A/N: Dieser kleine Aufsatz stammt nicht von mir, sondern von meinem Bruder, aber ich fand ihn so witzig, und nachdem sich auch alle anderen, die ihn gelesen haben, krumm und schief gelacht haben, dachte ich mir ich kann ihn auch hier veröffentlichen. Schreibt mir bitte, wie ihr ihn findet, alle Reviews werden natürlich an meinen lieben Bruder weitergeleitet!!

****

DER SCHULAUFSATZ

Als ich in die erste Klasse kam, war ich begeistert.

Endlich gehörte auch ich zu den Leuten, die hinter der Schulbank sitzen und dort fleißig lernen.

Ich fühlte mich erwachsen und die Schule war auch kein Problem.

Ich musste ja nicht viel tun.

Nur dumm rumsitzen, die Buchstaben A und B sprechen und auswendig schreiben.

Auch die Zahlen waren keine Schwierigkeit, ich brauchte schließlich nur an die Tafel zu schauen und die Faxen abzuzeichnen.

Ich dachte das würde ewig so weiter gehen.

Doch da hatte ich mich wohl geirrt.

Denn schon in der zweiten Klasse kamen für damalige Verhältnisse fast unlösbare Aufgaben, für die ich meinen ganzen Verstand brauchte.

Nachdem ich dann endlich begriff, wie die Aufgaben zu lösen waren, freute ich mich riesig.

Aber die Freude war nur von kurzer Dauer.

Denn kaum hatte ich das mit dem Plus und Minus auf der Reihe, kamen auch schon Mal und Geteilt ins Spiel.

Obwohl diese Sachen meinen Verstand weit überschritten und ich bis heute das ganze 1x1 nicht auswendig kann, muss ich sagen, dass ich es doch ganz gut hinbekommen habe.

Ab der fünften Klasse begann dann die "NIE WIEDER SCHULE" - Phase.

Denn obwohl ich die Unterrichtsfächer mochte, den Stoff interessant fand und die Lehrer auch in Ordnung waren, hasste ich die Schule.

Wenn ich das Schulgebäude nur sah, wurde mir schlecht.

So kam es auch, dass ich mitten im Religionsunterricht, da in diesem Fach der Brechreiz am stärksten war, auf meinen Tisch kotzte.

Die Stunde war natürlich gelaufen, hatte aber eine verborgene Lehre in sich, die besagt: "Setz dich nie mit vollem Magen in den Religionsunterricht."

In der siebten Klasse ging es dann wieder besser.

Neue Schule, neue Klassenkameraden, neue Fächer und neue Lehrer, die Karten wurden neu gemischt, blieb nur offen, ob sich meine Noten auch wieder bessern würden.

Ich wurde besser und konnte mich vom uninteressierten Schüler zum Schleimer im Anfangsstadium entwickeln.

Und nun sitze ich hier in einem hässlichen Proberaum und muss schreiben, was mir die Schule in all den Jahren gebracht hat.

Durch die Schule konnte ich lernen, wie man rechnet, schreibt und miteinander umgeht. Außerdem weiß ich, was Strom ist, wie lang der Darm eines Pferdes ist, woraus Wasser besteht und wo der Regen her kommt.

Ich habe mir sogar etwas über Essgewohnheiten vor dem Unterricht beigebracht.

Ich bin der Schule und den Lehrern wirklich sehr dankbar für das, was sie für mich getan haben.

Aber jetzt ist es genug.

****

von

Marco Bayer