Disclaimer: So, die Story und die Charaktere gehören eindeutig mir, hehe...ihr könnt mir ruhig auch mal was gönnen!

Nur die Liedtexte sind nicht von mir, leider leider, sonst wär ich jetzt reich...die sind aus dem Lied "Eye of the Tiger" von Journey...

Titel is mir kein blöderer eingefallen *g* is auch irgendwie komisch, da die Hauptperson Fox heißt...naja, wenn euch was besseres einfällt, sagt's mir einfach!

So und jetzt bitte LESEN!!?

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EYE OF THE TIGER

"Bitte erinnere mich noch mal daran: Warum tue ich das hier?" Fox packte ihre Sachen in einen kleinen Koffer und klappte diesen zu. Dann sah sie zu ihrer...

Fox stutzte. Freundin konnte man die junge Frau an ihrer Seite nicht nennen. Vielleicht Partnerin? Fox arbeitete für gewöhnlich alleine, also konnte man auch nicht wirklich von einer Partnerin sprechen, doch diese Bezeichnung traf noch am ehesten zu.

Selena zuckte mit der Schulter und meinte: "Wegen dem Geld?"

"Nein, bestimmt nicht."

"Wegen der Herausforderung?"

"Alles Kinderkram..."

"Wegen...den flexiblen Arbeitszeiten?"

"Hmmmm...."

Im Grunde wusste Fox sehr genau, warum sie diesen Job machte und keinen anderen: es war das einzige was sie wirklich gut konnte. Selena gab auf und packte ebenfalls ihre Sachen zusammen. Fox betrachtete die junge Frau nachdenklich. War sie auch einmal so gewesen?

Fox war selbst noch sehr jung, dreiundzwanzig um genau zu sein, doch sie fühlte sich wesentlich älter, als würde die Zeit auf ihren Schultern irgendwie schwerer wiegen als auf anderen. Selena war vielleicht achtzehn, doch in einigen Jahren schon würde sie sich genauso fühlen – vorausgesetzt sie kam so weit. Fox bezweifelte es.

Es war schwer es in diesem Geschäft weit zu bringen und dabei noch am Leben zu bleiben. Viele die Fox gekannt hatte und die ihr in der ersten Zeit 'geholfen' hatten, waren nicht mehr am Leben oder auf der Flucht. Zwar hatte man in diesem Beruf viele Freiheiten, doch wenn der Preis stimmte wurden sogar die besten Freunde zu einer Bedrohung.

Aus diesem einfachen Grund hatte Fox keinerlei Freundinnen. Jedenfalls niemanden der ihr irgendwie Nahe kam oder mit dem sie sich öfter als einmal in der Woche traf. Zu viele Gewohnheiten und Bindungen waren gefährlich; man war durchschaubar, berechenbar und ständig in Gefahr. Vielleicht sah Fox auch alles nur etwas zu pessimistisch, aber sie wollte lieber nicht herausfinden, ob ein Leben auch unter anderen Umständen möglich war.

In Gedanken versunken folgte sie Selena die Treppe nach unten. Wenigstens hatte es nicht geregnet. Nicht, dass das irgendetwas erschwert hätte, doch Fox hasste es nass zu werden. Als Kind war sie einmal fast ertrunken und seitdem machte sie einen großen Bogen um Wasser wo immer es nur ging; Regen gehörte auch dazu. Zwar hatte sie meistens keine Möglichkeit einen Termin wegen schlechtem Wetter zu verschieben, doch sie versuchte es wenigstens. Sie war schon lange genug im Geschäft um zu wissen, was sie sich erlauben konnte.

Das gute an diesem Job war, dass man keinen Boss hatte, niemanden der einem vorschrieb was man wie zu tun hatte. Der Kunde war König, ansonsten hatte man freie Hand. Fox liebte besonders die kniffligen Fälle, Aufträge bei denen es auf Geschick und Intelligenz ankam. Wenn das Geld stimmte, riskierte sie auch mal etwas mehr. Es kam ganz auf ihre Stimmung an.

Sie hatten das Erdgeschoss erreicht und eilten nach draußen. In der Ferne waren Sirenen zu hören und Fox schüttelte den Kopf. Wenn sie sich nicht beeilten würde die Straße in wenigen Minuten völlig verstopft sein und ein Durchkommen wäre dann unmöglich gewesen. Sie verabschiedete sich hastig von Selena und ging zu ihrem Wagen. Ihren Koffer verstaute sie im Kofferraum unter einer Metallplatte, ein kleines Extra, dass sie sich selbst eingebaut hatte. Ziemlich praktisch, schließlich trug sie ja keine Kleinigkeit bei sich.

