A/N: Mal etwas Lustiges...ich habe noch keine Ahnung, welchen Umfang diese Story haben wird, aber ich hoffe doch, dass sie euch gefällt und vielleicht zum lachen bringt *g* also bitte lest + reviewt fleißig!!!

Disclaimer: Keine Sorge, nichts Geklautes...schließlich ist es mein Leben aus meiner Sicht *g* ---------------------------------------------------------------------------- -----------------------------------

Das Leben ist wie ein Marmeladenbrot - Wenn man einmal nicht aufpasst, kann einem alles davonlaufen

Anmerkung: Dies ist nicht einfach eine so dahin erzählte Geschichte...na gut, im Grunde doch...aber hey, sie beruht teilweise sogar auf Tatsachen. Um es kurz zu fassen, sie handelt von 4 besten Freunden: Lissy, Alex, Kerstin und Annabell. Noch kürzer gefasst: sie handelt von uns *g* Zwar ist nicht wirklich alles aus unserem alltäglichen Dasein entnommen (wäre schon ein bisschen krass), aber im Grunde soll diese Erzählung das Grundgerüst unserer Beklopptheit ans Licht bringen...ok, wer das jetzt nicht so ganz kapiert hat, soll sich nichts draus machen, sondern einfach anfangen zu lesen...und wer nicht lesen kann...soll es sich verflucht noch mal vorlesen lassen...so, dass mir keine dummen Ausreden kommen!!!

Kapitel 1: Frühstücksflocken und andere Katastrophen

Es konnte kaum schlimmer kommen: Man lebte in einem winzigen Kaff, das man auf der Landkarte nur mit Mühe und einem Lichtmikroskop erkennen konnte, in einer kleinen Wohnung mit den 3 wohl durchgeknalltesten Mädels zusammen, die die Welt je erblickt hat. Es verging nicht ein Tag, an dem nicht irgendeine Naturkatastrophe auf einen hereinbrach. Seien es Küchenbrände, Teufelsaustreibungen oder der indische Postbote, der Lupengläser in einem Brillengestell auf der Nase trug und somit kaum die Adressen lesen konnte. Noch dazu 5 Tage in der Woche in die Schule gehen zu müssen, wehrlos dem Mathematikunterricht ausgeliefert zu sein und sich tagtäglich mit der ollen Nachbarin, die zufälligerweise auch noch die verhasste Russischlehrerin war, herumzuschlagen - das war alles ein bisschen zu viel des Guten. Doch Annabell war hart im Nehmen. Schließlich kannte sie Kerstin schon seit der Grundschule und war dadurch abgehärtet für das Leben. Sie gingen derzeit in die 10. Klasse des Gymnasiums der Nachbarstadt. Kerstin hatte mit ihren 16 Jahren schon einige Lebenserfahrungen gesammelt und sprach gern von früheren und besseren Zeiten. Lissy hatte schon jetzt panische Angst davor, sie in den senileren Jahren ab 35 zu erleben. Lissy war 18 Jahre alt...benahm sich aber oftmals eher als wäre sie 8. Um so komischer erschien es Alex, dass Lissy einen Job als Designerin erlernte, schließlich war Kinderarbeit verboten. Aber Alex beschwerte sich nie laut darüber, denn Lissy erarbeitete den Großteil des Geldes für die kleine WG, obwohl sie über die Hälfte davon zu gern für CDs und eigenartige Plüschaccessoires ausgab. Lissy hatte beinahe alles plüschige: Plüschbettwäsche, Plüschhausschuhe, Plüschtücher, ja sogar Plüschhandschellen (Annabell wollte nie wirklich wissen, was Lissy mit letzterem so alles anstellte). Was Alex betraf - Alex war die freischaffende Künstlerin der WG, sie arbeitete bei der angesagtesten Zeitung der Stadt. Durch ihr ungewöhnliches, Kerstin tierisch neidisch machendes Schreibtalent hatte sie sich mit ihren zarten 18 Jahren einen großen Namen in der Redaktion verdient.

