vor Stolz.

"Dann hat Celdecc dir alles gut erklärt?"

Ich nickte. "Er hat mich mehrere Male vor dem König beschützt."

"Hat er? Hat er dir auch beigebracht wie man kämpft?"

"Nein."

"Na dann kann ich dir was zeigen." Er lächelte und lief voraus. Schnell folgte ich ihn bei seiner Seite. Bei der grossen Ebene sah ich eine kleine gruppe von unbekannten Gesichtern, aber erkannte sofort an deren spitzigen Ohren und menschliche Grösse das sind Elfen. "Gerrana, darf ich vorstellen Helen. Helen, das ist Gerrana der Oberst zum kriegerischen Abteil. Er ist hier um dich zu beschützen mit seinen hand-ausgewählten Krieger und Kriegerinnen." Stellte Rudianos vor.

Gerrana war etwa gleich gross wie Rudianos mit breiten Schultern. Er trug einen langen Indigo blaue Umhang das bedeckte alles von seiner Schulter herab. Sah knapp seine Leder Stiefel hervorschauen. Er hatte lange lockige kastanienbraune Haare die bisschen über seine Schulter rollten, aber erkannte einige kleine Flechten in den Haaren um aus dem Gesicht zu bewahren. Seine Augen waren gross und violett wie Amethyst. Irgendwie ungewöhnlich und jedoch schön zum Ansehen. Seine Haut war sehr blass und glatt rasiert um die Wangen und Kinn. Er verbeugte sich elegant mit einem freundlichen Lächeln. "Eine Ehre Sie zu treffen, Helen. Rudianos erzählte mir vieles von Ihnen."

"Auch eine Ehre Ihnen zu treffen." Ich verbeugte mich. "Ich hoffe er erzählte nicht alles über mich." Ich grinste und deutete zu Rudianos.

Gerrana gab ein kurzes Gelächter das klang bezaubernd. "Das musst du mit ihm abklären."

"Apropos abklären", grinste Rudianos. "Ich überlasse dir alles."

"Warte!" Ich hielt Rudianos's Arm von weglaufen. "Was ist mit dem Rest? Mit Efnisien? Mit Celdecc und Taranis?"

Er nahm sanft meine Hand und schaute mir in die Augen. "Während Gerrana dich beschützt werden die Anderen Efnisien aufhalten, auch ich was immer ich kann ohne die Zeit zu halten."

"Ist Efnisien so boshaft?"

"Nicht nur das, du bist auch sehr mächtig."

"Aber-"

Rudianos hielt einen Finger an meine Lippen. "Es gibt keinen Zweifel. Übung macht der Meister und glaube an dir selbst." Er gab ein Zwinkern.

Bevor ich konnte was weiter sagen verschwand Rudianos innert Sekunden.

Nach einer Weile als ich tief Luft schnappte wendete ich zu Gerrana.

"Habt Mut, Helen. Du bist nicht alleine." Gerrana trat auf mir zu. "Wir sind da um dich zu beschützen." Ich nickte zu seinen Worten. "Da es jetzt anfängt muss es zuerst von innen kommen, das heisst von dir selbst. Zuerst dich beibringen zu wehren. Danach können wir analysieren wie deine Kampfart ist und deine Schwächen gut beschützen. Wir Elfen sind nicht umsonst die natürlichen Beschützer und Wächter in der magischen Welt." Gerrana schmunzelte mit Stolz.