Als sie endlich hinter dem Steuer saß seufzte sie erleichtert. Im Rückspiegel konnte sie bereits das erste Blaulicht erkennen. Sie schaltete den CD-Player an und fuhr wenige Sekunden später los.

 
So many times, it happens too fast
You change your passion for glory

Sie schaffte es gerade noch die Straße zu passieren, kurz darauf wurden Straßensperren errichtet.

Fox lehnte sich zurück und überlegte wohin sie überhaupt fahren wollte. Sie hatte für heute nichts mehr zu tun. Freunde, die sie hätte treffen können, existierten entweder nicht oder es war viel zu riskant für sie, sich in der Stadt blicken zu lassen. Nach Hause wollte sie nicht, entschied Fox, als sie an die Unordnung dachte, die sie gestern Nacht hinterlassen hatte. Es war Zeit für einen Drink, dachte sie, als sie auf die Uhr sah. Kurz vor acht. Vielleicht etwas früh um damit anzufangen, aber andererseits hatte sie alle Zeit der Welt, warum nicht?

Sie lenkte ihren Wagen in eine Seitenstraße und hielt an. Den Rest des Weges konnte sie auch zu Fuß gehen. Es machte sowieso keinen Sinn mit dem Auto nach Hause zufahren, wenn sie vorhatte sich zu betrinken. Sie schloss ab und verstaute den Schlüssel in einer kleinen Handtasche, die sie auf dem Rücksitz gefunden hatte. Ihr Geld reichte noch für diesen Abend. Zögernd sah sie sich um. In der Ferne leuchtete eine schwache Reklameanzeige und sie steuerte darauf zu. Je billiger, desto mehr hatte sie davon, dachte Fox. Sie fröstelte leicht; vielleicht hätte sie an eine Jacke denken sollen? Nun, jetzt war es sowieso schon zu spät und nachts konnte sie immer noch mit dem Taxi nach Hause fahren.

Die zur Reklame gehörige Kneipe erwies sich als klein und gemütlich und ausreichend günstig. Fox setzte sich in eine düstere Ecke an einen kleinen Tisch und sah sich neugierig um. Um diese Zeit war noch nicht sehr viel los, nur einige ältere Männer, die gemütlich Karten spielten, sich unterhielten und dabei das eine oder andere Bier tranken. Einige junge Kerle, die etwas zu feiern schienen und ein Ehepaar. Fox entspannte sich; hier drohte keine Gefahr. Sie winkte den Kellner zu sich und bestellte sich einen fruchtigen Drink für den Anfang. So lange sie noch genießen konnte, wollte sie das ausnutzen. Wer wusste, was später noch geschah?

"...handelt sich um den Geschäftsführer der InterBank, Günther Meinert. Vom Täter fehlt bis jetzt jede Spur, die Polizei geht jedoch davon aus, dass es sich um einen Profikiller handelt, der genau wusste, was er tat.."

Der Wirt hatte gerade eben erst den Fernseher angemacht, nur um wieder in eine der vielen Sondersendungen zu geraten. Fox betrachtete den Bildschirm uninteressiert. Gerade wurden Bilder des Opfers gezeigt. Familienbilder, die ihn zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern zeigte, Bilder einer öffentlichen Veranstaltung...

Fox starrte in ihr Glas und versuchte ihre Gedanken auf etwas anderes zu konzentrieren. Gefühle konnte sie sich nicht leisten, der Auftrag war alles, was zählte.

Don't lose your grip on the dreams of the past
You must fight just to keep them alive

Ihr Lieblingslied drang aus den Boxen, als der Wirt endlich den Fernseher wieder ausschaltete. Die Kneipe füllte sich langsam, als es draußen immer dunkler wurde. Fox bestellte sich einen weiteren Drink und beobachtete die Gäste aus ihrer dunklen Nische heraus.

Es waren meist jüngere Leute, zusammen mit ihren Freunden, die Spaß hatten und den Abend genießen wollten. Sie lachten und unterhielten sich laut, tranken zusammen...