Tja, wie auch immer, es war einer dieser verfluchten Freitagmorgen, an denen man aufwachte und nicht wusste, ob man sich freuen oder doch lieber in Depressionen verfallen sollte. Schließlich nahte zum einen das langersehnte Wochenende, zum anderen lagen vor einem 6 Stunden geballter Unterricht bei den grauenhaftesten Lehrern der Schule. Jedenfalls, wenn man in Annabells und Kerstins Haut steckte. Doch noch war alles friedlich, noch gaben sie sich ihrem tiefen, mit Träumen von knackigen Männerhintern gefüllten Schlaf hin. Noch! Denn genau in dem Moment, an dem man glaubt, endlos weiterschlafen zu können, fängt dieses verfluchte kleine Ding von einem Wecker an zu piepen. So auch in Kerstins Zimmer. Ihr Wecker war mit Klebeband und Pflaster nur so zugeklebt, dass man Mühe hatte, überhaupt die Uhrzeit lesen zu können. Die Klebestreifen waren nötig, um die zerbrochenen Plastikteile des Funkweckers zusammenzuhalten, denn früher stand der Wecker immer auf Kerstins Nachtschrank, direkt neben ihr. Als sie aber jeden Morgen dieses piepende Etwas genau an ihrem Ohr hören musste, hatte sie es angepackt und wütend quer durch das Zimmer geworfen. Fazit: ein Sprung in der Fensterscheibe, 2 lange Risse in ihren heißgeliebten "Herr der Ringe"- Postern und eine zerbrochene Glühbirne, die vorher noch heil in ihrer Nachttischlampe befestigt war. Lissy wollte die Zerstörungswut ihrer Sandkastenfreundin nicht mehr länger mitmachen und hatte den Wecker in letzter Zeit immer auf ihrem Bücherregal aufgestellt. Kein Hindernis für unsere kleine, wurfstarke Kerstin. Mit ihrem Kuschelkissen traf sie morgens ihren Wecker immer...na gut...fast immer...ab und zu geschah es auch, dass das Kissen einen Abflug aus dem weit geöffneten Fenster machte und total verdreckt im Kräutergärtchen von Frau Heller, Annabells und Kerstins Russischlehrerin, landete. Annabell hatte dann immer die Ehre, sich todesmutig in die Tiefen des russischen Dschungels zu stürzen und für Kerstin, die sich mal wieder nicht getraut hatte, das heißgeliebte Kuschelkissen zurückzuholen. Lissy hatte letztendlich den größten Spaß an der Sache - sie durfte das total verschlammte Kissen immer waschen, weil sie die einzige war, die halbwegs Ahnung davon hatte, eine Waschmaschine zu bedienen. An diesem Morgen traf Kerstin zum Wohle aller Beteiligten den Wecker und lag morgenmufflig wie immer in ihrem weichen, warmen Federbett. Es war der 2. September und außerhalb der Wohnung war es morgens kühl und unangenehm. Noch dazu hatte das Schuljahr gerade begonnen, was erschwerend für jeden Schüler dazukam. Was wohl das Schlimmste für Klein-Kerstin an diesem Morgen war, war der Gedanke, dass Alex' Geburtstag nur noch 10 Tage entfernt war und sie noch immer kein ordentliches Geschenk hatte...ja, noch nicht einmal die Idee für eins. Es war kompliziert, für Alex ein passendes Geschenk zu finden, sie konnte äußerst wählerisch sein. Wie Kerstin sich selbst einschätzte, würde sie am 12. September kurz vor Beginn der Feier ein billiges Teil aus dem Scherzartikelladen von nebenan kaufen. Alex würde es wie jedes Jahr mit einem gespielten Lächeln entgegennehmen um es dann 2 Wochen später unbemerkt zum Sperrmüll dazuzustellen. Kerstin seufzte. Irgendetwas musste es doch geben, was Alex gefiel...etwas, was auch Kerstin sich leisten konnte... . Doch meistens scheiterte es an den Finanzen. Jedes Mal, wenn sie sich fest vornahm, zu sparen, lächelte sie ein Merchandising- Objekt von "Der Herr der Ringe" an und es rief ihr zu "Kauf mich, kauf mich!!!"