DIE ZWEITE GEIGE

Bist die Verstoss'ne, die Einsame,

Denn überall bist du bloss die zweite Geige.

Bist stets die Traur'ge,

Denn die Einsamkeit wirst du nie los,

Und wenn du mit anderen bist,

Dann bist du doch nur die zweite Geige.

*

Ob das Wetter trüb oder schön ist,

Das ist dir gleich,

Lebst im eigenen Reich

Wo alles schön und gut ist und die Sonne scheint

Bis jemand meint,

Träume, die helfen dir nicht.

Aus Dunkel wird kein Licht,

Und du bist die zweite Geige.

*

Bist die Steppenwölfin,

Die stets herumirrt,

Leise und verwirrt,

In der kalten Welt.

Für deine Leiden gibt es kein Entgelt

Das gibt's nicht für zweite Geigen.

*

Bist die stille Denkerin,

Doch niemand vernimmt deine Gedanken

Und deine Träume geraten ins Wanken,

Denn zweite Geigen sind wertlos.

Bist immer trostlos,

Denn die zweite Geige,

Die ist–verdammt.

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