Fox seufzte. War sie jemals so gewesen? Wohl kaum. Schon von Kind an hatte sie gelernt, dass Vertrauen und Freundschaft nichts weiter als eine Last waren. Ihr Onkel hatte ihr alles darüber beigebracht. Er hatte sich nach dem Tod ihrer Eltern liebevoll um sie gekümmert. Jedenfalls so liebevoll wie er es für angemessen hielt. Sie war oft allein, durfte keine Schulkameraden zu sich einladen, oder sich mit ihnen treffen...später hatte ihr Onkel Privatlehrer engagiert, und sie nicht weiter auf die Schule geschickt. Damals hatte Fox sich ständig gefragt, warum. Hatte sie etwas falsch gemacht, für das sie nun bestraft wurde? Sie wusste es nicht.

Heute wusste sie natürlich, dass ihr Onkel schon damals in finstere Geschäfte verwickelt war, und aus Angst vor Übergriffen auf seine einzige 'Tochter' hatte er sie von der Umwelt abgeschottet. Er hatte sie gelehrt, dass auf niemanden Verlass war. Und sie war eine gute Schülerin gewesen. Sie seufzte erneut.

Plötzlich fiel ein Schatten auf sie. Sie blickte auf und sah in das Gesicht eines jungen Mannes, vielleicht fünfundzwanzig Jahre alt, der sie halb schüchtern, halb flehend ansah. Bevor Fox Gelegenheit hatte, irgendetwas zu sagen, wurde ihr vom Kellner ein neues Glas gebracht.

"Darf ich sie auf einen Drink einladen?", fragte der Mann und deutete auf das neue Glas.

Fox zuckte mit der Schulter. "Warum nicht? Jetzt wo er schon da ist.", meinte sie und lächelte freundlich. Sie nahm das Glas und sie stießen gemeinsam an, dann probierte sie den ersten Schluck. Es war einer ihrer Lieblingsdrinks, welch ein Zufall.

"Entschuldigen sie, dass ich sie so überfalle...aber...meine Kumpels haben gewettet, dass ich mich nicht traue sie anzusprechen...nun, hier bin ich, und..."

"Sie haben mich nur angesprochen um eine Wette zu gewinnen?", fragte Fox leicht amüsiert und lächelte, als der Mann sie plötzlich erschrocken ansah.

"Ähh...", stammelte er, "verstehen sie das jetzt nicht falsch! Ich..."

"Schon gut, machen sie sich keine Sorgen. Ich bin nicht beleidigt. Solange sie mir den Drink spendieren ist alles in Ordnung.", meinte Fox und grinste. Der Mann grinste zurück. Sie sah sich um und entdeckte mehrere junge Männer, die nicht weit von ihnen saßen und ihnen ständig Blicke zuwarfen. Fox lächelte auch ihnen freundlich zu und wandte sich dann wieder an ihr Gegenüber. Er saß verlegen da und schien nicht recht zu wissen, war er jetzt tun sollte, nun da er seine Wette gewonnen hatte.

"Ich hoffe doch sie warten nicht nur bis der Drink fertig ist? Das könnte ja jeder."

"Äh, nein. Ich, also, wissen sie..."

"Fox."

"Wie bitte?", fragte der Mann verwirrt.

"Mein Name. Nun ja nicht wirklich, aber jeder nennt mich so.", erwiderte Fox und nippte erneut an ihrem Drink.

"Fox. Das klingt interessant. Ich bin Mark, aber alle meine Freunde nennen mich...Mark." Er grinste schelmisch und reichte ihr die Hand, die Fox gerne annahm.

"Freut mich ihre Bekanntschaft zu machen, Mark.", meinte sie fröhlich. Vielleicht wurde dieser Abend ja doch nicht so uninteressant, wie sie befürchtet hatte.

"Mich ebenfalls, und – wenn ich das so sagen darf – sie sehen wirklich bezaubernd aus." Mark errötete fast und Fox lächelte.

Sie sah wirklich nicht schlecht aus, groß und schlank, lange, dunkle Haare die ihr über die Schultern und ins Gesicht fielen. Ihre Haut war glatt und leicht gebräunt, ihre Augen grünbraun mit langen geschwungenen Wimpern. Außerdem trug sie einen leichten, hellblauen Pullover und dunkelblaue enganliegende Jeans. Sie würde sich selbst nicht gerade als Supermodel bezeichnen, doch hässlich war sie bestimmt nicht.

"Danke vielmals." Fox hatte immer mehr das Gefühl, dass das ein interessanter Abend werden würde.

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So, das war's fürs erste...mehr fällt mir grad nicht ein *g* Wie hat's euch gefallen?? (Zugegeben, es ist noch nicht wirklich viel passiert, aber was nicht ist kann ja noch werden *g*)