...blöderweise konnte Kerstin dem Drang nicht widerstehen, es dann tatsächlich zu kaufen. Und so herrschte oftmals Ebbe in ihrem Geldbeutel. Von ihren Freunden konnte sie auch nichts leihen. Zum einen, weil sie es nie zurückzahlte, zum anderen, weil sie das Geld eher für die leckeren Hot Dogs der Schulcafeteria ausgab, als für wohltätige Zwecke wie dem Kauf eines Geburtstagsgeschenks. Kerstin gab sich mal wieder voll und ganz ihrer morgendlichen Depression hin, als Lissy mit ihrer furchtbar guten Laune in das Zimmer stürmte. "Ist heute nicht ein wunderbarer Tag? Das Leben ist doch einfach schön, nicht wahr? Hach, die Vögel singen und die Sonne scheint!" "Wo denn bitteschön?", fragte Kerstin murrend während sie sich in ihrem Bett aufsetzte, "Der Himmel ist bedeckt, wie bei einer Sonnenfinsternis, deine Vögelchen zwitschern wohl eher in deinem Kopf!" "Oje, haben wir heute etwa schlechte Laune?" "Würdest du gute Laune haben, wenn du heute Russischunterricht bei einer nach Fisch stinkenden Lehrerin hättest?" Lissy zögerte, sie schien ernsthaft über diese rhetorische Frage nachzudenken. "Nun...im Grunde hab ich nichts gegen Fisch..." "Lissy, lass es sein, fang bloß nicht an zu denken!", seufzte der kleine Morgenmuffel mit dem viel zu großen Snoopy-Nachthemd bekleidet und quälte sich ächzend aus dem Bett. "Hey, was möchtest du frühstücken?" "Mal ne andere Frage, was haben wir denn noch da, was nicht vergammelt oder von Annabell gekocht ist?" "Tja, wir hätten da Corn Pops und dieses braune Zeugs mit den Nüssen drin!" "Wie, wir haben nur noch Frühstücksflocken da?", rief Kerstin, die eine leidenschaftliche Brötchen-zum-Frühstück-Esserin war. "Denkst du etwa, dass ich so früh am Morgen die Kraft aufbringen kann, zum Bäcker zu gehen? Außerdem ist dieser Kram vollgepumpt mit Vitaminen und Mineralstoffen. Das kann dir doch nur die nötige Energie für den Schultag und dein Volleyballtraining geben!" Kerstin war bedient für diesen Morgen. Allein schon der Gedanke an das anstehende Training heute Nachmittag und Abend, zu dem sie sich immer mit Annabell begab, ließ sie erschöpft in ihr Bett zurücksinken. Als ob es nicht schon anstrengend genug war, überhaupt an solchen Tagen aufzustehen, gab es immer irgendetwas, das einen den Tag noch mehr vermieste. Freitags war es immer Annabells und Kerstins Volleyballtrainer, von der Menge liebevoll "Runkel" genannt, weil er so runklig aussah. Er war ein Mann in den reiferen Jahren jenseits der berühmten 35-Jahre-Grenze, stets unrasiert und im Jogginganzug, der eher einem Schlafanzug glich, trainierend. Er hatte die unliebsame Eigenschaft, an allem und jedem herumzumeckern. Im privaten Bereich war er wie der liebe Onkel...nein, besser... Großvater von nebenan, aber wehe man enttäuschte ihn während des Trainings... . "Nun sei nicht so depressiv und iss fleißig dein Müsli-Zeugs...denk ja nicht, dass ich dich füttere!" "Ist an diesem Freitag wenigstens eine große Tasse Kaffee drin?" "Mmh...", begann Lissy und zog ein eher unbegeistertes Gesicht, "Ich weiß nicht...Annabell hat ihn gekocht!" "Na prima...kann es überhaupt noch schlimmer kommen?" Lissy verkniff sich jeglichen noch erniedrigenderen Kommentar und begab sich in die Küche zurück. Dort saß Alex bereits am Esstisch, bewaffnet mit der Tageszeitung und einer Schüssel undefinierbarer Frühstücksflocken. Annabell saß daneben, rührte geistesabwesend wie immer in ihrer Erdbeermilch herum und versuchte, mit ihrem Handspiegel und einer Wegwerfbürste von ALDI ihre völlig zerwuselten braunen Haare halbwegs in Form zu bringen. "Wusstet ihr, dass 90 Prozent der Erdbevölkerung Morgenmuffel sind?", unterbrach Alex das besinnliche Schweigen. "Schau dich um, wir sind von Morgenmuffeln in der eigenen WG nur so umzingelt, das hätte ich dir auch erzählen können..." "Wo hast du das denn her?", fragte Annabell, ihre Stimme war mehr oder weniger nur noch ein heiseres Krächzen. Gestern hatte sie sich die Seele aus dem Leib geschrien, als sie gesehen hatte, was Lissy mit ihrer heißgeliebten BRAVO-Sammlung angestellt hatte. Sie hatte fein säuberlich jede einzelne Seite herausgerissen und als Unterlage für das Katzenklo ihres dicken Katers Moritz benutzt. Annabell war beinahe ohnmächtig zusammengebrochen, als sie das Chaos sah. Lissy entschuldigte ihre Aktion damit, dass solch eine niveaulose Literatur nur Annabells ohnehin schon verwirrtes kleines Gehirn verausgaben würde. Ob sie selber überhaupt verstanden hatte, was sie da von sich gegeben hatte, war allen ein Rätsel gewesen. "Steht hier, in der Tageszeitung...", murmelte Alex, "Man könnte meinen, Lissy hätte hier den Großteil der Artikel verfasst, so viel Blödsinn steht hier drin..." Bevor Lissy ihren Protest theatralisch zum Ausdruck bringen konnte, tapste Kerstin barfuß in die geflieste Küche. Alex hielt ihr eine große Schüssel voller Müsli entgegen, ohne den Blick von der Zeitung abzuwenden. "Danke", muffelte sie ironisch und nahm ihr die Schüssel ab, um den Inhalt dann kurzerhand in Moritz' Futternapf zu schütten. Der dicke Kater taumelte schwerfällig auf den Napf zu und begann, kräftig reinzuhauen. "Mensch, kein Wunder, warum der so fett ist...noch 2-3 Schüsseln mehr von dem Zeug und er könnte beim Sumoringen mitmachen", murmelte Annabell kopfschüttelnd. Lissy war gleich ganz Ohr: "Meinst du, es würde sich Geld damit herausschlagen lassen?" Lissy war jedes Mittel recht, um Geld zu verdienen. Einmal hatte sie Bilder von Annabell im Internet verscherbelt. Darauf war sie im Teufelskostüm von ihrer Kindergartenfaschingsfete abgebildet. Lissy hatte komischerweise ne Menge Geld damit gemacht...aber Annabell hatte es ihr bis heute noch nicht richtig verziehen. Niemand erwiderte etwas auf Lissys Frage. "So Leutchen, ich mach mich mal auf die Socken, auch wenn ihr es euch nicht vorstellen könnt, in dieser WG gibt es noch jemanden, der hart arbeitet!", seufzte Alex und zog sich gemächlich ihren Regenmantel über. "Was soll das denn jetzt heißen?", warf Lissy ein, "Als ob ich nicht auch nen harten Job hätte!" Sie spielte die beleidigte Leberwurst, als Alex sofort konterte: "Nun...du sitzt den ganzen Tag in einer warmen Nähstube und die Auftragslage ist so gering, dass du 50 % deines Arbeitstages eher mit Augenbrauenzupfen als mit Schneidern verbringst..." Ob Lissy es wahrhaben wollte oder nicht, Alex hatte Recht. Sie war aber nun einmal eine leidenschaftliche Augenbrauenzupferin und es erforderte viel Geduld und Geschick, die Härchen symmetrisch herauszureißen. Warum wollte nur niemand diese Fähigkeit zu schätzen wissen? Stattdessen machten sie immer ihre gemeinen Witze über sie. Kerstin meinte immer, dass Lissy mal zum Arzt gehen sollte, da sie unter chronischem Gesichtshaarausfall litt. Annabell fand, dass Lissy wie ein gerupftes Huhn aussah und Alex...tja Alex sah das Ganze von der wissenschaftlichen Seite. Eines Tages, so meinte sie, würde man glauben, dass Lissy ständig weinte, weil der Schweiß auf ihrer Stirn nicht mehr von den Augenbrauen aufgehalten wurde und quer über ihr Gesicht lief. Jedenfalls war Alex nun auf dem Weg zur Arbeit. Kerstin wanderte durch die gesamte Wohnung auf der Suche nach Nahrung, als plötzlich ein dumpfer Schlag ihr Ohr erreichte. Es kam aus der Küche und sie hörte nur noch Lissys entsetzten Aufschrei. "Moritz, ach herje, mein Moritz, was ist mit dir?" Kerstin war mehr oder weniger schnell zum Ort des Geschehens zurückgekehrt und sah Moritz hechelnd auf dem Rücken in einem Meer von Frühstücksflocken liegen. "Meine Güte, da ist man mal eben 5 Minuten weg und schon passiert hier eine neue Katastrophe! Was ist denn mit dem dicken Tier passiert?, fragte Kerstin unbeeindruckt. "Keine Ahnung", seufzte Annabell, "er hat plötzlich die Augen verdreht, ist vornüber gekippt und landete in seinem Futternapf...daher diese Sauerei...Mensch, und ich hab gestern erst gewischt." "Wie könnt ihr nur so herzlos sein?", rief Lissy entsetzt. Sie hatte Moritz mittlerweile in die stabile Seitenlage gebracht und fächerte ihm Luft mit dem Futternapf zu. "Ach, Lissy, vielleicht hat er sich einfach überfressen...der wird schon wieder...und fuchtle nicht so mit dem Teil herum, du schlägst es ihm ja noch gegen den Kopf!", seufzte Annabell, die damit beschäftigt war, den Frühstückstisch abzuräumen. "Er muss sofort zu einem Tierarzt...!", ächzte Lissy bei dem Versuch, den schwergewichtigen Kater anzuheben. Kerstin beobachtete Lissys wirkungslose Versuche und half ihr schließlich, das Fellbündel auf den Tisch zu bugsieren. "Wow...", seufzte sie, "ich glaube, wir könnten den kleinen Fettsack an ein Fitnesscenter verkaufen...er würde seinen Job sicher gut machen, als lebende Hantel!" "Ja, solange er noch lebt!", jammerte Moritz' Frauchen verzweifelt. "Immer mit der Ruhe", gähnte Annabell, "schaff ihn erst einmal zum Tierarzt, dann sehen wir weiter...meine Güte, Kerstin, heut sind wir aber verflucht spät dran!" Kerstin schaute auf die Uhr, nur um entsetzt festzustellen, dass der letzte Schulbus, der sie noch pünktlich zur Schule bringen konnte, in wenigen Minuten abfahren würde. "Nein! Verflucht! Wir kommen zu spät...und in der ersten Stunde haben wir gleich Russisch!!! Mach hin, Annabell...oh nein..." Kerstin kramte in letzter Not noch ihre Schulsachen zusammen, bevor sie mit der noch panischeren Annabell aus der Wohnung stürmte. Lissy war nun gänzlich allein. Ihr Kater gab seltsame Laute von sich, die Lissy an das Schnarchen ihres Ex-Freundes erinnerten. Alle Alarmglocken bimmelten in ihrem Kopf. Sie ignorierte das Chaos auf dem Küchenboden, zerrte mit letzter Kraft an dem dicken Tierchen und hetzte so schnell sie konnte in Richtung Tierarzt. Das Problem war nur, dass Moritz von seinem Gewicht her einem Bündel Blei, eingewickelt in Katzenhaaren, glich und Lissy höchstens 10 Meter pro Stunde vorangekommen wäre, wenn sie ihn alleine trug. Dummerweise hatte sie kein Auto und ihr Fahrrad hatte noch immer einen Platten, seit sie damals über den Igel gefahren war. (Was Lissys Aussage zufolge natürlich nur ein Versehen gewesen war) Wie sollte sie nun diesen Brocken von einem Kater ohne einem Kran oder einem anderen Hilfsmittel rechtzeitig zum Tierarzt schaffen? Zur gleichen Zeit jagten Annabell und Kerstin wie verrückt in Richtung Bushaltestelle. Sie waren ihrem Ziel so nah, in greifbarer Nähe leuchteten die Bremslichter des Schulbusses auf, als er an der Haltestelle einbog. Doch dann geschah das Unfassbare: Annabell stolperte in ihrer Hektik über ihre eigenen Füße und schlug der Länge nach hin. Was sollte Kerstin tun? Ihrer Freundin auf die Beine helfen und somit zu spät zum Horrorunterricht kommen, oder die letzte Kraft in einen Sprint zum Bus investieren, um brav und pünktlich der russischen Peinigung ausgeliefert zu sein? Kerstin befand sich in einer Zwickmühle, im Zwiespalt der Gefühle. Doch sie entschied sich dafür, den Bus "aus Versehen" zu verpassen und half ihrer Freundin wieder auf die Beine. Annabells Anblick brachte Kerstin augenblicklich zum Lachen: Ihr Kajal war verwischt, die Haare wirr und durcheinander und die Krönung des Ganzen war, dass sie sich einen Schneidezahn bei ihrem Sturz ausgeschlagen hatte und nun wie eine Kräuterhexe aussah. Kerstins Lachen verstummte sofort, als sie Annabells finsteren Blick sah. "Daf finde if gar nifft lufftig", brachte sie mit aller Mühe hervor und in diesem Moment wusste Kerstin, dass Annabell ein Besuch bei dem gefürchteten Kiefernorthopäden Dr. Ziller (von Alex liebevoll Godziller genannt) nicht erspart bleiben würde...

---------------------------------------------------------------------------- ------------------------------------ Wie wird es weitergehen? Wird Lissy ihren Fettsack von einem Kater retten können? Werden Kerstin und Annabell doch noch rechtzeitig die Schule erreichen? Und wie wird Annabell ohne ihren Schneidezahn weiterleben können? All das und noch viel mehr in Kapitel 2 *g*

Bitte reviewt fleißig :-)